Achtkampf in ARD und ZDF

Reaktionen auf die „Schlussrunde“: „Immer neue Ausbrüche des Chaos“

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    Daniel Dillmann
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ARD und ZDF schicken in der „Schlussrunde“ vor der Bundestagswahl acht Polit-Promis gegeneinander in den Ring. Die Reaktionen im Ticker.

Update, 19.00 Uhr: In den Kommentarspalten der Republik löste die wilde Debatte bei der „Schlussrunde“ unterschiedliche Reaktionen aus. Die F.A.Z. lobte den TV-Schlagabtausch, der „nicht nur lebhaft, sondern auch interessant“ gewesen sei. Ganz anders urteilt der Stern. Dort empfand man die Diskussion bei ARD und ZDF als „Getöse“ indem „immer neue Ausbrüche des Chaos“ die eigentlichen Themen unter sich begruben.

Update, 15.16 Uhr: Im Faktencheck zur „Schlussrunde“ finden sich nun noch mehr irreführende oder falsche Aussagen der Kandidatinnen und Kandidaten. Laut ARD-Faktenfinder haben nicht nur Wagenknecht und Weidel den Faktencheck nicht bestanden. Auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann und FDP-Chef Christian Lindner fallen durch.

Linnemann hatte in der Sendung behauptet: „Wir haben im letzten Jahr und den letzten zwei, drei Jahren so viele Öl- und Gasheizungen verkauft wie davor nicht – Habeck hat genau das Gegenteil davon erreicht.“ Gegenüber der ARD wies Sibylle Braungart vom Öko-Institut die Aussage als falsch zurück: „2023 wurden sehr viele Heizungen eingebaut, auch Gas. Wenn man das dem Gebäude-Energie-Gesetz (GEG) zuordnen wollte – was nicht ganz stimmig ist, da es erst ab 2024 in Kraft ist – würde es, wenn überhaupt auf dieses Jahr zutreffen.“

„Schlussrunde“ zur Bundestagswahl von ARD und ZDF.

Lindner soll beim Thema Klimapolitik eine falsche These aufgestellt haben, als er behauptete, wenn Deutschland fünf Jahre vor der EU klimaneutral würde, „dann wird es für andere günstiger“. Wagenknecht hat sich laut Faktencheck gleich zweimal irreführend geäußert. Zum einen behauptete sie, Deutschland habe das teuerste Gesundheitssystem der Welt. Zum anderen sprach sie davon, dass die europäischen Verteidigungsausgaben höher seien als der russische Staatshaushalt. Beides laut Faktenfinder: mindestens ungenau.

Reaktionen auf „Schlussrunde“: Grünen-Politiker enttäuscht über Klima-Debatte

Update, 15.04 Uhr: In der „Schlussrunde“ wenige Tage vor der Bundestagswahl ging es um Gesundheit, Pflege, Dienstpflicht, Klima – Themen, die in TV-Runden zuvor praktisch keine Rolle gespielt hatten. In den Reaktionen zur Sendung zeigt sich jedoch: Nicht alle sind zufrieden mit der gestrigen Debatte in Sachen Klimapolitik. Der Grünen-Abgeordnete im EU-Parlament, Michael Bloss, schreibt auf Bluesky: „Die Debatte in der #Schlussrunde zu Klimaschutz: Sollen wir weniger machen?“ Bloss weist in seinem Post darauf hin, dass die 1,5-Grad-Grenze überschritten ist: „Debatten wie im Paralleluniversum.“

In der Schlussrunde hatten sich BSW, FDP und AfD für eine Verschiebung der Klimaziele ausgesprochen. Der Rest der Runde hatte erklärt, am Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2030 festhalten zu wollen. Linke-Chef van Aken warnte vor Abstrichen beim Klimaschutz, forderte aber mehr soziale Abfederungen. BSW-Chefin Sahra Wagenknecht bekannte sich zur Klimaneutralität bis 2045 - wenn es bis dahin die nötigen Technologien gebe. Linnemann arbeitete sich wieder einmal am Heizungsgesetz der Ampel-Koalition ab.

