Bundestagswahl

„Bürger-Speed-Dating“ ohne Merz: Warum der CDU-Chef beim letzten TV-Format vor der Wahl fehlt

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    Erkan Pehlivan
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Am Vorabend der Bundestagswahl treffen die Spitzenkandidaten beim „Bürger-Speed-Dating“ aufeinander. Friedrich Merz verzichtet auf eine Teilnahme.

Update 22. Februar, 16.48 Uhr: Heute Abend bekommen die Kanzlerkandidaten der großen Parteien das letzte Mal im TV die Möglichkeit, unentschlossene Wähler von sich zu überzeugen. Beim „Bürger-Speed-Dating“ von ProSieben und Sat.1 stehen Olaf Scholz, Robert Habeck und Alice Weidel den Bürgern Rede und Antwort. Das TV-Ereignis wurde im Vorfeld aufgezeichnet und wird am Vorabend der Bundestagswahl ausgestrahlt.

Vergeblich sucht man auf der Gästeliste nach dem Namen von Friedrich Merz. Der CDU-Chef hat seine Teilnahme für das Format abgesagt und wird als einziger Kanzlerkandidat nicht daran teilnehmen. Doch was ist der Grund für die Absage? „Leider war es Friedrich Merz aus terminlichen Gründen nicht möglich, der Einladung zu folgen“, teilte ein CDU-Sprecher t-online mit. „Die sehr große Zahl der Anfragen an den Parteivorsitzenden übersteigen dessen tatsächliche terminliche Möglichkeiten um ein Vielfaches.“

Die Union von Friedrich Merz liegt in den Umfragen zur Bundestagswahl unangefochten auf dem ersten Platz. Merz wird deswegen bereits als nächster Bundeskanzler gehandelt.

Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz will nicht am „Bürger-Speed-Dating“ von Sat 1 und Pro 7 teilnehmen.

Am Vorabend der Bundestagswahl: Merz sagt Teilnahme am Bürger-Speed-Dating ab

Erstmeldung vom 18. Februar: Friedrich Merz, der Kanzlerkandidat der Union, hat sich entschieden, nicht am „Bürger-Speed-Dating“ von Sat.1 und Pro7 teilzunehmen. Der CDU-Politiker nannte keine Gründe für seine Absage.

Am Sonntag steht die Bundestagswahl an und der Wahlkampf in Deutschland erreicht seinen Höhepunkt. Einen Tag vor der Wahl treffen Olaf Scholz, Robert Habeck und Alice Weidel ein letztes Mal aufeinander. Im Rahmen des „Bürger-Speed-Dating“ sollen sie sich 130 Minuten lang den Fragen der Bürgerinnen und Bürger stellen. Pro7 und Sat.1 erklärten, dass zehn Personen jeweils drei Minuten Zeit hätten, um den Kandidaten ihre persönlichen Fragen zu stellen. Merz hätte ebenfalls teilnehmen sollen, sagte jedoch ab.

Bundestagswahl 2025: Von „Tünkram“ bis zum „Tor zur Hölle“ – denkwürdige Zitate aus dem Wahlkampf

