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Nagelpilz-Mittel bei Stiftung Warentest: 15 Arzneien sind besonders geeignet

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Die Therapie von Nagelpilz erfordert Geduld und Konsequenz. Erst wenn der betroffene Nagel gesund nachgewachsen ist, sollte man die Behandlung stoppen.

Im Sommer wird das offene Schuhwerk aus dem Schrank geholt. Doch nicht jeder zeigt seine Füße gern. Wer etwa von Nagelpilz betroffen ist, hat Hemmungen. Die ersten Anzeichen der Erkrankung sind meist harmlos: Verfärbungen der Nägel, die von weißlich-gelblich bis bräunlich reichen, können erste Hinweise sein. Im weiteren Verlauf kann der Nagel verdicken, brüchig werden und sich an den Rändern lösen. In einigen Fällen befällt der Pilz auch das Nagelbett, was mit Schmerzen und Rötungen einhergehen kann.

Verantwortlich für den unschönen Anblick sind meist Hautpilze (Dermatophyten), seltener Hefe- oder Schimmelpilze, wie das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) auf seinem Portal Gesundheitsinformation.de informiert. Die Pilze fühlen sich in feuchtwarmer Umgebung wohl. Schwimmbäder, Saunen und enge Schuhe bieten ihnen ein ideales Zuhause. Aber auch Fußverletzungen oder ein geschwächtes Immunsystem können den Pilzen den Weg auf die Nägel ebnen. Oft ist Nagelpilz die Folge von Fußpilz, wie das IQWiG informiert.

Nagelpilz erfolgreich behandeln: Welche Möglichkeiten gibt es?

Die Therapie von Nagelpilz erfordert Geduld, da die Pilze oft tief im Nagel sitzen. Je nach Ausprägung kommen verschiedene Behandlungsmethoden infrage:

  • Lacke und Cremes: Für leichtere Fälle eignen sich antimykotische Lacke oder Cremes, die direkt auf den befallenen Nagel aufgetragen werden.
  • Tabletten: Bei starkem Befall verschreibt der Arzt meist Tabletten, die den Pilz bekämpfen.
  • Lasertherapie: In einigen Fällen kann auch eine Lasertherapie zum Einsatz kommen, die den Pilz abtötet. „Einige Studien und Übersichtsarbeiten zeigen zwar einen positiven Effekt für die Kombinationstherapie aus Laser und Antimykotika, allerdings stehen groß angelegte Langzeitstudien derzeit noch aus“, erklärt Hautärztin Dr. Miriam Zidane von der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft im Apotheken-Umschau-Interview.
Nagelpilz kann Betroffene enorm belasten. Das kann so weit gehen, dass diese kein offenes Schuhwerk mehr tragen. (Symbolbild)

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Stiftung Warentest prüft verschiedene Präparate

Die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest hat 58 Medikamente gegen Nagelpilz getestet – darunter sechs Präparate, die ohne Verschreibung in Apotheken gekauft werden können und 52 Mittel rezeptpflichtige Mittel. „Basis für unsere Bewertung der Medikamente ist die veröffent­lichte Literatur zum jeweiligen Wirk­stoff und Anwendungs­gebiet. Dabei berufen wir uns unter anderem auf aktuelle und allgemein anerkannte wissenschaftliche Fach­literatur und hoch­wertige klinische Studien“, heißt es vonseiten der Stiftung Warentest.

15 Präparate werden als „geeignet“ klassifiziert, 41 als „mit Einschränkung geeignet“ und zwei Mittel als „ungeeignet“. Eine Auswahl der Testsieger:

  • Ciclopoli gegen Nagelpilz von Almirall Hermal (nicht rezeptpflichtig): Geeignet bei Nagelpilzen im Anfangsstadium der Erkrankung.
  • Canesten Extra Nagelset
  • Terbinafin-1A Pharma 250 mg Tabletten von 1 A Pharma (rezeptpflichtig): Geeignet bei hartnäckigen Nagelpilzen durch typische Erreger (Dermatophyten), die mit äußerlich anzuwendenden Mitteln nicht ausreichend behandelt werden können.
  • Terbinafin AbZ 250 mg Tabletten von AbZ-Pharma (rezeptpflichtig): Ebenfalls als geeignet eingestuft bei hartnäckigem Pilzbefall.

