VonMoritz Serifschließen
Bundestagsabgeordnete verdienen eine Menge Geld. Ihr Verdienst kann durch Nebeneinkünfte noch weiter steigen. Das sorgt für Kritik.
Berlin – 736 Abgeordnete hat der Bundestag – das deutsche Parlament ist zu einem der größten der Welt angewachsen. Die Ampel-Koalition will mit ihrer Wahlrechtsreform die Anzahl der Sitze auf 630 verkleinern. Kritik kommt vor allem von der Union und der Linken. Die Parteien fürchten, durch die Reform überproportional Mandate zu verlieren. Aber auch für die Abgeordneten selbst ist ein Verlust des Mandats gleichbedeutend mit einem verlorenen Einkommen.
Ein Bundestagsabgeordneter erhält für seine Arbeit als Mitglied des deutschen Parlaments eine „Diät“. Das Parlament ist dafür zuständig, Gesetze zu verabschieden, den Haushalt zu genehmigen und die Regierung zu kontrollieren. Die Arbeit als Bundestagsabgeordneter bedeutet eine hohe Arbeitsbelastung und Verantwortung - das soll sich in angemessener Entlohnung widerspiegeln.
Bundestagsabgeordnete verdienen 10.323,29 Euro brutto pro Monat
Stand März 2023 beläuft sich die Diät der Bundestagsabgeordneten auf 10.323,29 Euro brutto pro Monat. Im Sommer 2023 steigt sie auf 10.674,28 Euro brutto. Diese Zahlung wird durch weitere Zuschüsse und Vergünstigungen ergänzt. So haben Bundestagsabgeordnete Anspruch auf eine steuerfreie Kostenpauschale von derzeit 4.418 Euro pro Monat, die für Büro- und Repräsentationskosten sowie für die Anmietung von Wohnungen verwendet werden kann.
Darüber hinaus erhalten Bundestagsabgeordnete auch eine Altersversorgung. Sie wird vom Bundestag finanziert und beläuft sich auf 2,5 Prozent des Gehalts pro Jahr, das der oder die Abgeordnete im Bundestag tätig war. Mit jedem weiteren Jahr der Mitgliedschaft steigt die Entschädigung um weitere 2,5 Prozent an. Der Höchstsatz liegt bei 65 Prozent und kann nach 26 Jahren erreicht werden.
Verdienst der Bundestagsabgeordneten stößt auf Kritik
Neben dem Gehalt und der Altersversorgung genießen Bundestagsabgeordnete auch andere Vergünstigungen. So können sie beispielsweise kostenlos mit den Zügen der Deutschen Bahn fahren. Diese Vergütungen und Privilegien sorgen allerdings immer wieder für Diskussionen. Einige Kritiker argumentieren, die Diäten seien zu hoch und stünden nicht im Verhältnis zur Leistung. Andere bemängeln die Kostenpauschale als überzogen und vermissen ausreichende Kontrolle.
Für Kritik sorgt auch, dass einige Politiker mit Nebeneinkünften zusätzlich viel Geld verdienen, obwohl das mit der Zahlung der Diät eigentlich nicht nötig wäre. Wie auch immer: Ein Bundestagsabgeordneter erhält ein hohes Salär, das durch weitere Zuschüsse und Vergünstigungen ergänzt wird. Obwohl es Kritik an der Vergütung gibt, spiegelt das Gehalt die Verantwortung und Arbeitsbelastung wider, die mit dem Amt eines Bundestagsabgeordneten verbunden sind. (mse)
Rubriklistenbild: © IMAGO/Christian Spicker