Bundestag - Vertrauensfrage
„Fritze Merz erzählt gern Tünkram“ – SPD-Kanzler Scholz am 16. Dezember zu Vorwürfen von Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU), der Amtsinhaber sei bei Debatten auf EU-Ebene passiv und melde sich nicht zu Wort. „Tünkram“ ist Plattdeutsch und bedeutet dummes Zeug oder Unsinn. © Michael Kappeler/dpa
Olaf Scholz, Wahlparteitag SPD
„Manch einer hat uns schon abgeschrieben. Das kann unsere sozialdemokratische Partei mit über 160 Jahren Kampferfahrung aber überhaupt nicht beeindrucken.“ – SPD-Ko-Chefin Saskia Esken (rechts) beim Parteitag am 11. Januar in Berlin zu den schwachen Umfragewerten für die Sozialdemokraten und der Hoffnung auf eine Aufholjagd bis zur Wahl. © Imago
Nach Todesfahrt auf Weihnachtsmarkt in Magdeburg-Rechte Proteste
„Wenn es dann Remigration heißen soll, dann heißt es eben Remigration.“ – AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel beim Parteitag am 11. Januar in Riesa zur Aufnahme des umstrittenen Begriffs in das Wahlprogramm, der im rechten Spektrum für die massenhafte Ausweisung von Menschen mit Migrationshintergrund steht. © dpa
AfD-Bundesparteitag in Riesa
„Wenn wir am Ruder sind, wir reißen alle Windkraftwerke nieder. Nieder mit diesen Windmühlen der Schande!“ – AfD-Kanzlerkandidatin Weidel beim Parteitag am 11. Januar in Riesa. © Sebastian Kahnert/dpa
Habeck liest aus seinem neuen Buch
„Ich war nicht gut in Rechtschreibung früher und hatte einen leichten Schlag in Richtung Legasthenie.“ – Der Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck räumt am 12. Januar ein, als Schüler eine Rechtschreibschwäche gehabt zu haben. Habeck thematisierte bei der „Wahlarena“ des „Mannheimer Morgen“ in Mannheim seine Schulzeit und persönliche Schwächen. © Kay Nietfeld/dpa
Wahlplakate in Wiesbaden - SPD
„Es gibt, glaube ich, keinen Kanzler in der Bundesrepublik, der sich so im Detail in Gesetze eingemischt hat, damit sie pragmatisch werden.“ – Olaf Scholz zieht am 13. Januar eine positive Bilanz seines Wirkens als Regierungschef. „Es sind unglaublich viele Entscheidungen getroffen worden, die ohne meine Intervention gar nicht zustande gekommen wären“, sagte er den NRW-Lokalradios. © Arne Dedert/dpa
Nach tödlichem Angriff in einem Park in Aschaffenburg
„Das Maß ist endgültig voll.“ – Unions-Kanzlerkandidat Merz am 23. Januar nach dem Messerangriff von Aschaffenburg auf eine Kindergartengruppe mit zwei Toten, den ein Geflüchteter aus Afghanistan begangen haben soll. © Daniel Vogl/dpa
Demo gegen Rechts - Berlin
„Ich gucke nicht rechts und nicht links. Ich gucke in diesen Fragen nur geradeaus.“ – Merz am 24. Januar bei der Ankündigung, für Anträge zur Verschärfung der Migrationspolitik im Bundestag auch eine Mehrheit mit AfD-Unterstützung zu tolerieren. Die Menschen sehen das kritisch und gehen auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demonstration zur Migrationspolitik - Berlin
„Die Brandmauer bröckelt.“ – Die AfD-Fraktion am 29. Januar im Online-Dienst X zur bisher geltenden Abgrenzung der CDU von der in Teilen als rechtsextremistisch eingestuften Partei, nachdem erstmals mit ihrer Hilfe ein Unionsantrag eine Mehrheit im Bundestag erhalten hat. © Sebastian Gollnow/dpa
209. Bundestagssitzung: Heidi Reichinnek, Linke
„Allen politischen Differenzen zum Trotz hätte ich mir niemals vorstellen können, dass eine christlich-demokratische Partei diesen Dammbruch vollzieht und mit Rechtsextremen paktiert.“ – Die Vorsitzende der Linken im Bundestag, Heidi Reichinnek, am 29. Januar im Bundestag in ihrer viral gegangenen Rede zum mit AfD-Stimmen verabschiedeten Unionsantrag. © Imago
Bundestag - Regierungserklärung
„Und deshalb, finde ich, kann ich ihm nicht mehr trauen.“ – Kanzler Olaf Scholz über das Verhalten von Friedrich Merz am 29. Januar 2025. Das sei „wahrscheinlich ein ganz bedeutender Tag in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ gewesen, sagte Scholz in der ARD-Sendung „Maischberger“. Die Union habe einen Konsens aufgekündigt, den es die ganze Nachkriegsgeschichte über unter den Demokraten in Deutschland gegeben habe.  © Kay Nietfeld/dpa
Demonstration fuer die Brandmauer und gegen die CDU
„Für falsch halte ich es, (…) sehenden Auges erstmalig bei einer Abstimmung im Deutschen Bundestag eine Mehrheit mit den Stimmen der AfD zu ermöglichen.“ – Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisiert am 30. Januar das Vorgehen von Merz. © Matthias Gränzdörfer/Imago
