VonAlexander Eser-Rupertischließen
Yasmin Fahimi ist neue DGB-Chefin und tritt damit die Nachfolge von Reiner Hoffmann an. Fahimi erhielt mehr als 90 Prozent der Stimmen.
Berlin – Es gibt eine neue DGB-Chefin: Yasmin Fahimi. Sie gehört zum linken Flügel in der SPD und genießt beim DGB offenbar großen Rückhalt – davon zeugen über 90 Prozent der Stimmen. Die SPD-Linke tritt damit in die Fußstapfen von Reiner Hoffmann, der seinerseits aus Altersgründen nicht mehr angetreten war. Fahimi fordert, nicht alles dem Markt zu überlassen und verlangt eine größere Orientierung der Politik am Gemeinwohl. Die SPDlerin ist vor allem für eines bekannt: Klare Worte.
Yasmin Fahimi DGB: Mit über 90 Prozent der Stimmen in die Führung des Deutschen Gewerkschaftsbundes
Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat eine neue Vorsitzende: Yasmin Fahimi ist neue DGB-Chefin. Die SPD-Linke aus Hannover wurde mit 358 von 398 Stimmen gewählt und erzielte damit ein Ergebnis von über 90 Prozent. Sie tritt die Nachfolge von Reiner Hoffmann an, der den DGB seit 2014 geführt hatte. Fahimi wird ihr Mandat als Abgeordnete der SPD ablegen, wie sie in einem Brief an den SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich erklärte.
Die Hannoveranerin ist nach all den Jahren die erste Frau an der Spitze des Gewerkschaftsbundes. Die Diplom-Chemikerin hat im gewerkschaftlichen Bereich bereits verschiedene Stationen in der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) durchlaufen. Unter anderem war sie von 2000 bis 2013 Gewerkschaftssekretärin. Bei ihrer Antrittsrede als DGB-Chefin skizzierte sie direkt einmal, worauf es ihr ankommt: „Wir wollen Lebensverhältnisse, die Glück und Perspektiven schaffen.“, so Fahimi. Sie glaubt kaum daran, dass das allein über den Markt zu bewerkstelligen ist. Die 54-Jährige ist überzeugt davon, dass es einer Gemeinwohlorientierung bedarf, „die nicht alles dem Markt überlässt.“
Yasmin Fahimi Lebenslauf: Von der SPD-Generalsekretärin zur Staatssekretärin zur DGB-Vorsitzenden
Yasmin Fahimis Lebenslauf ist umfangreich, nicht nur im gewerkschaftlichen Rahmen blickt die neue Chefin des DGB auf einiges an Erfahrung zurück: Auch in ihrer Partei, der SPD, hat sie bereits verschiedene Positionen bekleidet. Yasmin Fahimi, die erst Elektrotechnik studierte und dann in die Chemie wechselte, sitzt seit 2017 für ihre Partei im Bundestag. Zwischen 2014 und 2015 war sie Generalsekretärin der Sozialdemokraten, von 2016 bis 2017 wiederum Staatssekretärin für Arbeit und Soziales.
Vorgeschlagen für die Stelle als neue Chefin des DGB hatte sie der Chef der IG-Metall, Jörg Hofmann. Er sagte, Fahimi sei eine „erfahrene und in den Belangen der Arbeitswelt sehr versierte Kollegin“. Das sehen ganz offensichtlich auch die Wahlberechtigten so, die sie mit weit über 90 Prozent wählten. Ursprünglcih
Yasmin Fahimi Herkunft: Einer Niedersächsin wird Chefin des DGB
Yasmin Fahimis Herkunft liegt im Bundesland von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) – Niedersachsen. Mit Fahimi ist eine gebürtige Hannoveranerin nun Vorsitzende des DGB. Die 54-jährige, die in ihrer neuen Rolle vermehrt gegen die Diskriminierung von Frauen im Arbeitsleben kämpfen möchte, wurde 1967 in der niedersächsischen Landeshauptstadt geboren. Ihre eigene Personalie zeigt, wie wichtig der Kampf für Frauenrechte im Arbeitsleben ist: 70 Jahre hatte es gedauert, bis mit ihr die erste Frau DGB-Chefin wurde.
Die Niedersächsin ist für klare Worte bekannt. Mit ihr könnte auch für die Ampelkoalition unter Olaf Scholz (SPD) bald ein strengerer Wind wehen. Fahimi sagt: „Wir wollen mehr Mitbestimmung im wirtschaftlichen Geschehen dieses Landes. Und das wird sicherlich auch noch Reibungen geben.“ Für die Hannoveranerin ist bezahlbarer Wohnraum ein wichtiges Thema. Bei ihrer Antrittsrede griff Fahimi noch ein weiteres Thema auf, um das derzeit kaum einer herumkommt: Mit Blick auf Wladimir Putin und seinen Angriffskrieg in der Ukraine sagte sie: „Das werden wir alle Putin nie verzeihen.“ Sie ergänzt: „Wir sind kampfbereit überall dort, wo wir Unrecht sehen.“ Für Fahimi gibt es einiges zu tun.
