Sogar Rassismus im Wahlkampf

Bürgermeisterwahl in New York: Mamdani-Lager siegessicher – Cuomo wirbt um Republikaner

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Die Wahl in New York steht kurz bevor. Mamdani kann mit seinem Programm überzeugen. Seine Gegner streiten um die Stimmen der Republikaner.

New York – Die Bürgermeisterwahl in New York gilt eigentlich als entschieden. Wenn am 4. November die Bürgerinnen und Bürger in der US-Metropole an die Wahlurne treten, wird mit ziemlicher Sicherheit der demokratische Kandidat Zohran Mamdani das Rennen für sich entscheiden. In den Umfragen liegt der aus Uganda stammende sozialistische Politiker bei rund 45 bis 50 Prozent – weit vor seinen Gegenkandidaten.

Zohran Mamdani (R) bei einer Wahldebatte mit seinen Kontrahenten Andrew Cuomo (L) und Curtis Sliwa.

Entsprechend siegessicher sind Mamdanis Unterstützer. Am 26. Oktober veranstalteten die Demokraten ihre letzte Wahlkampfveranstaltung, bevor es am Dienstag zur Stimmabgabe geht. Wie die französische Zeitung Le Monde berichtete, soll die Stimmung im Forest Hills Stadium in Queens „euphorisch“ gewesen sein. Mamdani selbst mahnt seine Wählerinnen und Wähler aber davor, voreilig zu feiern. „Die Leute sagen ‚wir haben gewonnen. Es ist vorbei. Cuomo ist erledigt‘. Glaubt das nicht!“, sagte er in einem auf X veröffentlichten Video. Denn die „Milliardäre, die unsere Wirtschaft manipuliert haben und versucht haben, unsere Wahl zu kaufen“ würden nicht so einfach aufgeben.

Bürgermeisterwahl in New York – Cuomo kann nicht überzeugen

Andrew Cuomo ist der wichtigste Kontrahent Mamdanis im Rennen um den Bürgermeisterposten in New York. Der Demokrat und ehemalige Gouverneur des Bundesstaats New York liegt in den Umfragen aber deutlich hinter seinem Gegner – trotz der teils scharfen Wahlkampfrhetorik. Um seine Chancen zu verbessern, wirbt er nun sogar um die Unterstützung von republikanischen Wählerinnen und Wählern. Auf X schrieb er etwas: „Eine Stimme für Sliwa (der republikanische Kandidat, Anm. d. R.) ist eine Stimme für Mamdani.“

Das Problem: Um diese Stimmen muss er sich mit dem Republikaner Curtis Sliwa streiten. Der hatte zuletzt angekündigt, bis zum Ende am Wahlkampf in New York teilnehmen zu wollen. Auch, wenn seine Siegeschancen verschwindend gering sind. Um Mamdani und seine sozialistischen Pläne zu verhindern, scheinen aber manche prominenten Republikaner bereit zu sein, den demokratischen Gegenkandidaten zu unterstützen. So berichtete Fox News, dass der republikanische Abgeordnete und ehemalige New Yorker Parteivorsitzende Nick Langworthy seine „selbstverständliche“ Unterstützung für Cuomo angekündigt hatte.

