Rededuell in SWR-Sendung

CDU-Landeschef attackiert Cem Özdemir wegen Migrationspolitik

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Die Bundestagswahl ist entschieden und in Baden-Württemberg steht im kommenden Jahr die nächste Wahl an. In einem Rededuell sind erstmals die beiden mutmaßlichen Hauptkontrahenten aufeinandergetroffen.

Stuttgart - Bei der Bundestagswahl hat sich die CDU sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene als stärkste Kraft durchgesetzt, während die Grünen, abgeschlagen nach der AfD und der SPD, auf dem vierten Platz landeten. Das wirkt sich mutmaßlich auch auf die für das kommende Jahr angesetzte Landtagswahl in Baden-Württemberg aus, bei der nach 15 Jahren ein Nachfolger von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) gewählt werden wird.

Die 25 größten Städte Baden-Württembergs – kommen Sie auf alle?

(v.l.) Stadtpanorama der Städte Ulm, Karlsruhe und Heidelberg.
Ulm, Karlsruhe und Heidelberg gehören zu den 25 größten Städten Baden-Württembergs. Wir haben diese Top 25 in einer Fotostory zusammengefasst und berufen uns dabei auf den Zensus 2022, Stand 31.12.2023, vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg. © IMAGO/Panthermedia
Stuttgart Panorama
Platz 1: Stuttgart. Die größte Stadt Baden-Württembergs ist Heimat von Mercedes-Benz, Porsche und Bosch. Mit 633.484 Einwohnern liegt die Landeshauptstadt deutlich an der Spitze und hat eine höhere Einwohnerzahl als der zweite und dritte Platz zusammen. Wissen Sie, welche Städte das sind? © IMAGO/Arnulf Hettrich
Wasserturm Mannheim
Platz 2: Mannheim. Die Universitätsstadt mit gitterförmigem Straßennetz gilt als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Metropolregion Rhein-Neckar. Mit 316.877 Einwohnern ist „Monnem“ die zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs. Die Adler Mannheim, die Rhein-Neckar Löwen und der SV Waldhof Mannheim haben hier ihr Zuhause. © IMAGO/Juergen Augst
Karlsruhe Schlosspark Panorama
Platz 3: Karlsruhe. Die „Fächerstadt“, erbaut nach absolutistischem Vorbild, landet mit 309.964 Einwohnern auf Platz 3 im BaWü-Ranking. Wussten Sie, dass hier die erste E-Mail der Welt empfangen wurde? Einheimische nennen die Stadt auch gern das „Silicon Valley Deutschlands“. © IMAGO/alizadastudios
Panorama Freiburg Altstadt
Platz 4: Freiburg im Breisgau. Die Stadt in der trinationalen Region Oberrhein ist Heimat von 237.244 Menschen. Aufgrund der starken Klimaschutzbewegung bezeichnet sich die Schwarzwaldmetropole gern als „Green City“. © IMAGO/Arne Amberg
Heidelberg Altstadt Panorama
Platz 5: Heidelberg. 162.960 Einwohner hat die malerische Stadt aus der Kurpfalz. Mit der ältesten Universität Deutschlands zieht sie Wissenschaftler und Besucher aus der ganzen Welt an. © IMAGO/Thomas Jäger
Altes Rathaus Heilbronn
Platz 6: Heilbronn. Die Käthchenstadt im baden-württembergischen Norden ist Heimat von 130.093 Einwohnern. © IMAGO/Schoening
Panorama Ulmer Altstadt
Platz 7: Ulm. Die Stadt an der Donau ist weit vorne dabei in Baden-Württemberg. Hier leben 128.246 Einwohner – darunter der beste Pizzabäcker des Jahres 2025 in Europa. © IMAGO/imageBROKER/Markus Keller
Panorama Pforzheim
Platz 8: Pforzheim. Die „Goldstadt“ ist mit 128.992 Einwohnern die größte Stadt im Nordschwarzwald. In Nachbarstädten ist sie vor allem wegen ihrer – das darf man wohl so sagen – sehr nervigen Autobahnbaustelle bekannt. © IMAGO/Manuel Kamuf
Reutlingen
Platz 9: Reutlingen. Mit 118.528 Einwohnern ist die Stadt aus dem Regionalverband Neckaralb die kleinste Großstadt Baden-Württembergs. © IMAGO/Volker Preusser
esslingen neckar
Platz 10: Esslingen am Neckar. Mit 95.881 Einwohnern ist der Nachbar von Stuttgart die größte Mittelstadt Baden-Württembergs. © IMAGO/Michael Naegele
Stadtkirche Ludwigsburg
