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Krieg gegen Russland: Witkoff reist für Ukraine-Gespräche nach Berlin

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Gibt es eine Lösung im Ukraine-Krieg? Das Ringen um einen Friedensplan geht in eine entscheidende Phase. Auch Trumps Sondergesandter kommt. Der News-Ticker.

Dieser Ticker ist beendet. Neue Informationen zum Ukraine-Krieg finden Sie im neuen News-Ticker.

Update, 6:40 Uhr: Ein bedeutendes europäisches Druckmittel gegen Russland sind eingefrorene Guthaben der russischen Zentralbank. Die EU schuf am Freitagabend eine wichtige Grundlage, um dieses Geld für die Ukraine zu nutzen. 25 der 27 Mitgliedstaaten stimmten dafür, eine Rückübertragung nach Russland unbefristet zu verbieten. Auch ein Zugriff der USA auf dieses Geld, wie in der ersten Variante des Friedensplans vorgesehen, ist damit vom Tisch. Nur Ungarn und die Slowakei stimmten mit Nein.

Update, 13. Dezember, 6:00 Uhr: Der US-Sondergesandte Steve Witkoff reist an diesem Wochenende für Gespräche über eine Friedenslösung im Ukraine-Krieg nach Berlin. Er werde sich mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und europäischen Vertretern treffen, sagte ein hochrangiger US-Beamter der dpa. Konkretere Angaben machte er nicht. Selenskyj wird am Montag in Berlin erwartet, um sich mit Bundeskanzler Friedrich Merz, einer Reihe europäischer Staats- und Regierungschefs sowie den Spitzen von EU und Nato zu besprechen.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Update, 22:46 Uhr: Die Ukraine und ihre europäischen Verbündeten haben mögliche Gespräche über ukrainische Gebietsabtretungen an Sicherheitsgarantien der USA geknüpft. Die Europäer erwarteten von Washington eine Art Beistandsgarantie, ähnlich zu Artikel 5 des Bündnisvertrages, mit dem sich die NATO-Länder im Angriffsfall Unterstützung zusichern, hieß es am Freitag aus dem französischen Präsidentenpalast. „Es braucht volle Transparenz über die Sicherheitsgarantien der Europäer und der Amerikaner, bevor es zu irgendwelchen Anpassungen bei strittigen Gebietsfragen kommt“, erklärte der Élysée-Palast weiter.

Ein Berater von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron betonte zugleich, die Ukraine habe keiner Einigung über Gebietsabtretungen zugestimmt und strebe dies zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht an. Auch eine entmilitarisierte Zone komme für Kiew nicht infrage.

Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten
Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Die GUS besteht aus ehemaligen Staaten der Sowjetunion, die bis heute zum Großteil eng verbunden mit Russland geblieben sind. Doch Moskau-Machthaber Putin hat nicht nur in den Sowjet-Gebieten Freunde. Putin findet auch nach mehreren Jahren Angriffskrieg in der Ukraine noch immer fast weltweit Verbündete. Eine Übersicht: © Imago
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs steht ein Mann eng an der Seite Wladimir Putins: Alexander Lukaschenko. Das von ihm autoritär beherrschte Belarus teilt sich eine mehr als tausend Kilometer lange Grenze mit der Ukraine. Lukaschenko unterstützte Putins Truppen logistisch bei ihrer Invasion des Nachbarlandes. © Imago
Kim Jong-un und Wladimir Putin
Ein weiterer enger Verbündeter Wladimir Putins ist Kim Jong-un. Der Machthaber regiert ein totalitäres Nordkorea, das als sozialistische Diktatur historisch enge Beziehungen zu Russland pflegt. © Gavriil Grigorov/Imago
russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist
Im Lauf des Ukraine-Kriegs wurde aus der symbolischen Verbindung ein militärisches Bündnis. Kim Jong-un unterstützte Putins Feldzug mit Waffen, Munition und Soldaten. Laut Schätzungen könnten es mehr als 30.000 Mann aus Nordkorea sein, die an der Front im Ukraine-Krieg kämpfen. Auf dem Bild zu sehen ist ein russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist.  © Imago
Xi Jinping zu Gast bei Wladimir Putin
Die Volksrepublik China pflegt sowohl mit Nordkorea als auch mit Russland enge Beziehungen. Das bewies Präsident Xi Jinping zuletzt durch seinen Besuch Moskaus am „Tag des Sieges“. An der Seite Putins begutachte Xi als Gast auf der Ehrentribüne die große Militärparade, die durch Russlands Hauptstadt rollte. Doch China unterstützt Russland nicht nur symbolisch durch Besuche, sondern auch ganz praktisch mit Seltenen Erden und Devisen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist China der größte Importeur für russische Rohstoffe geworden. © Imago
Präsident Wladimir Putin mit To Lam
Der Dritte im Bunde der ostasiatischen Verbündeten Russlands ist Vietnam. Hier posiert Präsident Wladimir Putin mit Tô Lâm, Präsident Vietnams von Mai 2024 bis Oktober 2024, bei einem Besuch des russischen Staatschefs in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. © Kristina Kormilitsyna/Imago
Wladimir Putin und Narendra Modi
In Südasien, konkret auf dem indischen Subkontinent, findet sich mit Narendra Modi der nächste enge Verbündete Russlands. Indiens Premierminister pflegt ein enges Verhältnis zu Putin. Hier umarmen sich beide bei einem Treffen in Neu-Delhi im Jahr 2018. Indien ist durch mehrere internationale Organisationen und Bündnisse mit Russland verbandelt. Die wohl wichtigsten darunter sind die Zusammenkunft der sogenannten BRICS-Staaten und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
König Ibrahim Ismail von Johor aus Malaysia beim Besuch Putins in Russland
Auch Malaysia ist wie Russland Mitglied des BRICS-Staatenbundes. In Begleitung seiner Frau Raja Zarith Sofia reiste König Ibrahim Ismail von Johor nach Russland, um Putin im Kreml zu besuchen. © Imago
Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Präsident Wladimir Putin eine gute Beziehung
Zur Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) zählt neben Russland unter anderem die Ex-Sowjet-Republik Kasachstan. Das Land teilt sich mit 7644 Kilometern die längste Landgrenze der Welt mit Russland. Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Putin eine gute Beziehung. Kasachstan bezieht 90 Prozent seiner Waffenimporte aus Russland, das wiederum den in Kasachstan gelegenen Weltraumbahnhof Kosmodrom Baikonur mietet. Beide Länder sind außerdem Mitglied in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
Putin und Traoré
Zu Putins engen Verbündeten gehört auch Burkina Fasos Regierungschef Inbrahim Traoré. Am 9. Mai 2025 besuchte er Putin in Moskau (im Bild). „Wir glauben, dass der Terrorismus, den wir heute erleben, vom Imperialismus herrührt, und wir bekämpfen ihn“, sagte er bei einem bilateralen Treffen. In Erinnerung geblieben ist auch eine virale Rede beim Afrika-Gipfel im Jahr 2023 in Russland. Im Beisein Putins machte er damals den Westen dafür verantwortlich, dass Afrika trotz seiner Rohstoffe der ärmste Kontinent sei.  © IMAGO/Mikhail Metzel/Kremlin Pool
Ägypten Militärband Moskau
Mehr als 80 Jahre Diplomatie verbinden Ägypten und Russland. Das Land am Nil ist wirtschaftlich von Moskau abhängig. Auch Putin profitiert von den Verbindungen nach Kairo. Der russische Präsident betrachtet Ägypten als Tor nach Afrika. Im August 2022 war eine ägyptische Militärband in Moskau zu Gast (im Bild). Auch bei der Militärparade zum 80. Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 marschierte eine Einheit aus Ägypten über den Roten Platz.  © Sergei Bobylev/Imago
Laos-einheit in Moskau
Am „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 paradierte auch eine Einheit aus Laos durch Moskau. Angeblich arbeitet Putin derzeit intensiv daran, das Land in den Krieg gegen die Ukraine einzubinden. Im Sommer 2025 begrüßte er den laotischen Präsidenten Thongloun Sisoulith in Moskau. © Ricardo Stuckert/Imago
