Warnung vor Plünderern

Waldbrände in Los Angeles: Trump teilt gegen Gouverneur aus - Biden reist nicht nach Italien

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Los Angeles ist ein Flammenmeer. Der designierte US-Präsident Donald Trump hat schon einen Sündenbock für die Tragödie gefunden.

Update vom 10. Januar, 20.55 Uhr: Angesichts der Gefahr durch Plünderer hat die Polizei von Los Angeles in den von der Brandkatastrophe heimgesuchten Gebieten eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. „Sie dürfen sich nicht in diesen betroffenen Gebieten aufhalten. Wenn Sie es doch tun, werden Sie verhaftet“, sagte Bezirkssheriff Robert Luna am Freitag. In dem seit Dienstag in der US-Westküstenmetropole wütenden Flammeninferno kamen bisher zehn Menschen ums Leben, mehr als 10.000 Gebäude brannten nieder. Vor den Augen der Helfer und Feuerwehrleute spielten sich apokalyptische Szenen ab.

„Diese Ausgangssperre wird streng durchgesetzt“, sagte Sheriff Luna. Sie diene der öffentlichen Sicherheit, dem Schutz von Eigentum und der Verhinderung von Einbrüchen und Plünderungen in den evakuierten Gebieten. „Wir tun dies nicht, um jemandem Unannehmlichkeiten zu bereiten“, sagte Luna. Die Ausgangssperre in den betroffenen Gebieten, darunter das Villen- und Prominentenviertel Pacific Palisades, gilt von 18.00 Uhr abends bis 6.00 Uhr morgens.

Auch tausende Nationalgardisten waren zum Schutz der Häuser in den evakuierten Gebieten im Einsatz. „Wir setzen alles uns zur Verfügung Stehende ein, inklusive unserer Nationalgardisten, um die Orte in den kommenden Tagen zu schützen“, erklärte Gouverneur Gavin Newsom. Mindestens 20 mutmaßliche Plünderer wurden mittlerweile festgenommen.

Waldbrände in Kalifornien: „Albtraum“ für die Los Angeles

Update vom 10. Januar, 17.05 Uhr: Die Stadträtin von Los Angeles, Traci Park, hat die verheerenden Waldbrände in der Stadt als „einen Albtraum, aus dem niemand aufwachen kann“ bezeichnet. Wie NBC-News berichtete, begutachte sie aktuell die Schäden in der Metropole im Bundesstaat Kalifornien. Mindestens zehn Menschen kamen bislang bei den Feuern ums Leben. Rund 10.000 Gebäude wurden mittlerweile beschädigt oder zerstört.

Update vom 10. Januar, 13.40 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat dem Antrag des kalifornischen Gouverneurs Gavin Newsom zum Ausrufen des Katastrophenzustandes eigenen Angaben zufolge „sofort“ zugestimmt. Damit sei es möglich, die von den massiven Waldbränden betroffenen Menschen mit Geldzahlungen „für Lebensmittel und Medikamente“ zu unterstützen, schrieb Biden auf dem Kurznachrichtendienst X.

Behörden warnen bei Waldbränden in Kalifornien vor Plünderern – Erste Festnahmen

Update vom 10. Januar, 9.47 Uhr: Im Zuge der massiven Feuer in Los Angeles (Kalifornien) haben die Behörden in Los Angeles vor Plünderern und Betrügern gewarnt. Diese hätten es „auf schutzlose Opfer abgesehen“, wie CNN aus einer Stellungnahme zitiert. Es sei schon zu Festnahmen gekommen.

Gouverneur Gavin Newsom (Demokraten) richtete sich mit einer Warnung an diejenigen, die die Situation in dem US-Bundesstaat ausnutzen wollen. „An alle, die versuchen, die evakuierten Gemeinden auszunutzen, möchte ich eines klarstellen: Plünderungen werden nicht toleriert“, so Newsom. Um die Strafverfolgungsbehörden zu unterstützen, werde die kalifornische Nationalgarde in Los Angeles eingesetzt. Newsom habe einem entsprechenden Unterstützungsgesuch der Stadt nachgegeben.

Im US-Bundesstaat Kalifornien wüten massive Waldbrände.

Update vom 10. Januar, 7.40 Uhr: Der Kampf gegen die Flammen in Los Angeles dauert an: Die außer Kontrolle geratenen Brände wüten weiter in der Millionenmetropole.  US-Präsident Joe Biden bezeichnete die Brände als die schlimmsten in der Geschichte Kaliforniens und sagte weitere Hilfen des Bundes zu. „Dies ist der größte und verheerendste Brand in der Geschichte Kaliforniens“, so bei einer Sondersitzung hochrangiger Regierungsvertreter im Weißen Haus. Die Brände in Los Angeles zeigten demnach wieder einmal, dass der Klimawandel „real“ sei. „Es gibt eine globale Erwärmung“, sagte Biden.