Pompös und protzig: Trump lässt Weißes Haus komplett umgestalten

Washington D.C. - Weißes Haus
1600 Pennsylvania Avenue – die erste Adresse der USA. Seit mehr als 200 Jahren ist das Weiße Haus Amtssitz und Residenz des amerikanischen Präsidenten. Im übertragenen Sinn steht das White House auch als Bezeichnung für die Exekutive der USA. © Soeren Stache/dpa
Weißes Haus
Die Bauarbeiten für den Präsidentensitz begannen 1792. James Hoban entwarf ihn nach dem Vorbild eines Herrenhauses im neoklassizistischen Stil. Acht Jahre später zog John Adams als erstes Staatsoberhaupt ein. Außer George Washington wohnten hier alle Präsidenten. © Jacquelyn Martin/dpa
Das weiße Haus in Washington
Der seit 1901 auch offiziell verwendete Name „Weißes Haus“ geht auf den weißen Farbanstrich zurück. Das Gebäude überstand nicht weniger als vier Brände. Mehrfach wurde der in einem parkähnlichen Garten gelegene Bau erweitert. Von den beiden Seiten der Straße und der Mall ist vor allem das historische Hauptgebäude sichtbar. Die beiden später angefügten Seitentrakte sind kaum zu erkennen.  © Tim Brakemeier/dpa
Magnolie am Weißen Haus
Lange war auf der Südseite Geschichte zu sehen: Im Jahr 2017 stand noch eine gut 180 Jahre alte Magnolie auf der Südseite des Weißen Hauses. Die Magnolie wurde 1835 vom damaligen US-Präsidenten Andrew Jackson bei dessen Einzug gepflanzt. Es soll dem Vernehmen nach der Lieblingsbaum seiner Frau Rachel gewesen sein, die nur wenige Tage nach seinem Wahlsieg starb. Im Frühjahr 2025 wurde die Magnolie auf Anordnung von Donald Trump aus Sicherheitsgründen gefällt. Fachleute hatten zuvor jahrelang versucht, um die kränkelnde Magnolie zu retten, die zahlreiche US-Präsidenten überdauert hatte. © Andrew Harnik/dpa
Ballsaal Weißes Haus
In seiner zweiten Amtsszeit lässt US-Präsident Donald Trump das Weiße Haus nach seinen Wünschen umgestalten. So treibt er auch die Pläne für einen opulenten Ballsaal voran. „Das wird ein großartiges Vermächtnisprojekt“, sagte der Republikaner Ende Juli bei einem offiziellen Termin im Weißen Haus. Die Arbeiten sollen vor dem Ende der Amtszeit Trumps abgeschlossen sein, die bis Januar 2029 läuft. © whitehouse.gov
Karoline Leavitt
Pressesprecherin Karoline Leavitt erläuterte die Pläne genauer: Der Ballsaal werde weitgehend vom Hauptgebäude getrennt sein und im Ostflügel des Gebäudekomplexes entstehen. Auf Grafiken für das Projekt waren goldene Kronleuchter über einem Saal im hell gehaltenen Look zu sehen. © Andrew Leyden/Imago
Weißes Haus
Das Projekt ruft große Kritik hervor, Man wirft Trump Pomp und Geltungssucht vor. Die Zeitschrift New York Magazine betitelte einen Artikel mit den Worten: „Trump verwandelt das Weiße Haus in Mar-a-Lago.“ Trumps Privatanwesen Mar-a-Lago ist ein Hotelkomplex in Florida, der auch für üppiges Design mit Gold-Elementen bekannt ist. © Andrew Leyden/Imago
White House Ballroom Construction.
Die Vorbereitungsarbeiten für das Bauprojekt begannen im September 2025, als Bäume auf dem südlichen Gelände gerodet und andere Arbeiten zur Standortvorbereitung durchgeführt wurden. Das Weiße Haus betonte, dass für den Abriss keine Genehmigung der National Capital Planning Commission erforderlich sei, sondern lediglich für den geplanten Neubau. © Andrew Leyden/Imago
Bauarbeiter rissen am 20 Oktober Teile des überdachten Eingangsbereichs im Ostflügel des Weißen Hauses ab.
Der nächste Schritt folgte am 20. Oktober 2025: Bauarbeiter rissen massive Teile des überdachten Eingangsbereichs und Fenster im Ostflügel ab, den Trump „vollständig modernisieren“ lassen will. Der Präsident kündigte auf seiner Plattform Truth Social an, dass der „Spatenstich“ für den „dringend benötigten“ Ballsaal erfolgt sei. © Celal Gunes/Imago
Donald Trump
Die Bauarbeiten fanden direkt während einer Veranstaltung im Weißen Haus statt, bei der Trump die Baseball-Meister der Louisiana State University empfing. „Wir bauen direkt hinter uns einen Ballsaal. Sie wollten seit 150 Jahren einen Ballsaal, und ich gebe diesem wunderbaren Ort diese Ehre“, sagte Trump im East Room. Er warnte seine Gäste vor möglichen Baugeräuschen, da die Arbeiten „gerade heute begonnen“ hätten. © Saul Loeb /AFP
Donald Trump
Trump charakterisierte den Ostflügel bei Baubeginn als „völlig getrennt vom Weißen Haus selbst“, obwohl er baulich mit der Hauptstruktur verbunden ist. „Der Ostflügel wird als Teil dieses Prozesses vollständig modernisiert und wird schöner denn je sein, wenn er fertiggestellt ist!“, schrieb der Präsident auf Truth Social. Diese Darstellung steht im Widerspruch zur architektonischen Realität des zusammenhängenden Gebäudekomplexes. © Yuri Gripas/Imago
