Krankenhaus in Dschenin teilt mit

Westjordanland: Palästinenser bei israelischen Militäreinsatz getötet

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Nach israelischen Angaben wurden im Westjordanland zwölf Palästinenser gefasst.

Ein Palästinenser wurde am Mittwoch bei einem israelischen Militäreinsatz durch Schüsse am Kopf getötet.

Ramallah/Tel Aviv - Bei einem israelischen Militäreinsatz im nördlichen Westjordanland ist am Mittwoch ein Palästinenser getötet worden. Der 21-Jährige sei bei Auseinandersetzungen durch scharfe Munition am Kopf getroffen worden, teilte das Krankenhaus in Dschenin mit. Drei weitere Palästinenser seien durch Schüsse verletzt worden. Die israelische Armee teilte mit: «Eine Spezialeinheit hat im Flüchtlingslager von Dschenin Anti-Terror-Aktivitäten ausgeführt, dabei wurden zwei Terrorverdächtige festgenommen.» Insgesamt seien im Westjordanland zwölf Palästinenser gefasst worden.

Die Truppen seien in Dschenin von Dutzenden palästinensischen Einwohnern gewaltsam angegriffen worden, hieß es in der Mitteilung. «Die Randalierer schossen scharfe Munition auf die Soldaten und warfen Steine sowie Sprengsätze auf sie.» Die Soldaten hätten daraufhin mit scharfer Munition zurückgeschossen.

Bei dem Einsatz in Dschenin sei auch ein Abrissbefehl für das Haus eines Attentäters übergeben worden, der vor drei Wochen in Tel Aviv drei Menschen erschossen hatte.

Bei einer Terrorwelle sind seit dem 22. März in Israel 14 Menschen getötet worden. Israels Armee verstärkte daraufhin ihre Einsätze im besetzten Westjordanland. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums sind seitdem mehr als 20 Palästinenser getötet worden. Mehrere Palästinenser wurden bei Militäreinsätzen getötet, aber auch bei ihren eigenen Anschlägen und Zusammenstößen mit der Armee.

Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. (dpa)

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