Waldbrände in Kalifornien: Einsatzkräfte vor Ort jetzt auch Hilfe aus Kanada.

Update 14.23 Uhr: Im Kampf gegen die außer Kontrolle geratenen Waldbrände im US-Bundesstaat Kalifornien erhalten die Einsatzkräfte vor Ort jetzt auch Hilfe aus Kanada. Die Regierung von Quebec und ein Unternehmen aus British Columbia haben zwei Löschflugzeuge und einen Helikopter, die „an der Frontlinie“ bei den Feuern in Los Angeles im Einsatz seien. Das berichtete die kanadische Rundfunkgesellschaft CBC.

Die Unterstützung aus Kanada kommt ausgerechnet in der gleichen Woche, in der der designierte US-Präsident mehrfach angedeutet hatte, Kanada in die Vereinigten Staaten eingliedern zu wollen. So teilte Trump unter anderem auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social eine Karte, in welcher ganz Nordamerika ohne Grenzen als Vereinigte Staaten bezeichnet werden. Auch Trump-Berater Elon Musk war in die Debatte eingestiegen, hatte Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau als „Gouverneur von Kanada“ bezeichnet und ihn ein „Mädchen“ genannt.

Feuerhölle in Los Angeles: Bilder zeigen die heftigen Brände – Notstand verhängt

Flammen verschlingen Häuser im wohlhabenden Viertel Pacific Palisades in Los Angeles.
Flammen verschlingen Häuser im wohlhabenden Viertel Pacific Palisades in Los Angeles. © Ethan Swope/dpa
Palisades Fire, CA: Das Feuer brach am 7. Januar 2025 in der Stadt Pacific Palisades am Rande von Malibu aus.
Bei den Waldbränden rund um Los Angeles spitzt sich die Lage zu. Das größte Feuer brach am 7. Januar 2025 in der Stadt Pacific Palisades am Rande von Malibu aus.  © IMAGO/Amy Katz
Feuer-Inferno in Kalifornien: Der ungewöhnlich starke Santa-Ana-Wind mit über 100 km/h fachte die Flammen an.
Der ungewöhnlich starke Santa-Ana-Wind mit über 100 km/h fachte die Flammen an.  © IMAGO
Das Feuer in Pacific Palisades, Kalifornien brennt lichterloh. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen.
Das Feuer in Pacific Palisades, Kalifornien brennt lichterloh. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen.  © IMAGO/Jon Putman / SOPA Images
California Wildfires 2025: Pacific Palisades: In Panik ließen Menschen ihre Autos auf einer der wenigen Ausfallstraßen stehen und flohen zu Fuß aus dem Flammenmeer.
In Panik ließen Menschen ihre Autos auf einer der wenigen Ausfallstraßen stehen und flohen zu Fuß aus dem Flammenmeer.  © IMAGO/Jonathan Alcorn
Die zurückgelassenen Autos auf den Straßen behindern die Löscharbeiten der Feuerwehr.
Die zurückgelassenen Autos auf den Straßen behindern die Löscharbeiten der Feuerwehr.  © IMAGO/Jon Putman
Millionenschwere Villen an den Hängen von Santa-Monica gehen in Los Angeles in Flammen auf.
Millionenschwere Villen an den Hängen von Santa-Monica gehen in Los Angeles in Flammen auf.  © IMAGO/Jon Putman
Feuer-Inferno in Kalifornien: Einsatzkräfte versuchen ein brennendes Haus in Los Angeles zu löschen.
Feuer-Inferno in Kalifornien: Einsatzkräfte versuchen ein brennendes Haus in Los Angeles zu löschen.  © IMAGO/Jonathan Alcorn
Feuer-Inferno Kalifornien: Bewohner eines Seniorenzentrums wird evakuiert
Bewohner eines Seniorenzentrums wird evakuiert, als sich das Eaton-Feuer nähert.  © Ethan Swope/dpa
Einsatzkräfte der Feuerwehr kämpfen an mehreren Fronten. In Pasadena nördlich der Stadt Los Angeles gingen am Dienstagabend (Ortszeit) hunderte Hektar in Flammen auf.
Einsatzkräfte der Feuerwehr kämpfen an mehreren Fronten. In Pasadena nördlich der Stadt Los Angeles gingen am Dienstagabend (Ortszeit) hunderte Hektar in Flammen auf.  © IMAGO/Jon Putman
Feuer in Los Angeles: Rauch steigt vom Palisades Feuer auf
Feuer in Los Angeles (USA): Dunkle Rauchwolken steigen vom Palisades Feuer auf. © Saarang Panchavat/AP/dpai
Feuer-Inferno in Kalifornien: In Los Angeles sind tausende Menschen auf der Flucht. An drei Orten sind Waldbrände ausgebrochen, wie auf Google Maps zu sehen ist (Stand, 8. Januar MEZ).
Feuer-Inferno in Kalifornien: In Los Angeles sind tausende Menschen auf der Flucht. An drei Orten sind Waldbrände ausgebrochen, wie auf Google Maps zu sehen ist (Stand, 8. Januar MEZ). © Screenshot Google Maps
Waldbrände wüten in Kalifornien 2025
Feuer toben weiter in Kalifornien: Mehr als 52.000 Menschen müssen ihre Häuser in und um Los Angeles verlassen.  © IMAGO/Andrew Silk
Östlich von Los Angeles färbt das Buschfeuer den Himmel glutrot. Für Altadena, Pasadena und Sierra Madre gelten Evakuierungsbefehle.
Östlich von Los Angeles färbt das Buschfeuer den Himmel glutrot. Für Altadena, Pasadena und Sierra Madre gelten Evakuierungsbefehle.  © IMAGO/Ringo Chiu
Brände in Kalifornien
Auch die Hollywood Hills sind von den Flammen betroffen. © Ethan Swope/AP/dpa
Feuer in LA: Sunset Fire in Hollywood Hills bricht am Mittwoch
Am Mittwochabend (8. Januar, Ortszeit) bricht ein Feuer in den Hollywood Hills aus, wo auch das berühmte Zeichen steht.  © IMAGO/Mpi34 / MediaPunch
Satellitenbild zeigt das Eaton-Feuer am Mittwoch (8. Januar 2025), in Altadena (Los Angeles).
Flammen vernichten Kleinstadt: Dieses von Maxar Technologies bereitgestellte Satellitenbild zeigt das Eaton-Feuer am Mittwoch (8. Januar 2025), in Altadena (Los Angeles). © Maxar Technologies via AP/dpa