Turkmenistan Moskau Parade
Turkmenistan schickte ebenfalls eine Einheit nach Moskau. Die zentralasiatische Republik Turkmenistan am Kaspischen Meer gehört auch Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu den am meisten abgeschotteten Staaten der Welt.  © Ricardo Stuckert/Imago
Aleksandar Vucic Putin Netanjahu
Auch der serbische Staatschef Aleksandar Vučić nahm 2025 – wie auch schon 2018 (im Bild) – in Moskau an der Parade vor rund 10.000 Soldaten teil. Die Beziehungen zwischen Serbien und Russland gelten als traditionell freundschaftlich. Belgrad verweigert sich den Sanktionen gegen Russland und hat den Westen für den Ukraine-Krieg verantwortlich gemacht. Zuletzt gab es trotzdem zwischen Moskau und Belgrad Verstimmungen, als der russische Auslandsgeheimdienst Serbien den Verkauf von Munition an die Ukraine vorwarf. © Mikhail Metzel/Imago
Milorad Dodik
Putins wichtigster Mann am Balkan heißt Milorad Dodik (2. von rechts). Der bosnisch-serbische Separatistenführer betreibt seit Jahren die Abspaltung des Landesteils Republika Srpska vom bosnischen Staat. Dodik stimmt sich dabei regelmäßig mit dem russischen Präsidenten ab. © Alexei Nikolsky/Imago
Salva Kiir Putin
Im September 2023 traf sich Putin mit Salva Kiir Mayardit, dem Präsidenten von Südsudan. „Die Welt diktiert, dass niemand allein überleben oder Erfolg haben kann“, sagte Salva Kiir. Zu Putin gewandt meinte er, dass sein Land starke Freunde brauche: „Sie sind einer von ihnen.“ © Valery Sharifulin/Imago
Orban Putin
Ungarns Regierungschef Viktor Orbán ist Putin im Ukraine-Krieg stets treu geblieben. So hat er während der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2024 den bis dahin weitgehend isolierten Kremlchef zum Ärger vieler EU-Länder überraschend in Moskau besucht und sich als Vermittler inszeniert (im Bild). Zugleich nutzt Orbán jede Gelegenheit, um gegen die Ukraine auszuteilen.  © Valeriy Sharifulin/Imago
Putin und Ramaphosa
Ende Juli 2023 war Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa bei Putin zu Gast. Der Kremlchef hatte seine Gäste zum Abschluss eines zweitägigen Afrika-Gipfels in St. Petersburg eingeladen, den er in der russischen Ostsee-Metropole veranstaltete. Südafrika, das mit Russland, China, Indien und Brasilien die Brics-Staatengruppe bildet, wird wegen seiner Russland-Nähe vom Westen mit Skepsis betrachtet.  © Sergei Bobylev/Imago
Peseschkian Putin
Im Januar 2025 war Massud Peseschkian in Moskau zu Besuch. Dabei unterzeichnete Irans Präsident gemeinsam mit Putin ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft. Russland und der Iran vertieften damit ihre militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit für die nächsten 20 Jahre.  © Imago
Putin Ortega
Seit vielen Jahren steht Nicaragua an der Seite Putins. Nach dem Aufstand der russischen Privatarmee Wagner gegen die eigene Staatsführung im Juni 2023 schickte auch Präsident Daniel Ortega (hier ein Bild aus dem Jahr 2014) eine Botschaft nach Moskau. In der offiziellen Mitteilung hieß es, Ortega und seine Ehefrau sowie Vizepräsidentin Rosario Murillo übermittelten Putin „unsere Zuneigung in revolutionärer Bruderschaft“. © Cesar Perez/afp
Maduro
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro tat es ihm gleich. „Wir senden unsere Umarmung der Solidarität und der Unterstützung an den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, dem es gelungen ist, einen Versuch des Verrats und des Bürgerkriegs zu bewältigen und seinem Volk den Sieg und den Frieden zu garantieren“, twitterte er damals. © Alexandr Kryazhev/Imago
Putin Goita
Im Juni 2025 verständigten sich Putin und Malis Militärmachthaber Assimi Goïta auf eine bilaterale Kooperation. Russland ist enger Verbündeter von Goïta, der gegen Terrormilizen in Mali auch auf russische Wagner-Söldner setzte. Das Militär hatte sich 2020 und 2021 an die Macht geputscht, die Zusammenarbeit mit Ex-Kolonialmacht Frankreich beendet und sich Moskau zugewandt. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Sassou Nguesso Afewerki
Ende Juli 2023 war Putin gemeinsam mit Denis Sassou Nguesso, dem Präsidenten der Republik Kongo (rechts), und dem eritreischen Präsidenten Isaias Afewerki (links) beim Tag der Marine auf der Newa in St. Petersburg unterwegs. Mit ihrem Besuch beim Russland-Afrika-Gipfel konnten die beiden Staatsmänner die Achse zwischen Russland und ihren Ländern noch einmal stärken. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Raúl Castro
Ein besonders inniges Verhältnis pflegt Russland zu Kuba. Für die hoch verschuldete Karibikinsel ist Russland einer der engsten Verbündeten und wichtigsten Geldgeber. Der Kreml bezeichnete den sozialistischen Karibikstaat, der den Ukraine-Krieg nicht verurteilt hat, als „sehr wichtigen Partner“. Im Jahr 2014 war Putin beim vormaligen Präsidenten Raúl Castro zu Gast. © Imago
Putin
Der Kremlchef ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 im Westen weitestgehend isoliert. Umso wichtiger ist ihm der Kontakt zu seinen Verbündeten – den sucht er in vielen Fällen auch per Video. Im Mai 2025 nahm er an einer Sitzung der Kommission für militärisch-technische Zusammenarbeit mit ausländischen Staaten teil.  © Alexander Kazakov/Imago