Platz 11: Ludwigsburg. Die Nachbarstadt Stuttgarts, geziert von ihrer Stadtkirche, fasst 94.859 Einwohner. Sie ist der erste Ort außerhalb der Top Ten und Heimat der größten Kürbisausstellung der Welt. © IMAGO/firn
Tübingen Neckar
Platz 12: Tübingen. Die malerische Universitätsstadt beheimatet 72.918 Einwohner. Seit dem 18. Jahrhundert verlegt der Cotta-Verlag hier deutsche Klassiker wie Goethe, Schiller und Herder. © IMAGO/Kai Koehler
Stadttor Villingen-Schwenningen
Platz 13: Villingen-Schwenningen. 89.145 Einwohner hat die Stadt im Schwarzwald-Baar-Kreis. Gleich zwei der zehn langsamsten Finanzämter Baden-Württembergs (2024) befinden sich hier. © IMAGO/Markus Keller
Konstanz Ufer
Platz 14: Konstanz. Die größte Stadt am Bodensee beherbergt 85.770 Einwohner und ist für viele Besucher der Ausgangspunkt ihrer Bodensee-Reise. © IMAGO/Markus Keller
Marktplatz Aalen
Platz 15: Aalen. Die größte Stadt im Ostalbkreis ist Heimat von 69.174 Einwohnern – hier ein weihnachtlicher Blick auf den Marktplatz mit dem Kaiser-Joseph-Brunnen und dem Theater. © IMAGO/Gerald Abele
Altstadt Sindelfingen
Platz 16: Sindelfingen. Die Stadt mit 65.504 Einwohnern zählt zum Landkreis Böblingen, ist aber größer als Böblingen selbst. Mit rund 21.500 Mitarbeitern ist es das größte Mercedes-Benz-Werk der Welt. © IMAGO/Manuel Kamuf
Ufer Kirche Friedrichshafen
Platz 17: Friedrichshafen. Die zweitgrößte Stadt am Bodensee zählt 63.441 Einwohner. Sie bildet eine der Grenzen zwischen den ehemaligen Ländern Baden und Württemberg. Zwischen der Bundesstraße 31 und der Uferzone befinden sich Relikte des „Grenzhofs“. © IMAGO/Markus Hötzel
Sonnenuntergang schwäbisch gmünd
Platz 18: Schwäbisch Gmünd. Die größte Stadt im Remstal liegt in einer Talweitung zwischen dem Welzheimer Wald und der Schwäbischen Alb. 62.726 Einwohner leben hier.  © IMAGO/Andreas Friedrichs
Hauptstraße Offenburg
Platz 19: Offenburg. Die historische Stadt, die seit dem 19. Jahrhundert an das Land Baden angegliedert wurde, liegt unweit der französischen Grenze. Besucher des Europa-Parks im benachbarten Rust kennen den Ort wohl anhand eines seiner Ortsschilder. 62.195 Menschen haben hier eine Heimat gefunden. © IMAGO/Schoening
Stadtkirche Göppignen
Platz 20: Göppingen. In der Stadt am Rande der Schwäbischen Alb wohnen 59.300 Menschen. Einst beheimatete das Örtchen die Stammburg der Staufer. Auf dem Foto ist die Stadtkirche Göppingen zu sehen. © IMAGO/Gerald Abele
Kurhaus Baden-Baden
Platz 21: Baden-Baden. Die Kurstadt im badischen Teil des „Ländles“ ist mit ihren Thermen, der Opernhalle und dem Casino eines der beliebtesten Ziele der kulturellen Elite. Für den Nato-Gipfel 2009 fanden im Kurhaus (rechts auf dem Foto) unter anderem Angela Merkel, Barack Obama und Nicolas Sarkozy zusammen. Die „kleine Weltstadt“ beheimatet 57.420 Einwohner. © IMAGO/Dudlajzov
altes rathaus waiblingen
Platz 22: Waiblingen. Eine bunte Innenstadt rund um das alte Rathaus hat die bevölkerungsreichste Stadt im Rems-Murr-Kreis zu bieten. 55.917 Württemberger nennen die Große Kreisstadt ihr Zuhause. © IMAGO/Gerald Abele
Panorama Böblingen
Platz 23: Böblingen. Die Kreisstadt in der ehemaligen Amerikanischen Besatzungszone ist mit 52.093 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im eigenen Landkreis. Wissen Sie noch, wer die Nummer 1 im Landkreis war? © IMAGO/Manuel Kamuf
Panorama Rastatt
Platz 24: Rastatt. Die barocke Residenzstadt ist nach Baden-Baden die zweitgrößte Ortschaft am Mittleren Oberrhein. 51.800 Menschen leben hier. Welche Stadt ist die kleinste in unserem Ranking? Haben Sie eine Idee? © IMAGO/Tim Carmele
Marienplatz Ravensburg
Platz 25: Ravensburg. Die Stadt im Regionalverband Bodensee-Oberschwaben ist mit 51.788 Einwohnern das Schlusslicht unseres Rankings. Der Spielehersteller Ravensburger verleiht dem „schwäbischen Nürnberg“ seine Bekanntheit. © IMAGO/Volker Preusser