Reaktionen auf „Schlussrunde“: Weidel und Wagenknecht fallen bei Faktencheck durch

Update, 13.11 Uhr: Wie bereits nach vorherigen TV-Debatten haben ARD und ZDF auch infolge der „Schlussrunde“ zur Bundestagswahl einen Faktencheck geliefert. Irreführend äußerten sich demnach die Kandidatin des BSW, Sahra Wagenknecht, sowie AfD-Chefin Alice Weidel jeweils einmal. So hatte Weidel in der Sendung behauptet, Geflüchtete seien an steigenden Kassenbeiträgen schuld.

„Ursachen für die Finanzprobleme der Kassen sind in viel größerem Maß der demografische Wandel, Kostensteigerung für Medikamente und Löhne und nicht zuletzt politische Entscheidungen“, heißt es in dem Faktencheck. Zudem zitiert das ZDF eine Untersuchung aus dem Jahr 2020, die davon ausgeht, dass die Krankenkassenbeiträge ohne Zuwanderung höher wären. Die Aussage der AfD-Chefin sei demnach irreführend.

Medien-Reaktionen auf „Schlussrunde“ zur Bundestagswahl – „Was zur Hölle war das?“

Update, 11.18 Uhr: In der Medienlandschaft fallen die Reaktionen auf die „Schlussrunde“ zur Bundestagswahl verhalten aus. In einem Kommentar schreibt Spiegel-Journalist, Tobias Rapp, über die Debatte von ARD und ZDF: „Nach dieser Sendung konnte man froh sein, dass am Sonntag endlich gewählt wird. Es ist gut jetzt.“ Die Sendung sei nicht gelungen, kommentierte er. Auch der Titel einer Stern-TV-Kritik zur „Schlussrunde“ lautet: „Was zur Hölle war das?“. In der Kritik steht vor allem das Durcheinander der Debatte. Auf Bluesky kommentierte der Journalist Erhard Scherfer: „Das Schlimme ist, dass es einzelne Panelteilnehmer offensichtlich furchtbar witzig finden, dass sie mit ihrem Reinreden eine ordentliche Diskussion verhindern.“

„Schlussrunde“ zur Bundestagswahl: Erste Reaktionen auf Baerbock-Auftritt

Update, 9.43 Uhr: Auf X sammeln sich nach der „Schlussrunde“ zahlreiche Reaktionen, die sich mit dem Auftritt von Annalena Baerbock beschäftigen. Zahlreiche Nutzer sind unentschieden: Teilweise wird die Grünen-Politikerin für ihre klare Kante gegen FDP-Chef Christian Lindner gelobt. Andererseits kritisieren mehrere Nutzer das Auftreten der Außenministerin. Der Grünen-Abgeordnete Janosch Dahmen verbindet sein Lob für die Parteikollegin mit deutlicher Kritik an AfD-Chefin Alice Weidel und BSW-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht.

Sarkastische Reaktion auf die „Schlussrunde“: „Fantastische Idee, mit acht Leuten gleichzeitig zu debattieren“

Update vom 21. Februar, 5.25 Uhr: So viele Personen saßen in diesem Wahlkampf noch nie im TV-Studio zusammen. Es gab auch noch nie so viel Streit wie in der „Schlussrunde“ von ARD und ZDF. Spiegel-Redakteur Anton Rainer reagierte auf der Online-Plattform Bluesky mit Sarkasmus: „Es war eine absolut fantastische Idee, mit acht Leuten gleichzeitig zu debattieren! Vielleicht können wir das nächste Mal auf 16 oder 32 erweitern??“

Update, 23.51 Uhr: Inhaltlich lösen die „relativ neuen Töne“ Christian Lindners in der ersten Analyse der „Schlussrunde“ verblüffte Reaktionen aus. Der FDP-Chef hatte selbst die Schuldenbremse angesichts der steigenden Militärkosten infrage gestellt. Es deute sich eine Neuauflage des Sondervermögens für die Bundeswehr an.

Update, 23.43 Uhr: Erste Reaktionen auf die wilde Debatte in der „Schlussrunde“ präsentiert das ZDF Livestream. „Da war sehr viel Konfrontation“, so die Einschätzung von ZDF-Reporter Dominik Rzenpka. Gerade zwischen Annalena Baerbock, Alexander Dobrindt und Christian Lindner entwickelte sich ein heftiges Wortgefecht.

