Wildes Wortgefecht bei „Schlussrunde“: Erste Reaktionen auf Baerbock-Auftritt
VonPaula Völkner
schließen
Daniel Dillmann
schließen
ARD und ZDF schicken in der „Schlussrunde“ kurz vor der Bundestagswahl acht Spitzenpolitiker gegeneinander in den Ring. Erste Reaktionen im Ticker.
Update, 13.15 Uhr: Wie bereits nach vorherigen TV-Debatten haben ARD und ZDF auch infolge der „Schlussrunde“ zur Bundestagswahl einen Faktencheck geliefert. Irreführend äußerten sich demnach die Kandidatin des BSW, Sahra Wagenknecht, sowie AfD-Chefin Alice Weidel jeweils einmal. So hatte Weidel in der Sendung behauptet, Geflüchtete seien an steigenden Kassenbeiträgen schuld.
„Ursachen für die Finanzprobleme der Kassen sind in viel größerem Maß der demografische Wandel, Kostensteigerung für Medikamente und Löhne und nicht zuletzt politische Entscheidungen“, heißt es in dem Faktencheck. Zudem zitiert das ZDF eine Untersuchung aus dem Jahr 2020, die davon ausgeht, dass die Krankenkassenbeiträge ohne Zuwanderung höher wären. Die Aussage der AfD-Chefin sei demnach irreführend.
„Was zur Hölle war das?“: Reaktionen aus der Medienlandschaft auf die „Schlussrunde“ von ARD/ZDF
Update, 11.17 Uhr: In der Medienlandschaft fallen die Reaktionen auf die „Schlussrunde“ zur Bundestagswahl verhalten aus. In einem Kommentar schreibt Spiegel-Journalist, Tobias Rapp, über die Debatte von ARD und ZDF: „Nach dieser Sendung konnte man froh sein, dass am Sonntag endlich gewählt wird. Es ist gut jetzt.“ Die Sendung sei nicht gelungen, kommentierte er. Auch der Titel einer Stern-TV-Kritik zur „Schlussrunde“ lautet: „Was zur Hölle war das?“. In der Kritik steht vor allem das Durcheinander der Debatte. Auf Bluesky kommentierte der Journalist Erhard Scherfer: „Das Schlimme ist, dass es einzelne Panelteilnehmer offensichtlich furchtbar witzig finden, dass sie mit ihrem Reinreden eine ordentliche Diskussion verhindern.“
„Schlussrunde“ zur Bundestagswahl: Erste Reaktionen auf Baerbock-Auftritt
Update, 9.47 Uhr: Auf Social-Media-Plattformen sammeln sich nach der „Schlussrunde“ zur Bundestagswahl zahlreiche Reaktionen, auf den Auftritt von Annalena Baerbock. Zahlreiche User sind unentschieden: Teilweise wird die Grünen-Politikerin für ihre klare Kante gegen FDP-Chef Christian Lindner gelobt. Andererseits kritisieren mehrere Nutzer das Auftreten der Außenministerin. Der Grünen-Abgeordnete Janosch Dahmen verbindet sein Lob für seine Parteikollegin mit deutlicher Kritik an AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel und BSW-Chefin Sahra Wagenknecht.
„Weidel & Wagenknecht weinen keinem Opfer in der Ukraine nur eine Träne nach. Stattdessen wollen sie unser Land an Putin & Trump ausliefern“, schreibt der Grünen-Politiker zu einem Ausschnitt aus der „Schlussrunde“ auf der Plattform X. Baerbock hatte Weidel und Wagenknecht in der Sendung am Donnerstag vorgeworfen, nie in die Ukraine gefahren zu sein und mit den Menschen im Land geredet zu haben, in dem seit drei Jahren Krieg herrscht. „Patriotismus bedeutet, für Frieden in Deutschland und in Europa einzustehen“, hatte die Außenministerin in Richtung Wagenknecht und Weidel erklärt.
Sarkastische Reaktion auf „Schlussrunde“: „Fantastische Idee, mit acht Leuten gleichzeitig zu debattieren!“
Update vom 21. Februar, 5.25 Uhr: So viele Personen saßen in diesem Wahlkampf noch nie im TV-Studio zusammen. Es gab auch noch nie so viel Streit wie in der „Schlussrunde“ von ARD und ZDF. Spiegel-Redakteur Anton Rainer reagierte auf der Online-Plattform Bluesky mit Sarkasmus: „Es war eine absolut fantastische Idee, mit acht Leuten gleichzeitig zu debattieren! Vielleicht können wir das nächste Mal auf 16 oder 32 erweitern??“
Update, 23.55 Uhr: Mit „relativ neuen Tönen“ löst Christian Lindner verblüffte Reaktionen in der ersten Analyse der „Schlussrunde“ aus. Der FDP-Chef stellte im TV-Talk selbst die Schuldenbremse angesichts der steigenden Militärkosten infrage. Es deute sich eine Neuauflage des Sondervermögens für die Bundeswehr an, so die Einschätzung im ZDF.
Update, 23.40 Uhr: Erste Reaktionen auf die „Schlussrunde“ drehen sich um die wilde Debatte, die sich in den 90 Minuten zuvor abgespielt hatte. ZDF-Reporter Dominik Rzepka teilt diese Einschätzung. „Da war sehr viel Konfrontation“, so der Experte. Gerade zwischen Annalena Baerbock, Alexander Dobrindt und Christian Lindner flogen die Fetzen.