Melania Trump
Der Ostflügel des Weißen Hauses wurde 1902 erbaut und zuletzt 1942 modifiziert. Traditionell beherbergt er die Büros der First Lady. Mehrere Angestellte von Melania Trump mussten bereits im Vorfeld der Abrissarbeiten ihre Arbeitsplätze verlegen, um Platz für die Bauarbeiten zu schaffen. © Evan Vucci/dpa
Weißes Haus
Das Weiße Haus und seine angrenzenden Parks werden vom National Park Service (NPS) verwaltet, aber der Präsident hat grundsätzlich weitreichende Befugnisse für Renovierungen. Der frühere NPS-Chefhistoriker Robert K. Sutton wies in einem BCC-Interview darauf hin, dass beide Flügel des Weißen Hauses sehr symmetrisch seien und wichtige Funktionen hätten. Die aktuelle Renovierung stelle einen der größten Eingriffe in das Weiße Haus seit Jahrzehnten dar. © Andrej Sokolow/dpa
Rosengarten
Das Ballsaal-Projekt ist aber nur ein kleiner Teil einer umfassenden Serie von Umbauten, mit denen Trump die Regierungszentrale nach seinem Geschmack umgestaltet. So wich im Sommer im Rosengarten eine Rasenfläche einer Sitzecke aus Steinplatten. © Roberto Schmidt/AFP
Donald Trump
Derweil hat das Oval Office unter Trump eine andere Farbe angenommen. Das Büro des US-Präsidenten erstrahlt nun im Goldglanz. Vielleicht deshalb erklärte Trump das Weiße Haus zu seinem „Lieblingsplatz“ und betonte seine Wertschätzung für das historische Gebäude. © Alex Brandon/dpa
Spenengala
Im Oktober richtete Trump ein prunkvolles Abendessen aus, um denjenigen zu danken, die den Bau des Ballsaals mit ihren Spenden ermöglichen. Der Ballsaal werde Wände aus kugelsicherem Glas und Platz für tausend Menschen haben und sich für die Amtseinführung eines Präsidenten eigenen. © Jim Lo Scalzo/Imago
Donald Trump
Trump betonte, dass der Ballsaal ausschließlich aus privaten Geldern gebaut werde. 22 Millionen Dollar stammen von einer Einigung mit der Videoplattform YouTube: Die Google-Tochter hatte im September der Zahlung im September zugestimmt, um einen Rechtsstreit mit Trump um die Sperrung seines Kontos nach der Kapitol-Erstürmung radikaler Fans des Republikaners am 6. Januar 2021 beizulegen. © Jim Lo Scalzo /Imago
Donald Trump
Bei der Veranstaltung waren unter anderem Vertreter von Tech-Firmen wie Amazon, Apple, Meta, Google und Microsoft anwesend. Trump präsentierte seinen Gästen bei der Gelegenheit auch die Pläne für weitere Projekte. © Jim Lo Scalzo/Imago
Donald Trump
Klar ist nun: Trump will in der Hauptstadt ein Monument erreichten lassen, das dem Arc de Triomphe in Paris nachempfunden ist. Seinen Gästen zeigte er verschieden große Modelle eines weißen Bogens mit einem goldenen Engel darauf. Am besten gefalle ihm das größte davon, zitierten ihn US-Medien.  © Jim Lo Scalzo/Imago
Donald Trump
Trump hielt dabei ein Modell des Bogens hoch, der nach Bekanntwerden vergangene Woche den Namen „Arc de Trump“ erhalten hatte. „Er wird wirklich wunderschön werden“, betonte Trump. Auf die Frage eines Journalisten, für wen das Bauwerk sei, zeigte er auf sich und antwortete: „Für mich.“ © Jim Lo Scalzo/Imago
Galadinner
Das Bauwerk soll den Berichten zufolge auf einer Verkehrsinsel in einer Achse mit dem historischen Lincoln Memorial auf der gegenüberliegenden Seite der Arlington Memorial Bridge entstehen.  © Andrew Caballero-Reynolds/AFP
Donald Trump
Anlass für den Bau sei der 250. Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten am 4. Juli 2026. Offizielle Pläne des Weißen Hauses gibt es noch nicht. Wann genau mit dem Bau begonnen werden soll und wer diesen finanziert, war zunächst unklar.  © Jim Lo Scalzo/Imago
Donald Trump
Trump hat noch viele weitere Pläne, um das Weiße Haus nach seinen Wünschen umgestalten. Wer das alles bezahlen soll, lässt der US-Präsident bisher offen. © Kevin Dietsch/AFP
Donald Trump
Die Bauarbeiten markieren einen beispiellosen Eingriff in die Architektur des Weißen Hauses, da die geplante Erweiterung fast doppelt so groß werden soll wie die bestehenden Wohnräume. Lange nach Trumps Ausscheiden aus der Präsidentschaft wird sein Einfluss auf das Regierungsgebäude in einem noch nie dagewesenen Umfang und Ausmaß sichtbar bleiben – selbst wenn ein Nachfolger die goldenen Verzierungen im Oval Office entfernt. © Andrew Harnik/AFP
Weißes Haus
Der frühere Republikaner Joe Walsh hat die Renovierung jedenfalls als „völlige Entweihung“ bezeichnet. „Wenn ich 2028 für das Präsidentenamt kandidieren würde, würde ich mit einem Bulldozer auf Trumps Ballsaal losgehen, eine völlige Schändung des Hauses des Volkes“, schrieb Walsh auf X und reagierte damit auf ein Bild, das den Abriss eines Teils des Weißen Hauses zeigt. © Andrew Leyden/Imago

