Ukrainische Wirtschaftsministerin zur Lage

Was die US-Zölle für den Ukraine-Krieg bedeuten: „Herausfordernden“ Lage

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Ukrainische Exporte in die USA werden mit einem Zoll von zehn Prozent belegt. Die Situation ist zwar nicht kritisch, aber Trumps Zölle haben dennoch Folgen für Kiew.

Kiew/Washington D.C. – US-Präsident Donald Trump hat seine Drohung wahrgemacht und neue Zölle gegen Handelspartner in der ganzen Welt verhängt. Betroffen ist auch die Ukraine. Für Kiew werden Strafzölle von zehn Prozent fällig. Aber was bedeuten die neuen US-Zölle für das seit drei Jahren im Krieg gegen Russland kämpfende Land?

Ukrainische Wirtschaftsministerin zu Trumps Zöllen: „Herausfordernd, aber nicht kritisch“

„Sie sind herausfordernd, aber nicht kritisch. Für uns gilt ein allgemeiner Zollsatz von zehn Prozent. Anders als für Moldawien mit 31 Prozent Zoll oder die EU mit 20 Prozent Zoll wird es für die Ukraine keinen gesonderten höheren Zollsatz geben“, schrieb Julija Swyrydenko, erste stellvertretende Premierministerin und Wirtschaftsministerin der Ukraine, auf Facebook.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Einen besseren US-Präsidenten als Donald Trump kann sich Kremlchef Wladimir Putin gar nicht wünschen: So könnte dieses Wandbild in der litauischen Hauptstadt Vilnius interpretiert werden. Bemerkenswert: Es ist eine Aufnahme aus dem Mai 2016, als Trump nicht gar nicht im Amt war. Offenbar schwante den Menschen in Litauen schon damals Böses. © Petras Malukas/AFP
Trump telefoniert mit Putin
Trump hat seit Jahren einen guten Draht zu Putin. Am 28. Januar 2017 telefonierte er im Oval Office des Weißen Hauses zum ersten Mal mit dem russischen Präsidenten. © Mandel Ngan/AFP
Wachsfiguren von Trump und Putin
Schon damals standen sie sich auch in Wachsfigurenkabinetten nahe, so auch in Sofia (Bulgarien). © Valentina Petrova/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
Das erste persönliche und extrem heikle Treffen mit Putin wickelte Trump beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 unfallfrei ab. Im Kreml wie im Weißen Haus herrschten anschließend Optimismus und Zufriedenheit.  © Evan Vucci/dpa
G20 Summit - Demonstration
Aktivisten von Oxfam standen dem G20-Gipfel kritisch gegenüber. Mit ihrer Aktion wollten sie auf den Abzweig zwischen mehr sozialer Ungleichheit und weniger Armut hinzuweisen. Sie trugen Masken von Theresa May, Donald Trump, Shinzō Abe, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Justin Trudeau, Wladimir Putin, und Jacob Zuma. © Michael Kappeler/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
„Der Fernseh-Trump unterscheidet sich sehr vom realen Menschen,“ sagte Putin nach dem G20-Gipfel in Hamburg vor der Presse über seinen US-Kollegen Donald Trump. © Steffen Kugler/dpa
Apec-Gipfel in Vietnam
Ein zweites Mal trafen sich Trump und Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im vietnamesischen Da Nang. © dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam
Beide Präsidenten stimmten damals überein, dass das Verhältnis ihrer Länder nicht gut sei. Putin sah weiter eine tiefe Krise. Russland sei aber bereit, „eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärtszugehen, in die Zukunft zu schauen“. © Mikhail Klimentyev
Trump Putin Da Nang
„Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Sein persönliches Verhältnis zu Putin sei gleichwohl in sehr gutem Zustand, obwohl man sich nicht gut kenne. © Jorge Silva/AFP
Helsinki-Gipfel
Im Juli 2018 kamen Trump und Putin in Helsinki zu ihrem ersten offiziellen Gipfel zusammen.  © Heikki Saukkomaa/dpa
USA Ausstieg aus INF-Abrüstungsvertrag
Sie begrüßten sich mit einem kurzen, doch kräftigen Händedruck. „Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele“, sagte Putin. Trump betonte: „Die Welt möchte, dass wir miteinander auskommen.“ © Alexander Zemlianichenko/dpa
Helsinki
Während des Gipfeltreffens gingen in Helsinki mehrere Hundert Menschen aus Protest auf die Straßen. Dabei machten sie auf eine Reihe von Missständen aufmerksam.  © Joonas SaloIlta-Sanomat/Imago