Wegen Los Angeles-Feuern: Trump greift demokratischen Gouverneur an

Erstmeldung vom 9. November: Los Angeles – Der künftige US-Präsident Donald Trump hat den demokratischen Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, für das Ausmaß der verheerenden Waldbrände in Los Angeles verantwortlich gemacht. „Jetzt wird der ultimative Preis dafür gezahlt. Ich werde verlangen, dass dieser inkompetente Gouverneur schönes, sauberes, frisches Wasser nach Kalifornien fließen lässt“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Er warf Newsom vor, dass ihm die Menschen in dem US-Bundesstaat egal seien. Bereits in der Vergangenheit hatte Trump immer wieder gegen Newsom ausgeteilt und dessen Politik als radikal bezeichnet.

Nach Trumps verbalen Angriff über Waldbrände in Los Angeles: Fachleute betonen andere Faktoren

Seit Jahren wird die Wasserpolitik in Kalifornien heftig diskutiert. Newsom sprach sich für Auflagen auf, um die Umwelt zu schützen und den Wassertransfer in bestimmten Regionen zu begrenzen. Damit wolle er bedrohte Arten schützen. Newsoms Kritiker sagen: Der Demokrat gefährde landwirtschaftliche Betriebe und den Brandschutz. Fachleute betonen, dass die Intensität von Waldbränden wie in Los Angeles vor allem von Faktoren wie durch den Klimawandel bedingte Dürre, starke Winde und das Waldmanagement abhängen.

Am Dienstag hatte sich ein kleines Feuer am Westrand von Los Angeles durch starke Winde schnell in ein Inferno verwandelt. Anwohner mussten fluchtartig ihre Häuser verlassen. Einige ließen ihre Autos stehen und flüchteten zu Fuß. Die Flammen haben bereits Dutzende Gebäude verschlungen. US-Medien berichten von fünf Todesfällen. Noch immer sind die Feuer außer Kontrolle.

Waldbrände in Los Angeles: Biden verspricht Hilfe und sagt Italien-Reise ab

US-Präsident Joe Biden hat 2000 Einsatzkräfte der Nationalgarde zur Bekämpfung der Waldbrände nach Los Angeles geschickt. Der Demokrat versprach jegliche Unterstützung – und zwar „so lange, wie es nötig ist.“ Dazu zählen auch 15 Lösch-Hubschrauber, berichtet das US-amerikanische Nachrichtenmagazin Newsweek.

Wegen der Waldbrände in Los Angeles hat der scheidende US-Präsident seine mehrtägige Italien-Reise abgesagt, „um sich in den kommenden Tagen auf die Leitung der gesamten Bundesmaßnahmen zu konzentrieren“, erklärte Karine Jean-Pierre, Sprecherin des Weißen Hauses.

Ursprünglich wollte Biden von Donnerstag bis Sonntag nach Italien reisen, wo unter anderem ein Treffen mit Regierungschefin Giorgia Meloni sowie eine separate Audienz bei Papst Franziskus geplant waren. Es wäre womöglich Bidens letzte Auslandsreise als US-Präsident gewesen. Am 20. Januar tritt sein Nachfolger Trump das Amt an. (Jan-Frederik Wendt)

Rubriklistenbild: © Ethan Swope/dpa

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