Wahlkampf Grüne - Berlin
„Tun Sie es nicht, Herr Merz.“ – Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck appelliert am 28. Januar eindringlich an Unionsfraktionschef Friedrich Merz, keine gemeinsame Sache mit der AfD zu machen.  © Christoph Soeder/dpa
Sitzung, Bundestag, Plenum
„Das Tor zur Hölle können wir noch gemeinsam schließen.“ – SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich am 31. Januar in der Bundestagsdebatte über eine angekündigte Zustimmung der AfD auch zu einem Migrationsgesetz der Union. Dieses scheiterte aber letztlich auch an fehlender Unterstützung aus der Union. © Bernd Elmenthaler/Imago
Bundestag
„Ich bin mit mir persönlich sehr im Reinen, dass wir es wenigstens versucht haben.“ – Merz am 31. Januar nach dem Scheitern seines Gesetzentwurfs zur Verschärfung der Migrationspolitik im Bundestag, obwohl auch dieser von den AfD-Abgeordneten geschlossen unterstützt wurde. © Kay Nietfeld/dpa
Nach tödlichem Angriff in Aschaffenburg - Trauerfeier
„Diese Woche hat die Union klargemacht, dass es ihr ernst ist. Und damit ist die Glaubwürdigkeit auch eines neuen Bundeskanzlers Friedrich Merz enorm gestiegen.“ – CSU-Chef Markus Söder sieht am 2. Februar die Position der Union nach den umstrittenen Abstimmungen zur Migrationspolitik im Bundestag deutlich gestärkt.  © Daniel Vogl/dpa
Bundesparteitag der CDU - Friedrich Merz + Markus Söder
„Mit den Grünen ist kein Richtungswechsel und keine Koalition möglich.“ – CSU-Chef Markus Söder anlässlich des CDU-Parteitags am 3. Februar auf X. © Imago
Wahlkampf – ZDF-Livesendung "Schlagabtausch"
„Wie dumm kann man sein zu sagen, man macht Sanktionen, um Russland zu schaden. Am Ende schaden wir vor allem unserer Wirtschaft.“ – BSW-Chefin Sahra Wagenknecht am 6. Februar in einer ZDF-Wahlrunde zu ihrer Forderung nach einer Wiederaufnahme der Gaslieferungen aus Russland. © Christoph Soeder/dpa
Scholz und Merz im TV-Duell
„Wir können auf die FDP keine Rücksicht nehmen.“ – Merz am 7. Februar, nachdem er mögliche Wähler der in Umfragen weiterhin schwächelnden FDP aufgerufen hat, ihre Stimme der Union zu geben. © Kay Nietfeld/dpa
FDP Bundesparteitag
„33 oder 31 Prozent für die CDU machen keinen Unterschied, aber vier oder sechs Prozent für die FDP ändern maßgeblich das Gefüge in der Bundesrepublik.“ – FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner reagiert beim Sonderparteitag in Potsdam am 9. Februar auf die Aussage von Merz. © Michael Kappeler/dpa
Scholz und Merz im TV-Duell
„Was ist Bubatz?“ – Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz kann am 9. Februar mit dem Begriff „Bubatz“ nichts anfangen. Auf dem Live-Streaming-Portal Twitch antwortete Merz nach dem TV-Duell bei ARD und ZDF mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) auf die Frage, ob „Bubatz“ legal bleibe: „Bleibt was legal?“ Daraufhin entgegnete die Moderatorin: „Bubatz“. Merz’ Replik: „Was ist Bubatz?“ Die Moderatorin: „Gras.“ Merz sagte dann: „Also wenn Sie meinen, Cannabis, dann sage ich: Nein, wir wollen das wieder korrigieren.“ © Kay Nietfeld/dpa
Kundgebung "Brandmauer statt Brandstiftung"
„Friedrich Merz tritt an, Europa zu Grabe zu tragen“ – Kanzler Scholz am 11. Februar in der letzten Plenardebatte des Bundestags vor der Wahl mit Blick auf Merz’ Pläne, Geflüchtete an den Grenzen zu den EU-Nachbarn zurückzuweisen. © Fabian Sommer/dpa
TV-Runde im Bundestagswahlkampf
„Weil ich dieses animalische Grunzen der AfD-Fraktion voraussehen konnte, möchte ich einordnen, worüber wir reden, wenn wir Klimaschutz sagen.“ – Grünen-Spitzenkandidat Robert Habeck reagiert in einer Rede im Bundestag am 11. Februar auf Zwischenrufe der AfD, nachdem er den Klimaschutz als drängendste Aufgabe der Zukunft bezeichnet hat. © Kay Nietfeld/dpa
Bundestag
„Wir werden möglicherweise miteinander reden müssen.“ – Unions-Kanzlerkandidat Merz wendet sich in seiner Plenarrede am 11. Februar im Bundestag an die SPD – und nimmt dabei eine mögliche Koalitionsoption für die Zeit nach der Wahl in den Blick. © Kay Nietfeld/dpa
ZDF-Sendung "Klartext"
„Wenn sich die Menschen zurückziehen, dann ist es vorbei mit Deutschland. (…) Demokratie ist kein Zuschauersport, es geht nur, wenn Menschen sich bei den Wahlen engagieren.“ – Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck am 13. Februar in der ZDF-Sendung „Klartext“ auf den Kommentar eines Zuschauers hin, der erklärt hatte, er wisse nicht mehr, was er wählen solle. © Michael Kappeler/dpa

