Wohl Anschlag auf Eisenbahn geplant

Wegen „Sabotage“: FSB nimmt in Russland Deutschen fest

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In Russland ist ein Deutscher festgenommen worden. Er soll einen Anschlag auf eine Eisenbahnstrecke vorbereitet haben. Der Geheimdienst FSB führt die Ermittlungen.

Moskau – Ein deutscher Staatsbürger ist in Nischni Nowgorod festgenommen worden. Das berichtet unter anderem die russische Nachrichtenagentur Interfax. Über die Festnahme informierte demnach das FSB Public Relations Center (PRC) am Dienstag. Dem Mann, der Anhänger einer radikalen Gruppe sein soll, wird vorgeworfen, einen „Sabotage“-Akt auf eine Eisenbahnstrecke geplant zu haben. „Dem Geständnis des Festgenommenen nach hat er im November 2024 für eine von seinem Kurator versprochene finanzielle Belohnung einen Anschlag auf ein Gleisbett der Eisenbahn in Nischni Nowgorod mithilfe eines selbstgebauten Sprengsatzes vorbereitet“, heißt es in einer Erklärung der Behörden.

Die Geheimdienstzentrale Lubjanka ist immer noch gefürchtet bei vielen Russen (Archivbild)

Festnahme in Russland: Russe mit deutscher Staatsangehörigkeit soll Anschlag geplant haben

Die staatliche Nachrichtenagentur Tass veröffentlichte zudem ein Video der Festnahme. Bei dem Mann soll es sich demnach um einen Russen handeln, der ebenfalls die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Der Vorwurf der Behörden: Der Mann soll im Auftrag der Ukraine und gegen eine Belohnung Vorbereitungen getroffen haben, Anschläge auf russische Eisenbahnlinien zu verüben. Wie es weiter heißt, soll der 2003 geborene Mann an seinem Wohnort in Nischni Nowgorod, einer Stadt östlich von Moskau, festgenommen worden sein.

Wie die Ermittler berichten, wurden am Wohnort ein gebrauchsfertiger Sprengsatz sowie Korrespondenz mit einem Vertreter der ukrainischen Sonderdienste gefunden. Offenbar ging der Tatverdächtige den Ermittlern durch einen Zufall ins Netz: Die Zentrale Wahlkommission teilte demnach mit, dass der Mann zusammen mit weiteren Mitgliedern einer neonazistischen Gruppe festgenommen. Gegen den Verdächtigen wurde nun ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Sabotage eröffnet.

Vorfälle im Ukraine-Krieg häufen sich: Geheimdienste werben Bürger für Sabotage an

Seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs kommt es immer wieder zu ähnlichen Vorfällen. Schon länger gibt es den russischen Verdacht, dass Geheimdienste der Ukraine gezielt junge Bürger in Russland für Sabotageakte anwerben soll. In jüngerer Zeit haben russische Geheimdienste vermehrt Ausländer unter dem Vorwurf angeblich geplanter Anschläge in Russland festgenommen. Auch die russischen Behörden setzen auf ein ähnliches Vorgehen und werben Ukrainer mit der Aussicht auf eine Belohnung für geheimdienstliche Aufgaben an. So wurde unter anderem im Sommer ein russisches Agentennetzwerk in der Ukraine ausgehoben. (fbu)

Rubriklistenbild: © Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua/dpa

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