Ukraine-Krieg

Jagd auf Putins Radarsystem: Ukraine will Russlands Armee blind machen

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Die Ukraine zerstört gezielt russische Radarstellungen. Für diese Strategie braucht sie westliche Waffensysteme.

Kiew – Das ukrainische Militär scheint eine neue Strategie im Abnutzungskrieg gegen die Armee von Russlands Präsident Wladimir Putin gefunden zu haben. Anscheinend werden Luft- und Raketenangriffe gegen Radar-Infrastruktur entlang der Front im Donbass und auf der von Russland völkerrechtswidrig annektierten ukrainischen Krim-Halbinsel verstärkt. In den letzten Monaten hätte es eine „ernstzunehmende Zahl“ an Angriffen auf Radarstationen gegeben, sagte James Black von der US-Denkfabrik „RAND“ dem Portal Newsweek. Das ukrainische Militär wollte sich hierzu nicht äußern – wenig von der militärischen Lage in der Ukraine ist unabhängig zu überprüfen.

Gehen Russland die Radar-Stationen aus?

Die Ukraine habe aber in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder behauptet, russische Artillerie-Aufklärungsstationen vom Typ „Zoopark“ zerstört zu haben. Das britische Verteidigungsministerium berichtete, die russische Armee habe noch maximal „eine Hand voll“ davon im Einsatz. Eine der Radarstationen habe eine Reichweite von 50 Kilometern. Die Front in der Ukraine ist fast 2500 Kilometer lang.

Ein russisches „Zoopark“-Radar in der Ukraine. (Archivbild)

Die Kampagne der Ukrainer gegen die Radarstellungen sei „sehr wichtig“, sagte der ukrainische Sicherheitsberater Ivan Stupak Newsweek. So sei es nötig, die russische Aufklärung zu stören. Beim Beispiel der „Zoopark“ ist wichtig zu bedenken, wie beschränkt die Mittel der ukrainischen Artillerie wegen der Lieferschwierigkeiten des Westens inzwischen sind.

Angriffe auf Radarstationen schützen knappes ukrainisches Kriegsmaterial

RAND-Forscher James Black sagte, die Ukraine würde gerade um jeden taktischen Vorteil kämpfen, „den sie kriegen kann“. Und der Vorteil gegenüber einer russischen Armee mit geschwächten Radarfähigkeiten seien enorm: Kampfflugzeuge, in der Ukraine seit Monaten besonders knapp, Drohnen, Material und schlussendlich Truppen seien dadurch besser geschützt. Gleichzeitig erschwere man es den russischen Kommandeuren, Entscheidungen zu treffen, und das „bis hin zur Lähmung“ der Kommandostruktur, sagte Black.

Bisher greift das ukrainische Militär für Schläge gegen Radarstellungen hauptsächlich auf westliche Waffensysteme zurück. Insbesondere der US-amerikanische HIMARS-Raketenwerfer käme hierfür zum Einsatz, so Black. Außerdem haben die USA vor einiger Zeit AGM-88 Anti-Radar-Raketen geliefert. Die müssen allerdings von Kampfjets abgeschossen werden. Schlussendlich hängt das militärische Überleben der Ukraine also an westlichen Waffenlieferungen. (kb)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Stanislav Krasilnikov

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