Melania Trump
Auch First Lady Melania Trump war in Helsinki mit von der Partie. © Alexei Nikolsky/AFP
Trump und Putin
Trump äußerte sich hinterher zufrieden über sein Treffen mit Putin: „Der Dialog ist sehr gut verlaufen“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin. „Ein produktiver Dialog ist nicht nur gut für die Vereinigten Staaten und Russland, sondern für die Welt.“ © Brendan Smialowski/AFP
Proteste gegen Treffen von Trump und Putin
Derweil protestierten die Menschen auch im fernen Washington, D.C., gegen das Treffen. Unter anderem hielt eine Frau vor dem Weißen Haus ein Schild in die Höhe, auf dem die beiden Präsidenten karikiert waren.  © Andrew Harnik/dpa
100. Jahrestag Waffenstillstand Erster Weltkrieg
Im November 2018 nahmen Trump und Putin an einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris teil. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lud damals zum Spitzentreffen ein. © Ludovic Marin/AFP
Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918
Auch vor Ort waren First Lady Melania Trump (links), die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten. © Francois Mori/dpa
Beginn des G20-Gipfels
Kurz danach trafen Trump und Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires erneut aufeinander. © Ralf Hirschberger/dpa
G20-Gipfel in Argentinien
Die Gespräche wurden von der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine um einen Seezwischenfall vor der Krim überschattet. Deshalb sagte Trump ein direktes Treffen mit Putin am Rande des Gipfels kurzfristig ab.  © dpa
Japan, Osaka
Im Juni 2019 trafen Trump und Putin beim G20-Treffen im japanischen Osaka zusammen. © Imago
Osaka 2019
Trump wurde dabei von einem Reporter angesprochen, ob er Putin bei ihrem gemeinsamen Treffen auch sagen werde, dass sich der Kremlchef nicht in die US-Wahlen einzumischen habe. Trump beugte sich zu Putin und sagte: „Mische Dich nicht in unsere Wahlen ein“ – ein Lächeln glitt dabei über Trumps Gesicht. Die Aktion war allerdings nicht ganz ernst gemeint. © Brendan Smialowski/AFP
Osaka 2019
Trump nannte das Verhältnis zu Putin „sehr, sehr gut“.  © Brendan Smialowski/AFP
Trump Putin
Am Ende seiner ersten Amtszeit musste sich Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen im Senat verantworten. Hintergrund war die sogenannte Ukraine-Affäre. Viele Menschen in den USA sahen Trump als Verräter – und Putin als Feind. © Olivier Douliery/AFP
Ukrainekrieg - Anti-Kriegsprotest in New York
Im Januar 2025 kam Trump zum zweiten Mal an die Macht. Im Ukraine-Krieg stellte er sich auf die Seite von Putin. Das rief Proteste hervor. Auch am Times Square in New York galt: Trump ist ein Verräter. © Adam Gray/dpa
Trump Putin
Trump sucht dennoch weiter die Nähe zu Putin. Nach offiziellen Angaben haben beide im Februar 2025 ein erstes Mal miteinander telefoniert, seit der US-Präsident wieder im Amt ist. Vor dem zweiten Gespräch am 18. März verkündete Trump: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Präsident Putin.“ Auch danach telefonierte er noch mehrmals mit seinem russischen Amtskollegen. © Alexander Nemenow/AFP
Trump und Putin
Am 15. Augsut 2025 kam es zum Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska. Es handelte sich um das erste persönliche Treffen der beiden Staatschefs seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen fand in der Stadt Anchorage statt. Am Ende gab es von beiden Staatschefs nichts Konkretes. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Die ukrainischen Exporte in die USA lagen laut der Wirtschaftsministerin 2024 bei 874 Millionen US-Dollar, davon 363 Millionen US-Dollar Roheisen und weitere 112 Millionen US-Dollar Rohre. Gleichzeitig importierte die Ukraine Waren im Wert von 3,4 Milliarden US-Dollar aus den USA. Swyrydenko betonte zudem auch, dass die ukrainischen Zölle auf amerikanische Waren „ziemlich niedrig“ seien – lediglich zehn Prozent auf Autos. Auf Kohle und Öl gebe es sogar gar keine Zölle, berichtet die Kyiv Post.

