Die Beziehungen zwischen China und Russland sind auf „noch nie dagewesenen Niveau“. Bald könnten sich Xi Jinping und Putin erneut persönlich treffen.
Für Chinas Staatschef ist es „eine gute Tradition“: Am Donnerstagnachmittag hat Xi Jinping mit Russlands Präsident Wladimir Putin telefoniert, um Neujahrsgrüße auszutauschen, wie das chinesische Außenministerium mitteilte. China und andere asiatische Länder starten am kommenden Samstag mit dem sogenannten Frühlingsfest ins „Jahr des Drachen“.
Bei dem Telefonat sagte Xi Jinping demnach, sein Land sei bereit, „mit Russland zusammenzuarbeiten“, um „gemeinsam ein neues Kapitel in den chinesisch-russischen Beziehungen aufzuschlagen“. Mit Blick auf den 75. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern erklärte Xi, China und Russland hätten „viele Stürme gemeinsam überstanden“ und sollten auch in Zukunft „eng zusammenarbeiten, um die Souveränität, die Sicherheit und die Entwicklungsinteressen ihrer jeweiligen Länder zu verteidigen“.
Nach dem Gespräch erklärte der Kreml-Berater Juri Uschakow, Xi und Putin hätten „ihre gegenseitige Ablehnung des US-Kurses zum Ausdruck gebracht, der darauf abzielt, sich in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen. Unsere Länder akzeptieren auch keinen politischen und militärischen Druck seitens der Vereinigten Staaten“. Zudem gebe es Überlegungen für ein persönliches Treffen. „Es ist noch zu früh, um über konkrete Pläne für Besuche oder Treffen zu sprechen, aber ich kann sagen, dass wir sie in Betracht ziehen“, sagte Uschakow laut der russischen Nachrichtenagentur TASS. Xi Jinping war zuletzt im vergangenen März von Putin in Moskau empfangen worden.
China und Russland: enge Verbündete im Ukraine-Krieg
China ist einer der engsten Verbündeten des Kreml und hat den russischen Einmarsch in die Ukraine bislang nicht verurteilt. Auch einen Abzug der russischen Truppen aus den besetzten Gebieten fordert China nicht; vielmehr spricht Peking stets nur allgemein davon, dass die „Souveränität aller Länder“ geachtet werden müsse. Während sich Xi und Putin regelmäßig austauschen, unterhält Peking kaum Kontakt zur Regierung in Kiew.
Mit Waffen oder Munition unterstützt Peking Russland im Ukraine-Krieg zwar nicht; gleichzeitig aber treibt China fleißig Handel mit Moskau. So erreichte der bilaterale Handel im vergangenen Jahr ein Rekordhoch von mehr als 240 Milliarden US-Dollar (rund 219 Milliarden Euro), ein Plus von 26,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Kreml-Berater Uschakow sprach nun von Beziehungen auf einem „noch nie dagewesenen Niveau“. (sh)