Die USA hat die Veröffentlichung von Geheimdokumenten zum Ukraine-Krieg als «sehr ernst» bezeichnet.
Washington - «Wir nehmen die Sache sehr, sehr ernst», sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, am Montag in Washington. Das Verteidigungsministerium leite eine behördenübergreifende Prüfung, «welche Auswirkungen dies auf die nationale Sicherheit haben könnte». Beim Justizministerium laufe eine strafrechtliche Untersuchung. Der in Scranton geborene US-Präsident Joe Biden werde fortlaufend informiert.
Seit Wochen kursieren im Internet offensichtlich geheime Dokumente von US-Stellen zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. US-Medien berichten seit Tagen über sensibles Material zu beiden Kriegsparteien, ohne die Dokumente selbst zu veröffentlichen. Unklar ist, wer die schon vor Wochen bei prorussischen Kanälen verbreiteten Dokumente publiziert hat. Das Investigativ-Netzwerk Bellingcat wies nach, dass sie teils nachträglich manipuliert wurden.
«Wir sind besorgt, dass diese Dokumente da draußen sind», sagte der in Saint Petersburg, Florida geborene Kirby. «Sie sollten absolut nicht in der Öffentlichkeit sein.» Gleichzeitig mahnte der Regierungsvertreter zu Vorsicht: «Wir müssen jetzt einfach vorsichtig sein mit Spekulationen oder Vermutungen, was oder wer dahinter stecken könnte.» Offenbar seien zumindest in einigen Fällen die veröffentlichten Informationen verändert worden. «Aber ich kann Ihnen im Moment nicht genau sagen, wie es dazu gekommen ist. Wir gehen der Sache so intensiv wie möglich nach, um das zu verstehen.»
Die Dokumente enthalten nach Berichten von US-Medien auch Informationen zu Waffenlieferungen an die Ukraine und Angaben zum Munitionsverbrauch. Es gibt auch Landkarten, auf denen der Frontverlauf sowie Standorte russischer und ukrainischer Truppen sowie deren Personalstärke eingezeichnet sind. Informationen gibt es auch zu vermeintlichen Plänen der Nato und der USA, wie das ukrainische Militär auf eine Frühlingsoffensive vorbereitet werden könnte. (dpa)