Als „ungeeignet“ schneiden die Canesten Creme von Bayer Vital und das Exoderil Gel von Medice Arzneimittel Pütter ab. Beide Produkte seien wenig geeignet bei Nagelpilz, weil die therapeutische Wirksamkeit nicht ausreichend nachgewiesen ist, so die Stiftung Warentest.

Welches Produkt für Sie infrage kommt, kann nur der behandelnde Mediziner entscheiden.

Die richtige Pflege je nach Hauttyp: Wie Sie trockene, fettige oder sensible Haut am besten versorgen

Junge Frau am Strand
Vor allem junge Menschen kämpfen oft mit fettiger Haut. Pickel und Mitesser sind bei diesem Hauttyp häufig, weil die Talg-Überproduktion zu einer Verstopfung der Poren führt. „Für Sie ist wichtig, dass Ihre Pflegeprodukte nicht zu reichhaltig sind. Das bedeutet, Ihre Haut benötigt Feuchtigkeit, aber nicht noch mehr Fett“, so eine Information des Hautarztzentrums Kiel. Die morgendliche und abendliche Reinigung sei ebenfalls wichtig, um die Haut vom überschüssigen Talg zu befreien. Waschschaum und eine leichte Creme mit Salizylsäure sowie ein Gesichtswasser würden sich aufgrund der antibakteriellen und entfettenden Wirkung besonders anbieten bei fettiger Haut.  © Stephan Klapszus/Imago
Frau blickt in Spiegel
Sensible Haut erkennen Sie daran, dass Sie besonders empfindlich auf äußere Reize wie heiße und kalte Luft reagiert. Auch Kontakt mit Duft- und Konservierungsstoffen hat häufig Hautirritationen wie Rötung zur Folge. Aggressive Peelings, Seife und andere reizende Waschsubstanzen sollten nicht verwendet werden, informiert das Hautarztzentrum Kiel auf seiner Website. „Ihre Haut braucht eine Pflege, die viel Feuchtigkeit enthält, sie nicht beschwert und bestenfalls frei von Duft-, Konservierungs- und Farbstoffen ist“, heißt es weiter: „Eine leichte Tages- und Nachtpflege für empfindliche Haut reich völlig aus. Zum Reinigen sollten Sie ein mildes Waschgel ohne Peelingmaterialien verwenden“.  © Imago
Trockene Haut eincremen
In den meisten Fällen ist falsche Pflege die Ursache von zu trockener Haut. Wie die Krankenkasse AOK informiert, sollten Menschen mit trockener Haut auf langes, häufiges und heißes Duschen bzw. Baden verzichten, milde und rückfettende Reinigungsmittel verwenden und zu Feuchtigkeitscreme greifen. Trotz dieser Maßnahmen bleiben die Probleme bestehen? Dann könnte eine Hautkrankheit dahinter stecken, die behandelt werden muss.  © Imago
Frau trägt Lippenstift auf und schaut in den Spiegel
Trockene Wangen und zu Pickeln und Mitessern neigende T-Zone (Stirn, Nase und Kinn) sind typische Merkmale der Mischhaut. Die Pflege dieser Haut sollte zweigeteilt werden: Die trockenen Stellen sollten nur mit Wasser oder sanften Reinigungsmitteln in Berührung kommen. Die fettigen Stellen können mit Substanzen gereinigt werden, die entfettend wirken, etwa Salizylsäure. „Sie können zudem zwei verschiedene Cremes verwenden: Eine für fettige Haut und eine für normale oder trockene Haut“, so eine Information des Hautarztzentrums Kiel.  © Aleksei Isachenko/Imago
Wegweiser zu einer Hautärztin in Luxemburg
Ihre Hautprobleme bleiben bestehen, obwohl Sie Ihre Pflegeroutine geändert haben? In dem Fall könnte es sein, dass Sie an einer Hautkrankheit leiden, die behandelt werden muss. Suchen Sie einen Hautarzt oder eine Hautärztin auf. Diese/r kann die richtige Diagnose stellen und je nach Befund die passende Therapie empfehlen.  © Sascha Steinach/Imago

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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