Update, 22:09 Uhr: Der ukrainische Geheimdienst SBU hat erneut russische Ölplattformen im Kaspischen Meer angegriffen. Langstreckendrohnen der Spezialeinheit Alpha trafen die Filanovsky-Plattform zum zweiten Mal binnen zwei Tagen sowie die nahegelegene Korchagin-Plattform des Ölriesen Lukoil.

Beide Angriffe beschädigten kritische Ausrüstung der Plattformen und zwangen zur Produktionseinstellung, wie eine SBU-Quelle dem Kyiv Independent mitteilte. Das Filanovsky-Ölfeld gehört zu Russlands größten erkundeten Feldern mit geschätzten Reserven von 129 Millionen Tonnen Öl. „Alle russischen Anlagen, die den Krieg unterstützen, werden brennen“, drohte die Quelle mit Blick auf den andauernden Ukraine-Krieg.

Russland trifft türkisches Schiff in ukrainischem Hafen bei Odessa

Update, 21:19 Uhr: Durch einen russischen Raketen- und Drohnenangriff auf die ukrainische Schwarzmeerküste ist ein ausländisches Schiff im Hafen Tschornomorsk bei Odessa beschädigt worden. „Der heutige russische Schlag hat wie viele ähnliche Schläge keinerlei militärischen Sinn und kann keinen haben“, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Telegram. Russland setze seinen Krieg ungeachtet aller Friedensbemühungen fort.

Örtliche Medien in Tschornomorsk veröffentlichten ein Video, das zeigt, wie Rauch aus einem Frachtschiff aufstieg. Das türkische Außenministerium bestätigte, dass es sich um das Schiff eines türkischen Eigners unter ausländischer Flagge handele. Die Besatzung und die Fahrer der Lkw an Bord seien evakuiert worden. Es gebe keine türkischen Verletzten, hieß es. Das Ministerium in Ankara warnte vor Gefahren für die Schifffahrt durch die zunehmenden Angriffe im Schwarzen Meer.

Update, 20:11 Uhr: Die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Krieges werden am Montag in Berlin fortgesetzt. Bundeskanzler Friedrich Merz werde Selenskyj zu deutsch-ukrainischen Wirtschaftsgesprächen und „zu einem Austausch über den Stand der Friedensverhandlungen in der Ukraine empfangen“, bestätigte Regierungssprecher Stefan Kornelius entsprechende Medienberichte. Am Abend würden dann „zahlreiche europäische Staats- und Regierungschefs sowie die Spitzen von EU und Nato zu den Gesprächen hinzustoßen“.

Ukraine-Krieg aktuell: EU einigt sich auf wichtige Grundlage für Verwendung russischer Gelder

Update, 18:54 Uhr: Die EU hat eine wichtige Grundlage für die Nutzung von russischem Staatsvermögen für die Ukraine geschaffen. Eine große Mehrheit von Mitgliedstaaten stimmte dafür, eine Rückübertragung von in der EU festgesetzten Mitteln nach Russland unbefristet zu verbieten, wie die derzeitige dänische EU-Ratspräsidentschaft mitteilte. Dagegen votierten demnach nur Ungarn und die Slowakei. 