Erste Reaktionen auf wilde Debatte in der „Schlussrunde“

Erstmeldung vom 20. Februar 2025: Berlin – Weiter geht der TV-Wahlkampf im blitzartigen Tempo. Am heutigen Donnerstag treten Vertreterinnen und Vertreter aller im Bundestag vertretenen Parteien in der „Schlussrunde“ von ARD und ZDF gegeneinander an. Wer so kurz vor der Bundestagswahl einen Sieg im Streit mit der direkten Konkurrenz verbuchen kann, dürfte sich gestärkt fühlen für die letzten Stunden vor dem Urnengang.

Die bisherigen TV-Schlagabtausche hatten viele Reaktionen aus Politik und Medien ausgelöst. Jedes Mal startete die Debatte, wer nun als Sieger aus dem Duell, Quadrell oder der Fragerunde hervorgegangen sei. Das dürfte auch im Anschluss an die „Schlussrunde“ bei ARD und ZDF nicht anders laufen.

Bundestagswahl 2025: Von „Tünkram“ bis zum „Tor zur Hölle“ – denkwürdige Zitate aus dem Wahlkampf

Bundestag - Vertrauensfrage
„Fritze Merz erzählt gern Tünkram“ – SPD-Kanzler Scholz am 16. Dezember zu Vorwürfen von Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU), der Amtsinhaber sei bei Debatten auf EU-Ebene passiv und melde sich nicht zu Wort. „Tünkram“ ist Plattdeutsch und bedeutet dummes Zeug oder Unsinn. © Michael Kappeler/dpa
Olaf Scholz, Wahlparteitag SPD
„Manch einer hat uns schon abgeschrieben. Das kann unsere sozialdemokratische Partei mit über 160 Jahren Kampferfahrung aber überhaupt nicht beeindrucken.“ – SPD-Ko-Chefin Saskia Esken (rechts) beim Parteitag am 11. Januar in Berlin zu den schwachen Umfragewerten für die Sozialdemokraten und der Hoffnung auf eine Aufholjagd bis zur Wahl. © Imago
Nach Todesfahrt auf Weihnachtsmarkt in Magdeburg-Rechte Proteste
„Wenn es dann Remigration heißen soll, dann heißt es eben Remigration.“ – AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel beim Parteitag am 11. Januar in Riesa zur Aufnahme des umstrittenen Begriffs in das Wahlprogramm, der im rechten Spektrum für die massenhafte Ausweisung von Menschen mit Migrationshintergrund steht. © dpa
AfD-Bundesparteitag in Riesa
„Wenn wir am Ruder sind, wir reißen alle Windkraftwerke nieder. Nieder mit diesen Windmühlen der Schande!“ – AfD-Kanzlerkandidatin Weidel beim Parteitag am 11. Januar in Riesa. © Sebastian Kahnert/dpa
Habeck liest aus seinem neuen Buch
„Ich war nicht gut in Rechtschreibung früher und hatte einen leichten Schlag in Richtung Legasthenie.“ – Der Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck räumt am 12. Januar ein, als Schüler eine Rechtschreibschwäche gehabt zu haben. Habeck thematisierte bei der „Wahlarena“ des „Mannheimer Morgen“ in Mannheim seine Schulzeit und persönliche Schwächen. © Kay Nietfeld/dpa
Wahlplakate in Wiesbaden - SPD
„Es gibt, glaube ich, keinen Kanzler in der Bundesrepublik, der sich so im Detail in Gesetze eingemischt hat, damit sie pragmatisch werden.“ – Olaf Scholz zieht am 13. Januar eine positive Bilanz seines Wirkens als Regierungschef. „Es sind unglaublich viele Entscheidungen getroffen worden, die ohne meine Intervention gar nicht zustande gekommen wären“, sagte er den NRW-Lokalradios. © Arne Dedert/dpa
Nach tödlichem Angriff in einem Park in Aschaffenburg
