- VonLisa Mahnkeschließen
Die SPD fällt in den Umfragen, trotz Klarheit in der Kanzlerkandidatur. Scholz liegt auch im direkten Vergleich hinter Merz (Union) und Habeck (Grüne).
Berlin – Die SPD hat endlich Klarheit in der K-Frage bekommen – und ist danach in den Umfragen direkt um ganze zwei Prozentpunkte abgestürzt. Mit 14 Prozent liegen Sozialdemokraten in der aktuellen Insa-Umfrage für die Bild am Sonntag auf dem dritten Platz, nach der Union mit 32 Prozent und der AfD mit 19 Prozent.
Die Grünen konnten einen Prozentpunkt gewinnen und liegen laut Umfrage aktuell bei 11 Prozent. Auch die FDP gewann einen Prozentpunkt dazu und erreichte die fünf Prozent, mit denen sich die Partei den Einzug in den Bundestag sichern könnte. Das BSW hingegen verlor einen Prozentpunkt und landete bei sieben Prozent. Die Linke hielt ihre vier Prozent von der letzten Insa-Umfrage.
| Partei | Prozent (Änderung in Prozentpunkten) |
|---|---|
| Union | 32 Prozent (+/- 0 Prozentpunkte) |
| AfD | 19 Prozent (+/- 0) |
| SPD | 14 Prozent (-2) |
| Grüne | 11 Prozent (+1) |
| BSW | 7 Prozent (-1) |
| FDP | 5 Prozent (+1) |
| Die Linke | 4 Prozent (+/- 0) |
| Sonstige | 8 Prozent (+1) |
Kanzlerkandidat Scholz im Vergleich zu Merz und Habeck ganz hinten – Pistorius hätte bessere Chancen gehabt
Ebenfalls schmerzlich für den Kanzler: Im direkten Vergleich zu den Kanzlerkandidaten Friedrich Merz (Union) und Robert Habeck (Grüne) kann der SPD-Kandidat und aktuelle Bundeskanzler Olaf Scholz nicht überzeugen. Könnten die Umfrageteilnehmer ihren Kanzler diesen Sonntag direkt wählen, würde Scholz lediglich auf 15 Prozent kommen. Merz würde mit 31 Prozent klar gewinnen, während auch Habeck sich mit 18 Prozent vor dem amtierenden Kanzler behaupten kann.
Zusätzliches Salz in der Wunde streute auch der Vergleichstest mit einem hypothetischen Kanzlerkandidaten Boris Pistorius, der in der Umfrage gegen Merz und Habeck angetreten ist. Pistorius hätte dann mit ganzen 33 Prozent der Stimmen das Rennen klar gewonnen, mit Merz (24 Prozent) und Habeck (14 Prozent) weit dahinter. Damit ist Pistorius in den Umfragen nach wie vor beliebter als der Bundeskanzler.
SPD-Parteichefin versucht Entscheidung in K-Frage Motivation aufzubauen – und stößt gegen eine Wand
Dass die Chancen so schlecht stehen, dämpft wohl auch den Wahlkampf-Optimismus in der SPD. Laut Bericht der Süddeutschen Zeitung habe es für Scholz keinen Applaus gegeben, als bei einer Videokonferenz mit etwa 200 Abgeordneten und der Parteispitze seine Kandidatur bekanntgegeben wurde.
„Nein, wir haben kein wirklich gutes Bild abgegeben bei der Nominierung unseres Kanzlerkandidaten“, gab die SPD-Bundesvorsitzende Saskia Esken zu. Dafür erntete sie bei dem Juso-Bundeskongress fetten Applaus. Dann schwenkte sie allerdings wieder in einen optimistischen Ton über: Man gehe aus der Debatte „auch gestärkt hervor, weil wir eben große Einigkeit jetzt erzielt haben“. Am Montag muss der aktuelle Bundeskanzler noch formell als Kandidat nominiert werden. Dass sich an der Entscheidung noch etwas ändert, ist allerdings unwahrscheinlich. (lismah)
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