Erstmeldung vom 20. Februar: Berlin – Weiter geht der TV-Wahlkampf im blitzartigen Tempo. Am heutigen Donnerstag treten Vertreterinnen und Vertreter aller im Bundestag vertretenen Parteien in der „Schlussrunde“ von ARD und ZDF gegeneinander an. Wer so kurz vor der Bundestagswahl einen Sieg im Streit mit der direkten Konkurrenz verbuchen kann, dürfte sich gestärkt fühlen für die letzten Stunden vor dem Urnengang.
Die bisherigen TV-Schlagabtausche hatten viele Reaktionen aus Politik und Medien ausgelöst. Jedes Mal startete die Debatte, wer nun als Sieger aus dem Duell, Quadrell oder der Fragerunde hervorgegangen sei. Das dürfte auch im Anschluss an die „Schlussrunde“ bei ARD und ZDF nicht anders laufen.
Bundestagswahl 2025: Von „Tünkram“ bis zum „Tor zur Hölle“ – denkwürdige Zitate aus dem Wahlkampf
Eine Sache aber unterscheidet die Schlussrunde bei ARD und ZDF deutlich von ihren Vorgängerformaten. Statt Olaf Scholz (SPD), Robert Habeck (Grüne) und Friedrich Merz (CDU) finden sich diesmal ganz neue Namen auf der Gästeliste des TV-Redewettkampfs. Einzig die Spitzenkandidatin der AfD, Alice Weidel, kämpft auch in der Schlussrunde um den symbolischen Sieg. Dort trifft sie unter anderem auf Annalena Baerbock (Grüne), Christian Lindner (FDP) und Sahra Wagenknecht (BSW).
Auch ohne Kanzlerkandidaten birgt die „Schlussrunde“ bei ARD und ZDF deshalb die Chance auf heiße Diskussionen – und umso wildere Reaktionen im Anschluss. Das garantiert die sehenswerte Gruppe Politik-Promis, die sich zum TV-Schlagabtausch versammeln:
Sahra Wagenknecht, Christian Lindner und Alice Weidel (v.l.n.r.) hoffen auf positive Reaktionen nach ihren Auftritten in der „Schlussrunde“ von ARD und ZDF.
„Schlussrunde“ auf ARD und ZDF: Die Gästeliste in der Übersicht
Name
Funktion
Partei
Carsten Linnemann
Generalsekretär
CDU
Matthias Miersch
Generalsekretär
SPD
Annalena Baerbock
Außenministerin
Grüne
Christian Lindner
Parteivorsitzender
FDP
Alice Weidel
Parteivorsitzende
AfD
Jan van Aken
Parteivorsitzender
Linke
Alexander Dohbrindt
Landesgruppenvorsitzender
CSU
Sahra Wagenknecht
Parteivorsitzende
Bündnis Sahra Wagenknecht
So ergibt sich kurz vor der Bundestagswahl ein Achtkampf in der „Schlussrunde“ von ARD und ZDF (live im TV und Livestream). Beginnen wird die „Schlussrunde“ um 22.00 Uhr (live im TV und Livestream). Moderiert wird der Auflauf von Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitikern von einem Moderatoren-Duo. Das besteht aus Diana Zimmermann, Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios, und Markus Preiß, Leiter des ARD-Hauptstadtstudios. 90 Minuten bekommen die Kandidatinnen und Kandidaten Zeit, mit ihren Argumenten das Publikum zu überzeugen und sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen.
Erste Reaktionen auf den Achtkampf im TV wird es wohl im ZDF geben. Dort versammelt sich im direkten Anschluss an die „Schlussrunde“ eine Gruppe Journalistinnen und Journalisten um Markus Lanz. In seiner Sendung soll es ab 23.30 Uhr unter anderem um den Wahlkampf vor der Bundestagswahl gehen. Eine Analyse des Auftritts der Acht und Antworten auf die Frage, wer sich als Sieger oder Siegerin fühlen darf, drängt sich da zwangsläufig auf.
Reaktionen auf die „Schlussrunde“ – die Gäste bei Markus Lanz
Melanie Amann, stellvertretende Chefredakteurin des Spiegel
Jacques Schuster, Chefredakteur der Welt am Sonntag
Martin Machowecz, stellvertretender Chefredakteur der Zeit
Gregor Peter Schmitz, Chefredakteur des Stern
Besonders spannend dürfte nach „Schlussrunde“ werden, wie die Reaktionen auf die Auftritte von Christian Lindner und Sahra Wagenknecht ausfallen werden. Der FDP-Spitzenkandidat hatte sich im Wahlkampf vor der Bundestagswahl darüber beschwert, er und seine Partei würden zu wenig mediale Aufmerksamkeit bekommen. Wagenknecht wiederum hatte versucht, per Klage ihre Teilnahme am TV-Wettkampf „Wahlarena“ in der ARD zu erzwingen, scheiterte aber vor Gericht.
Sahra Wagenknecht, Christian Lindner und Alice Weidel (v.l.n.r.) hoffen auf positive Reaktionen nach ihren Auftritten in der „Schlussrunde“ von ARD und ZDF.
Letzte Chance „Schlussrunde“: Lindner und Wagenknecht brauchen Sieg für Wende
Beiden bietet die Schlussrunde von ARD und ZDF nun die Gelegenheit, einen Achtungserfolg im Live-TV zu erzielen – und damit vielleicht noch die Wende für ihre Parteien einzuleiten. Sowohl die FDP als auch das BSW liegen laut aktuellen Umfragen zur Bundestagswahl entweder knapp über oder knapp unter der Fünf-Prozent-Hürde. Ein Auftritt, der positive Reaktionen bewirkt und als symbolischer Sieg gewertet werden kann, könnte zum berühmten Zünglein an der Waage werden.