„Das Maß ist endgültig voll.“ – Unions-Kanzlerkandidat Merz am 23. Januar nach dem Messerangriff von Aschaffenburg auf eine Kindergartengruppe mit zwei Toten, den ein Geflüchteter aus Afghanistan begangen haben soll. © Daniel Vogl/dpa
Demo gegen Rechts - Berlin
„Ich gucke nicht rechts und nicht links. Ich gucke in diesen Fragen nur geradeaus.“ – Merz am 24. Januar bei der Ankündigung, für Anträge zur Verschärfung der Migrationspolitik im Bundestag auch eine Mehrheit mit AfD-Unterstützung zu tolerieren. Die Menschen sehen das kritisch und gehen auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demonstration zur Migrationspolitik - Berlin
„Die Brandmauer bröckelt.“ – Die AfD-Fraktion am 29. Januar im Online-Dienst X zur bisher geltenden Abgrenzung der CDU von der in Teilen als rechtsextremistisch eingestuften Partei, nachdem erstmals mit ihrer Hilfe ein Unionsantrag eine Mehrheit im Bundestag erhalten hat. © Sebastian Gollnow/dpa
209. Bundestagssitzung: Heidi Reichinnek, Linke
„Allen politischen Differenzen zum Trotz hätte ich mir niemals vorstellen können, dass eine christlich-demokratische Partei diesen Dammbruch vollzieht und mit Rechtsextremen paktiert.“ – Die Vorsitzende der Linken im Bundestag, Heidi Reichinnek, am 29. Januar im Bundestag in ihrer viral gegangenen Rede zum mit AfD-Stimmen verabschiedeten Unionsantrag. © Imago
Bundestag - Regierungserklärung
„Und deshalb, finde ich, kann ich ihm nicht mehr trauen.“ – Kanzler Olaf Scholz über das Verhalten von Friedrich Merz am 29. Januar 2025. Das sei „wahrscheinlich ein ganz bedeutender Tag in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ gewesen, sagte Scholz in der ARD-Sendung „Maischberger“. Die Union habe einen Konsens aufgekündigt, den es die ganze Nachkriegsgeschichte über unter den Demokraten in Deutschland gegeben habe.  © Kay Nietfeld/dpa
Demonstration fuer die Brandmauer und gegen die CDU
„Für falsch halte ich es, (…) sehenden Auges erstmalig bei einer Abstimmung im Deutschen Bundestag eine Mehrheit mit den Stimmen der AfD zu ermöglichen.“ – Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisiert am 30. Januar das Vorgehen von Merz. © Matthias Gränzdörfer/Imago
Wahlkampf Grüne - Berlin
„Tun Sie es nicht, Herr Merz.“ – Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck appelliert am 28. Januar eindringlich an Unionsfraktionschef Friedrich Merz, keine gemeinsame Sache mit der AfD zu machen.  © Christoph Soeder/dpa
Sitzung, Bundestag, Plenum
„Das Tor zur Hölle können wir noch gemeinsam schließen.“ – SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich am 31. Januar in der Bundestagsdebatte über eine angekündigte Zustimmung der AfD auch zu einem Migrationsgesetz der Union. Dieses scheiterte aber letztlich auch an fehlender Unterstützung aus der Union. © Bernd Elmenthaler/Imago
Bundestag
„Ich bin mit mir persönlich sehr im Reinen, dass wir es wenigstens versucht haben.“ – Merz am 31. Januar nach dem Scheitern seines Gesetzentwurfs zur Verschärfung der Migrationspolitik im Bundestag, obwohl auch dieser von den AfD-Abgeordneten geschlossen unterstützt wurde. © Kay Nietfeld/dpa
Nach tödlichem Angriff in Aschaffenburg - Trauerfeier
„Diese Woche hat die Union klargemacht, dass es ihr ernst ist. Und damit ist die Glaubwürdigkeit auch eines neuen Bundeskanzlers Friedrich Merz enorm gestiegen.“ – CSU-Chef Markus Söder sieht am 2. Februar die Position der Union nach den umstrittenen Abstimmungen zur Migrationspolitik im Bundestag deutlich gestärkt.  © Daniel Vogl/dpa