In der SWR-Sendung „Zur Sache! Extra - Bundestagswahl voraus, Landtagswahl voran“ trafen die wahrscheinlichen Kandidaten von CDU und Grüne aufeinander. Noch-Bundesminister Cem Özdemir (Grüne) hatte seine Kandidatur bereits am 25. Oktober auf X (ehemals Twitter) verkündet. Die Kandidatur von CDU-Landeschef Manuel Hagel gilt als sehr wahrscheinlich. In dem Format ging es bei einem ersten Rededuell zwischen den beiden unter anderem um die Migrationspolitik.

Hagel wirft Özdemir in SWR-Sendung vor, bei Migration nicht glaubwürdig zu sein

In der Sendung waren neben Cem Özdemir, der aus Berlin zugeschaltet war, und Manuel Hagel auch die Landesparteichefs Hans-Ulrich Rülke (FDP), Andreas Stoch (SPD) und Markus Frohnmaier (AfD) vertreten. Besonders spannend war aber das Aufeinandertreffen von Özdemir und Hagel, da die Grünen und CDU in Baden-Württemberg aktuell gemeinsam die Regierung bilden. Dass er als Grünen-Kandidat nach der Bundestagswahl im Nachteil sei, bestritt Özdemir und verwies auf Kretschmann, der sich im Jahr 2011 auch entgegen dem Wahltrend durchsetzen konnte.

In einer SWR-Sendung trafen die voraussichtlichen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 aufeinander.

Eine direkte Konfrontation der beiden wahrscheinlichen Ministerpräsidenten-Kandidaten gab es im Laufe der Sendung in Bezug auf die Migrationspolitik. Hagel warf Özdemir vor, in Bezug auf die Migration nicht glaubwürdig zu sein. „Wir in Baden-Württemberg haben einen Bundesratsantrag gestellt, wir haben Initiativen gegenüber der Bundesregierung gestellt“, so Hagel. „Die dann vom Bundeskabinett und auch von der Grünen-Bundestagsfraktion, denen der Bundeslandwirtschaftsminister angehört, weg planiert worden sind.“ Deshalb gebe es eine deutliche Diskrepanz zwischen dem, was in Stuttgart und dem, was in Berlin getan wurde.

Cem Özdemir: Müssen aufpassen, dass nicht „Putin-Freunde durch die Decke schießen“

Da sich diese Szene am Ende der Sendung abspielte, antwortete Cem Özdemir nicht direkt auf die Aussagen von Manuel Hagel. Allerdings hatte der Grünen-Politiker bereits zuvor verneint, dass die Migrationspolitik eine Spaltung in der Partei hervorgebracht hätte. „In Baden-Württemberg haben wir unter der Führung von Winfried Kretschmann zusammen mit Nordrhein-Westfalen, zusammen mit Schleswig-Holstein sehr kluge Vorschläge gemacht, wie man es steuern kann, dass irreguläre Migration heruntergeht, gleichzeitig aber der Bedarf, den wir brauchen, bleibt“, so Özdemir.

Cem Özdemir (Grüne, links) und Manuel Hagel (CDU, rechts) werden sich 2026 im Wahlkampf gegenüberstehen.

Auch in Bezug auf die AfD, die bei der Bundestagswahl in Baden-Württemberg zur zweitstärksten Partei gewählt wurde – in manchen Gemeinden sogar zur stärksten, vertraten die beiden Kontrahenten unterschiedliche Positionen. Özdemir erklärte, dass die AfD der eigentliche Wahlsieger sei und man jetzt aufpassen müsse, dass nicht „Putin-Freunde durch die Decke schießen“. Hagel nahm dagegen die AfD-Wähler in Schutz und erklärte, die CDU wolle diesen eine Brücke „zurück in die gesellschaftliche Mitte“ bauen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/dts Nachrichtenagentur & Marijan Murat/dpa

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