Terrorismus

Wohl Attentat bei jüdischer Gemeinde in New York verhindert

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In Brooklyn, wo der Anschlag geplant gewesen sein soll, leben mehr als 450 000 Jüdinnen und Juden.
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Kanadische und US-Behörden haben offenbar einen Terroranschlag auf ein jüdisches Zentrum in New York vereitelt.

Kanadische und US-Sicherheitsbehörden haben in der Nähe der Grenze zwischen beiden Staaten einen Mann festgenommen, der nach Polizeiangaben einen terroristischen Anschlag auf ein jüdisches Zentrum in New York geplant haben soll. Der 20-Jährige soll nach Angaben der Polizei vorgehabt haben, im Namen der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) eine möglichst große Zahl an Jüdinnen und Juden zu töten. Der Anschlag sollte rund um dem 7. Oktober stattfinden, dem Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel.

Ormstown ist ein kleiner Ort in der kanadischen Provinz Quebec, 20 Kilometer nördlich der Grenze zu den USA. Die Festnahme durch eine Einheit der kanadischen Bundespolizei RCMP erfolgte am Mittwoch, wurde aber erst im Laufe des Freitags bekannt. Das US-Justizministerium und die RCMP berichteten von einer Festnahme. Dabei soll es sich um einen 20 Jahre alten Mann pakistanischer Staatsangehörigkeit handeln, der in Kanada seinen Wohnsitz hat. Nach Angaben des kanadischen Rundfunks CBC lebt er im Raum Toronto. Die Ermittlungen wurden vom FBI geführt, das mit den kanadischen Behörden kooperierte.

Verdeckte Ermittlungen haben wohl zum Erfolg geführt

Die US-Ermittelnden glauben, dass der Beschuldigte von Kanada nach New York City reisen wollte, um in einem jüdischen Zentrum in Brooklyn mit automatischen und halbautomatischen Waffen ein Blutbad anzurichten. Von November 2023 an habe er in Online-Chats seine Unterstützung für die Ideologie des IS ausgedrückt. Dabei sei er auch in Kontakt mit verdeckten Ermittelnden der USA gekommen. Nachdem zunächst sowohl der 7. Oktober als auch der 11. Oktober – der jüdische Feiertag Jom Kippur – als Tag des Anschlags genannt worden sei, habe sich schließlich der 7. Oktober als potenzieller Anschlagstag herauskristallisiert.

Wie das US-Ministerium berichtete, soll der Mann am 4. September unter Einsatz von drei verschiedenen Autos in Kanada Richtung US-Grenze gefahren sein, bis er in Ormstown gestoppt wurde. Dem RCMP zufolge soll der Festgenommene am 13. September einem Richter in Montreal vorgeführt werden.

US-Justizminister Merrick Garland dankte den Ermittelnden des FBI und den kanadischen Sicherheitsbehörden. Die RCMP bekräftigte, mit ihren Partnern im In- und Ausland zu kooperieren, um derartige Gewaltakte zu verhindern. Dem Beschuldigten wird laut US-Justizministerium vorgeworfen, versucht zu haben, eine ausländische terroristische Organisation zu unterstützen. Bei Verurteilung drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft. Auch in Kanada droht ihm eine Anklage unter anderem wegen Teilnahme an Aktivitäten einer Terroristengruppe.

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