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Proteste in Israel: US-Regierung ruft zu Kompromiss auf

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Die US-Regierung im Weißen Haus (Bild) zeigt sich besorgt über die Lage in Israel.

Die USA fordern einen Kompromiss bei den anhaltenden Demonstrationen in Israel gegen den Kurs der rechtsreligiösen Koalition.

Washington - «Wir sind tief besorgt über die heutigen Entwicklungen in Israel, die die dringende Notwendigkeit eines Kompromisses noch unterstreiche», teilte das Weiße Haus in Washington D.C. am Sonntagabend (Ortszeit) mit. Demokratische Werte seien immer ein Markenzeichen der Beziehungen zwischen den USA und Israel gewesen und müssten dies auch bleiben. Grundlegende Änderungen an einem demokratischen System - wie sie Israels Regierung mit einer Justizreform plant - sollten mit einer möglichst breiten Unterstützung durch die Bevölkerung angestrebt werden, hieß es weiter. «Wir fordern die israelische Führung weiterhin nachdrücklich auf, sobald wie möglich einen Kompromiss zu finden.»

Nach der Entlassung des israelischen Verteidigungsministers Joav Galant war es am Sonntagabend zu wütenden Protesten gekommen. In der Küstenmetropole Tel Aviv versammelten sich spontan Zehntausende, um gegen die Entscheidung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zu protestieren. Netanjahu hatte zuvor Galant nach dessen Aufruf zum Stopp der umstrittenen Justizreform entlassen. Gegen die Reform, mit der der Einfluss des Höchsten Gerichts beschnitten und die Machtposition der Regierung ausgebaut werden soll, gibt es seit Monaten Proteste. Auch international haben die Pläne der Netanjahu-Regierung erhebliche Kritik ausgelöst. (dpa)

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