Moskau in Aufregung: Top-General enthüllt russische Truppenverluste
VonRobert Wagner
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Kaum etwas hält Russland so geheim wie seine Verlustzahlen im Ukraine-Krieg. Ein Elite-Kommandeur äußert sich dazu. Das Video wird sofort gelöscht.
Moskau – Offenbar sind im Ukraine-Krieg bisher mindestens 8.500 russische Fallschirmjäger verwundet worden. Diesen seltenen Einblick in die Kriegsbilanz Russlands hat der Kommandeur der russischen Luftlandetruppen (WDW), Michail Teplinski, gegeben, wie unabhängige russische und ukrainische Medien berichteten.
Top-General gibt seltenen Einblick in russische Verlustzahlen - Kreml interveniert
In einer Videobotschaft Anfang August machte Teplinski demnach Angaben, aus denen sich diese Zahl ableiten lässt. Er sprach von „5000 verwundeten Fallschirmjägern“, die in den vergangenen 17 Monaten nach ihrer Behandlung an die Front zurückgekehrt seien, und von „3500 unserer Verwundeten“, die sich geweigert hätten, „die Front überhaupt zu verlassen“.
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Das Video seiner Rede entstand anlässlich des „Tages der Luftlandetruppen“ und wurde vom Fernsehsender Swesda veröffentlicht. Der Sender wird vom russischen Verteidigungsministerium betrieben. Kurz darauf wurde das Video jedoch ohne Angabe von Gründen sowohl von der Internetseite als auch vom Telegram-Kanal des Senders gelöscht.
Die unabhängige investigative Nachrichtenagentur Agentstvo spekulierte laut der Moscow Times, dass das Material entfernt wurde, weil es „Informationen enthielt, die das Verteidigungsministerium nicht veröffentlicht haben wollte“.
Briten über russische Verluste: „Mindestens 230.000 bis 250.000 tote oder verletzte Russen“
Sowohl Kiew als auch Moskau halten sich über die Verlustzahlen der eigenen Truppen äußerst bedeckt – Moskaus offizielle Gesamtzahl von 5937 wurde seit September 2022 nicht mehr aktualisiert und war schon damals mit ziemlicher Sicherheit deutlich zu niedrig angesetzt. Aktuell ist die Ukraine mit ihrer Offensive gegen Russland zunehmend erfolgreich.
Im Juli behauptete der britische Verteidigungsminister Ben Wallace, seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine sei eine Viertelmillion russischer Soldaten getötet oder verletzt worden. Bei einer Veranstaltung in London sprach er laut der Kyiv Post über den schlechten Zustand, in dem sich der Kreml und die russischen Streitkräfte derzeit befinden würden. Das würde sich etwa an der gescheiterten Wagner-Meuterei und den zahlreichen Entlassungen, Tötungen und dem Verschwinden russischer Generäle in den letzten Wochen zeigen.
Die Uneinigkeit in der russischen Militärführung sei „sehr real“ und die Verlustraten „erschreckend“, sagte Wallace. „Es wäre nicht falsch, von mindestens 230.000 bis 250.000 toten oder verletzten Russen zu sprechen.“ Diese Zahl passt gut zu den Angaben des Generalstabs der Ukraine vom 5. August, nach denen mehr als 249.000 russische Kämpfer getötet oder verwundet worden sind. (Robert Wagner)