Bundesparteitag der CDU - Friedrich Merz + Markus Söder
„Mit den Grünen ist kein Richtungswechsel und keine Koalition möglich.“ – CSU-Chef Markus Söder anlässlich des CDU-Parteitags am 3. Februar auf X. © Imago
Wahlkampf – ZDF-Livesendung "Schlagabtausch"
„Wie dumm kann man sein zu sagen, man macht Sanktionen, um Russland zu schaden. Am Ende schaden wir vor allem unserer Wirtschaft.“ – BSW-Chefin Sahra Wagenknecht am 6. Februar in einer ZDF-Wahlrunde zu ihrer Forderung nach einer Wiederaufnahme der Gaslieferungen aus Russland. © Christoph Soeder/dpa
Scholz und Merz im TV-Duell
„Wir können auf die FDP keine Rücksicht nehmen.“ – Merz am 7. Februar, nachdem er mögliche Wähler der in Umfragen weiterhin schwächelnden FDP aufgerufen hat, ihre Stimme der Union zu geben. © Kay Nietfeld/dpa
FDP Bundesparteitag
„33 oder 31 Prozent für die CDU machen keinen Unterschied, aber vier oder sechs Prozent für die FDP ändern maßgeblich das Gefüge in der Bundesrepublik.“ – FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner reagiert beim Sonderparteitag in Potsdam am 9. Februar auf die Aussage von Merz. © Michael Kappeler/dpa
Scholz und Merz im TV-Duell
„Was ist Bubatz?“ – Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz kann am 9. Februar mit dem Begriff „Bubatz“ nichts anfangen. Auf dem Live-Streaming-Portal Twitch antwortete Merz nach dem TV-Duell bei ARD und ZDF mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) auf die Frage, ob „Bubatz“ legal bleibe: „Bleibt was legal?“ Daraufhin entgegnete die Moderatorin: „Bubatz“. Merz’ Replik: „Was ist Bubatz?“ Die Moderatorin: „Gras.“ Merz sagte dann: „Also wenn Sie meinen, Cannabis, dann sage ich: Nein, wir wollen das wieder korrigieren.“ © Kay Nietfeld/dpa
Kundgebung "Brandmauer statt Brandstiftung"
„Friedrich Merz tritt an, Europa zu Grabe zu tragen“ – Kanzler Scholz am 11. Februar in der letzten Plenardebatte des Bundestags vor der Wahl mit Blick auf Merz’ Pläne, Geflüchtete an den Grenzen zu den EU-Nachbarn zurückzuweisen. © Fabian Sommer/dpa
TV-Runde im Bundestagswahlkampf
„Weil ich dieses animalische Grunzen der AfD-Fraktion voraussehen konnte, möchte ich einordnen, worüber wir reden, wenn wir Klimaschutz sagen.“ – Grünen-Spitzenkandidat Robert Habeck reagiert in einer Rede im Bundestag am 11. Februar auf Zwischenrufe der AfD, nachdem er den Klimaschutz als drängendste Aufgabe der Zukunft bezeichnet hat. © Kay Nietfeld/dpa
Bundestag
„Wir werden möglicherweise miteinander reden müssen.“ – Unions-Kanzlerkandidat Merz wendet sich in seiner Plenarrede am 11. Februar im Bundestag an die SPD – und nimmt dabei eine mögliche Koalitionsoption für die Zeit nach der Wahl in den Blick. © Kay Nietfeld/dpa
ZDF-Sendung "Klartext"
„Wenn sich die Menschen zurückziehen, dann ist es vorbei mit Deutschland. (…) Demokratie ist kein Zuschauersport, es geht nur, wenn Menschen sich bei den Wahlen engagieren.“ – Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck am 13. Februar in der ZDF-Sendung „Klartext“ auf den Kommentar eines Zuschauers hin, der erklärt hatte, er wisse nicht mehr, was er wählen solle. © Michael Kappeler/dpa