Die konservative Boulevardzeitung New York Post sieht in der republikanischen Unterstützung eine Möglichkeit, wie Cuomo die Wahl noch für sich entscheiden könnte. Doch wie die Zeitung bemängelt, fehle es Cuomo an einem echten Gegenprogramm zu Mamdani.

Wohnungsnot im Fokus: Mamdani überzeugt vor Wahl in New York

Wie gelang es aber dem Newcomer Mamdani quasi aus dem Nichts eine überbordende Mehrheit der New Yorker von sich zu überzeugen? Betrachtet man seine öffentlichen Auftritte, wird klar, dass der 34-Jährige vor allem wirtschaftliche Themen in den Vordergrund stellt. So will er die Mietpreise in der Metropole senken und die Lebenshaltungskosten für die Bürgerinnen und Bürger senken.

Damit scheint er einen Nerv zu treffen. Laut einer Umfrage des Manhattan Institutes vom Juni dieses Jahres, gaben 25 Prozent der Befragten an, dass sie die hohen Wohnkosten für das wichtigste Thema hielten. Wenig überraschend, wo doch die durchschnittlichen Mietkosten in der Stadt bei 3811 US-Dollar liegen, wie das Magazin Fortune berichtete. 26 Prozent bemängelten zudem die Sicherheit in der Stadt.

Massive Anfeindungen gegen Mamdani – Blanker Rassismus vor Wahl in New York

Gegen Mamdani wird dagegen vor allem auf X gewettert. In unzähligen Postings finden sich teils offen rassistische und islamophobe Anfeindungen gegen den demokratischen Politiker. So fordern manche gar, den 34-Jährigen aus den USA zu deportieren. Führende Republikaner, darunter auch Vize-Präsident JD Vance, haben zudem eine Aussage Mamdanis kritisiert, wie CNN berichtete. Der Demokrat hatte bei einer Kundgebung erzählt, dass seine Tante nach den Anschlägen am 11. September 2001 sich nicht getraut habe, ihren Hijab in der Öffentlichkeit zu tragen. Grund seien antimuslimische Anfeindungen nach dem Terrorangriff gewesen. Auf X schrieb Vance: „Laut Zohran war das eigentliche Opfer des 11. September seine Tante, die (angeblich) böse Blicke geerntet hatte.“

Auch US-Präsident Donald Trump wettert immer wieder gegen den sozialistischen Bürgermeisterkandidaten. „Er ist ein Kommunist. Das Letzte, was wir brauchen, ist ein Kommunist“, so Trump im Juni gegenüber Reportern. Vor wenigen Tagen sagte er im Weißen Haus, dass die Wahl von Mamdani Yew York um „1000 Jahre“ zurückwerfen würde. (Quellen: Le Monde, X, Fox News, New York Post, Manhattan Institute, Fortune, CNN) (nhi)

Rubriklistenbild: © ANGELINA KATSANIS/AFP

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