„Das gibt uns die Chance, andere Bedingungen auszuhandeln – die US-Erklärung erwähnt diese Möglichkeit ausdrücklich. Sollte sich nichts ändern, würden die universellen amerikanischen Zölle vor allem kleine Produzenten treffen. Deshalb arbeiten wir bereits daran, bessere Bedingungen für die Ukraine zu erreichen“, so Swyrydenko weiter.

Warum Putin auf Trumps Zollliste fehlt: US-Sanktionen schließen bereits „jeden bedeutenden Handel“ aus

Russland dagegen fehlt auf Trumps langer Zollliste. Moskau unter Kreml-Chef Wladimir Putin sei nicht berücksichtigt worden, weil US-Sanktionen bereits „jeden bedeutenden Handel ausschließen“, sagte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt. Tatsächlich importieren die USA aber immer noch mehr Waren aus Russland als aus der Ukraine. Bei den Gesprächen Russlands und der USA über eine mögliche Waffenruhe in der Ukraine hat der Kreml zuletzt eine Lockerung der Sanktionen gefordert. 

Manche Länder treffen die Zölle noch einmal härter als andere.

Welche Folgen die Zölle konkret für den Ukraine-Krieg haben, ist nicht noch absehbar. Aber Trumps ausgerufener Zollkrieg auch gegen die EU und Deutschland könnte die europäische Wirtschaft schwächen. Und wenn die wirtschaftliche Belastung in der EU steigt, könnte es schwieriger werden, mittel- und langfristige Finanzhilfen für die Ukraine zu sichern. Ein Anstieg der Lebenshaltungskosten oder Wirtschaftsprobleme in der EU könnten außerdem die politische Unterstützung für eine langfristige Ukraine-Hilfe untergraben, weil die Zustimmung aus der Bevölkerung schwindet. 

Habeck vergleicht US-Zollpaket mit Ukraine-Krieg: „Drohende Gasmangellage“

Die Auswirkungen der von Trump angekündigten Zölle stufte der amtierende Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck als gewaltig ein. Außerdem zog er Parallelen zwischen dem Angriff Russlands auf die Ukraine und dem neuen US-Zollpaket. Die Entscheidung von Trump sei durchaus vergleichbar „mit dem Beginn der Amtszeit, nämlich mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine und der drohenden Gasmangellage“, sagte der Grünen-Politiker in Berlin. Es handele sich um die disruptivsten Zollerhöhungen seit 90 Jahren.

Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), geschäftsführender Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, zeigt bei einer Pressekonferenz nach der Verkündung des neuen Zollpakets durch den US-Präsidenten einen Papierstapel mit Gegenmaßnahmen.

Die Darstellung von Trump, wonach die Vereinigten Staaten in ihren Handelsbeziehungen übervorteilt werden, sei falsch, betonte Habeck. „Die Globalisierung bedeutet, dass wir arbeitsteilig auf der Welt vorgehen und so insgesamt gewinnen. Und einer der größten Globalisierungsgewinner ist die USA.“ Die USA hätten in den vergangenen Jahre deutlich höhere Wachstumsraten gehabt als Europa. „Dass sie das in ihrem Land nicht gerecht verteilen, ist ihr innenpolitisches Problem, aber es ist einfach falsch.“ 

Habeck befürwortete, dass die EU-Kommission nun zunächst mit den USA verhandeln will. Wichtig sei aber ein entschlossenes Auftreten. „Diesen Tag der Willkür sollten wir mit einem Tag der Entschlossenheit, der europäischen Entschlossenheit beantworten.“

Trump verhängt an „Liberation Day“-Zölle gegen Handelspartner weltweit: So könnte die EU reagieren

Hintergrund: Trump hatte den Mittwoch (2. April) zum „Befreiungstag“ erklärt und weitreichende sogenannte reziproke Zölle erlassen, die US-Gegner wie Verbündete treffen. Für die EU gelten zusätzliche Zölle in Höhe von 20 Prozent für Einfuhren aus der EU. Zugleich arbeiten die EU-Kommission und die 27 Mitgliedsländer an Gegenmaßnahmen, die nach und nach in Kraft treten sollen. Rechtlich hat die EU weitgehende Möglichkeiten, von denen nicht alle sofort zum Einsatz kommen dürften. (bg/dpa)

Rubriklistenbild: © Mark Schiefelbein/AP/dpa

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