Eine Sache aber unterscheidet die Schlussrunde bei ARD und ZDF deutlich von ihren Vorgängerformaten. Statt Olaf Scholz (SPD), Robert Habeck (Grüne) und Friedrich Merz (CDU) finden sich diesmal ganz neue Namen auf der Gästeliste des TV-Redewettkampfs. Einzig die Spitzenkandidatin der AfD, Alice Weidel, kämpft auch in der Schlussrunde um den symbolischen Sieg. Dort trifft sie unter anderem auf Annalena Baerbock (Grüne), Christian Lindner (FDP) und Sahra Wagenknecht (BSW).

Auch ohne Kanzlerkandidaten birgt die „Schlussrunde“ bei ARD und ZDF deshalb die Chance auf heiße Diskussionen – und umso wildere Reaktionen im Anschluss. Das garantiert die sehenswerte Gruppe Politik-Promis, die sich zum TV-Schlagabtausch versammeln:

AfD-Chefin Alice Weidel reagiert auf BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht beim TV-Duell auf Welt TV. In der Schlussrunde von ARD und ZDF treffen die beiden Spitzenkandidatinnen erneut aufeinander.

„Schlussrunde“ auf ARD und ZDF: Die Gästeliste in der Übersicht

NameFunktionPartei
Carsten LinnemannGeneralsekretärCDU
Matthias MierschGeneralsekretärSPD
Annalena BaerbockAußenministerinGrüne
Christian LindnerParteivorsitzenderFDP
Alice WeidelParteivorsitzendeAfD
Jan van AkenParteivorsitzenderLinke
Alexander DohbrindtLandesgruppenvorsitzenderCSU
Sahra WagenknechtParteivorsitzendeBündnis Sahra Wagenknecht

So ergibt sich kurz vor der Bundestagswahl ein Achtkampf in der „Schlussrunde“ von ARD und ZDF (live im TV und Livestream). Beginnen wird die „Schlussrunde“ um 22.00 Uhr (live im TV und Livestream). Moderiert wird der Auflauf von Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitikern von einem Moderatoren-Duo. Das besteht aus Diana Zimmermann, Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios, und Markus Preiß, Leiter des ARD-Hauptstadtstudios. 90 Minuten bekommen die Kandidatinnen und Kandidaten Zeit, mit ihren Argumenten das Publikum zu überzeugen und sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen.

Erste Reaktionen auf den Achtkampf im TV wird es wohl im ZDF geben. Dort versammelt sich im direkten Anschluss an die „Schlussrunde“ eine Gruppe Journalistinnen und Journalisten um Markus Lanz. In seiner Sendung soll es ab 23.30 Uhr unter anderem um den Wahlkampf vor der Bundestagswahl gehen. Eine Analyse des Auftritts der Acht und Antworten auf die Frage, wer sich als Sieger oder Siegerin fühlen darf, drängt sich da zwangsläufig auf.

Reaktionen auf die „Schlussrunde“ – die Gäste bei Markus Lanz

  • Melanie Amann, stellvertretende Chefredakteurin des Spiegel
  • Jacques Schuster, Chefredakteur der Welt am Sonntag
  • Martin Machowecz, stellvertretender Chefredakteur der Zeit
  • Gregor Peter Schmitz, Chefredakteur des Stern

Besonders spannend dürfte nach „Schlussrunde“ werden, wie die Reaktionen auf die Auftritte von Christian Lindner und Sahra Wagenknecht ausfallen werden. Der FDP-Spitzenkandidat hatte sich im Wahlkampf vor der Bundestagswahl darüber beschwert, er und seine Partei würden zu wenig mediale Aufmerksamkeit bekommen. Wagenknecht wiederum hatte versucht, per Klage ihre Teilnahme am TV-Wettkampf „Wahlarena“ in der ARD zu erzwingen, scheiterte aber vor Gericht.

Letzte Chance „Schlussrunde“: Lindner und Wagenknecht brauchen Sieg für Wende

Beiden bietet die Schlussrunde von ARD und ZDF nun die Gelegenheit, einen Achtungserfolg im Live-TV zu erzielen – und damit vielleicht noch die Wende für ihre Parteien einzuleiten. Sowohl die FDP als auch das BSW liegen laut aktuellen Umfragen zur Bundestagswahl entweder knapp über oder knapp unter der Fünf-Prozent-Hürde. Ein Auftritt, der positive Reaktionen bewirkt und als symbolischer Sieg gewertet werden kann, könnte zum berühmten Zünglein an der Waage werden.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Ossenbrink

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