Im Video: Selenskyj dementiert russische Eroberungsbehauptung im Ukraine-Krieg

Update, 17:17 Uhr: Nach russischen Eroberungsmeldungen hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj demonstrativ am Rande der Stadt Kupjansk im Osten des Landes gezeigt. „Viel haben die Russen von Kupjansk gesprochen, wir sehen, wie es ist“, sagte der Staatschef in einem Video. Dabei zeigte er sich mit Schutzweste – aber ohne Helm – vor dem Hintergrund der zerstörten Ortseingangs-Stele. Er dankte den Soldaten für ihren Einsatz. „Heute ist es außerordentlich wichtig, Ergebnisse an der Front zu erzielen, damit die Ukraine Ergebnisse in der Diplomatie erreichen kann“, sagte er. 

Update, 16:19 Uhr: Ein EU-Beitritt der Ukraine, ist laut Verhandlungskreisen im US-Plan zur Beendigung des Konflikts bereits ab Januar 2027 vorgesehen. Ein hochrangiger Vertreter der Unterhändler erklärte am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: „Das ist festgelegt, aber es ist Verhandlungssache, und die Amerikaner sind dafür.“ Seit Juni 2022 ist die Ukraine offiziell EU-Beitrittskandidat. Der Beitrittsprozess gestaltet sich jedoch grundsätzlich langwierig und wird unter anderem durch den Widerstand Ungarns erschwert.

Vor etwa drei Wochen legten die USA einen Plan zur Beendigung des russischen Angriffskriegs in der Ukraine vor, der ursprünglich als sehr Moskau-freundlich angesehen wurde. Auf Druck der Ukraine und ihrer europäischen Partner wurde dieser Plan in wesentlichen Punkten überarbeitet. Am Mittwochabend übermittelte die Ukraine eine neue Version nach Washington. Am Donnerstag äußerte sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erstmals detaillierter zu den aktuellen Verhandlungsinhalten. Den Angaben zufolge fordern die USA weiterhin, dass die Ukraine bedeutende territoriale Zugeständnisse an Russland macht.

Bislang haben europäische Regierungschefs wie Bundeskanzler Friedrich Merz nicht die Initiative ergriffen, um einen Friedensplan für die Ukraine und ihren Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu verhandeln.

Update, 14:00 Uhr: Offenbar wird der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am kommenden Montag (15. Dezember) Berlin besuchen und sich mit Bundeskanzler Friedrich Merz treffen. Dies berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf Sicherheitskreise. Demnach soll es auch Gespräche im sogenannten E3-Format mit Deutschland, Großbritannien und Frankreich sowie Selenskyj geben. Ob die USA teilnehmen werden, ist noch unklar.

Dem Bericht zufolge bestätigte die Bundesregierung diese Information nicht, aber es gibt Anzeichen für den Besuch am Montag. Die Bundestagsabgeordneten wurden wohl über „polizeiliche Maßnahmen anlässlich eines Staatsbesuches im Reichstagsgebäude und im Bundeskanzleramt“ sowie Zutrittsbeschränkungen informiert. Im Regierungsviertel würden bereits Sperren und Sicherheitstechnik aufgebaut werden.

Ukraine-Krieg aktuell: Moskau lehnt Selenskyj-Vorschlag zu Donbass ab

Update vom 12. Dezember, 13.13 Uhr: Russland lehnt den Vorschlag von Präsident Wolodymyr Selenskyj ab, die ukrainische Bevölkerung bei einer Volksabstimmung über Gebietsabtretungen im Donbass entscheiden zu lassen. „Dieses Gebiet ist russisches Territorium“, sagte der außenpolitische Berater von Kremlchef Wladimir Putin, Juri Uschakow, der Agentur Interfax zufolge mit Blick auf die Annexion von 2022. Wenige Monate nach Beginn seines Angriffskrieges gegen die Ukraine gliederte Russland den Donbass - das sind die Gebiete Donezk und Luhansk - sowie die Regionen Cherson und Saporischschja per Verfassungsänderung völkerrechtswidrig in sein Staatsgebiet ein.