Merz tritt vor Bundestagswahl bei ARD und ZDF auf, bei Sat.1 und Pro7 nicht

„Zu unserer Wahlsendung #WahlCountdown: Die Kandidaten im Bürger-Speed-Dating, die am Samstag (22.) ausgestrahlt wird, kommen drei Kanzler-Kandidaten. Olaf Scholz, Robert Habeck und Alice Weidel werden sich den Fragen der Bürger auf ProSieben und in SAT.1 stellen. Friedrich Merz kommt leider nicht“, teilte der Sender auf X mit. Ein Grund für seine Absage wurde nicht genannt. Dennoch nahm Merz an mehreren anderen TV-Terminen teil. Am Montag (17. Februar) war er in der „Wahlarena“ der ARD zu sehen. Am Donnerstag (20. Februar) steht um 22 Uhr die „Schlussrunde der Spitzenkandidaten“ von ARD und ZDF an.

Politiker schätzen TV-Shows besonders – und das aus gutem Grund. Die ARD-„Wahlarena“ am Montagabend im Ersten verfolgten 5,06 Millionen Menschen live im Fernsehen. Dies entsprach einem Marktanteil von 23,6 Prozent, wie die ARD-Medienforschung am Dienstag in München auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) mitteilte.

BSW klagt vor Bundestagswahl gegen Ausschluss von ARD Wahlarena

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) durfte nicht an der „ARD Wahlarena“ teilnehmen und klagte dagegen. Das Bundesverfassungsgericht nahm die Verfassungsbeschwerde der Partei wegen der Nichtberücksichtigung in der Fernsehsendung nicht an. Die Partei habe nicht überzeugend dargelegt, dass sie in ihrem Recht auf Chancengleichheit von Parteien und Gleichberechtigung verletzt worden sei, erklärte das Gericht am Montag in Karlsruhe.

Sowohl das Verwaltungsgericht Köln als auch das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht (OVG) hatten entschieden, dass der Westdeutsche Rundfunk (WDR) nicht verpflichtet sei, die BSW-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht in die „Wahlarena“ einzuladen. Die Partei beklagte, dass durch die Nichtberücksichtigung das Recht auf Chancengleichheit verletzt werde. Die Gerichte betonten, dass der öffentlich-rechtliche Sender bei redaktionell gestalteten Sendungen grundsätzlich allen Parteien die gleichen Möglichkeiten im Wahlkampf bieten müsse. Ein willkürlicher Ausschluss sei nicht zulässig. Das Konzept der Sendung sehe jedoch vor, dass Kandidaten eingeladen werden, deren Parteien in den Umfragen deutlich über zehn Prozent liegen und somit in den kommenden Jahren erheblichen Einfluss auf die politischen Entwicklungen nehmen könnten.

TV-Streit vor Bundestagswahl: Gerichte erteilen BSW Abfuhr

Da das BSW in den Umfragen zur Bundestagswahl nur bei etwa fünf Prozent liege, sei es nicht erforderlich, Wagenknecht einzuladen. „Dies stimmt mit dem Gebot der (abgestuften) Chancengleichheit überein, denn Umfragewerte liefern jedenfalls gewisse Anhaltspunkte für die gegenwärtige Bedeutung der Parteien“, argumentierte das OVG. (erpe mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © dpa/Michael Kappeler

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