Erstmeldung: Kiew/Washington, D.C. – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat kürzlich den aktuellen Stand der Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs erläutert. Die USA schlugen vor, den von der ukrainischen Armee kontrollierten Teil des Donbass als „freie Wirtschaftszone“ zu deklarieren. Selenskyj erklärte, dass der Kompromiss darin bestehe, dass Russland nicht in dieses Gebiet eindringt.

Selenskyj stellte jedoch eine Bedingung zu diesem Vorschlag auf. Er fragte: „Wenn sich die eine Seite zurückzieht, wie man es von den Ukrainern verlangt, warum zieht sich die andere Kriegspartei nicht um die gleiche Entfernung in die andere Richtung zurück?“

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich einen Friedensplan präsentiert, der von Kritikern als „russische Wunschliste“ bezeichnet wurde, da er hauptsächlich bekannte Forderungen Moskaus enthielt. Die Ukraine und ihre europäischen Partner arbeiteten daran, den Plan zu überarbeiten und unakzeptable Punkte zu entfernen. Am Mittwoch übermittelte die Ukraine ihre Antwort.

Ukrainische Drohnenangriffe in russischen Regionen

In der Region Jaroslawl, nördlich von Moskau, wurde laut dem unabhängigen Internetportal Astra erneut eine Raffinerie angegriffen. Die Ukraine zielt in ihrem Abwehrkampf gegen die russische Invasion auch auf die Öl- und Gasindustrie, um die Treibstoffversorgung des russischen Militärs zu stören und die Kriegsfinanzierung Russlands zu erschweren.

In der russischen Stadt Twer wurden bei einem Drohnenangriff auf ein Wohnhaus mehrere Menschen verletzt. „Bei der Abwehr eines Drohnenangriffs auf ein Wohnhaus in Twer wurden Menschen verletzt“, berichtete der amtierende Gouverneur Witali Koroljow. Unter den Verletzten befindet sich auch ein Kind, das im Krankenhaus behandelt wird. Das beschädigte Gebäude wurde evakuiert.

In der Nacht griff die Ukraine erneut mehrere russische Regionen mit Drohnen an. Das russische Verteidigungsministerium meldete den Abschuss von etwa 90 Drohnen, darunter einige, die auf Moskau zusteuerten.

Ukraine-News: Weitere Gespräche über US-Friedensplan in den kommenden Tagen

In den kommenden Tagen sind weitere Treffen und Gespräche über den Friedensplan geplant. „Am Samstag findet ein Treffen statt, wir werden sehen, ob wir daran teilnehmen oder nicht“, sagte Trump im Weißen Haus. Er betonte, dass die USA nur teilnehmen würden, „wenn wir glauben, dass es gute Chancen gibt“.

Bundeskanzler Friedrich Merz erwähnte, dass es nach den Gesprächen am Wochenende möglicherweise ein Treffen in Berlin geben könnte. Die Teilnahme der US-Regierung sei jedoch noch unklar. Trump ist Berichten zufolge sowohl von Selenskyj als auch von Kreml-Chef Wladimir Putin frustriert.

Ukraine-Verhandlungen über Territorium und Armeegröße

Territorialfragen und Sicherheitsgarantien für die Ukraine sind zentrale Themen der Gespräche. Selenskyj hat Gebietsabtretungen ausgeschlossen und betont, dass nur das ukrainische Volk darüber entscheiden kann. „In Form von Wahlen oder in Form eines Referendums, doch muss es die Position des Volkes der Ukraine sein“, sagte er in Kiew. Die Ukraine besteht auf einer Truppenstärke von 800.000 Soldaten, während der ursprüngliche Friedensplan eine Begrenzung auf 600.000 vorsah.

Die USA schlugen vor, dass die ukrainische Armee sich aus den noch gehaltenen Teilen von Donezk und Luhansk zurückzieht. Laut einer Umfrage des Rasumkow-Zentrums lehnen über 90 Prozent der Ukrainer territoriale Zugeständnisse an Russland ab. Kreml-Chef Putin drohte, dass Russland seine Ziele auf dem Schlachtfeld erreichen werde, falls die Ukraine dieser Bedingung nicht zustimmt. (bb)

Rubriklistenbild: © John Macdougall/dpa

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