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300 Euro Bankgebühren? Das sollten Sie beim Girokonto beachten

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Girokonto-Gebühren werden von Banken kontinuierlich erhöht. Ein Wechsel kann sich finanziell stark lohnen. Beachten Sie diese Punkte vor dem Umstieg.

München - Das Girokonto ist nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken: Einkaufen, Gehaltseingang, Miete und Online-Shopping. Tausende Girokonten werden von verschiedenen Banken angeboten – da fällt die richtige Girokonto-Wahl schwer. Die Kosten sind ein zentraler Aspekt bei der Wahl eines Girokontos. Ein Girokonto kostet in Deutschland jährlich im Schnitt knapp 120 Euro, das zeigt eine Erhebung der Stiftung Warentest. Spitzenwerte liegen dabei sogar bei mehr als 300 Euro jährliche Gesamtgebühren.

Und die Preise steigen weiter. In einer Umfrage des Vergleichsportals Verifox gab jeder zweite Befragte an, dass es in den letzten zwei Jahren zu einer Preiserhöhung für das Girokonto kam. Wie hoch die Gebühren sind, unterscheidet sich je nach Bankengruppe sehr unterschiedlich. Daher kann sich ein Wechsel des Girokontos lohnen.

Wechsel des Girokontos: Kontoführungsgebühren und Bezahlkarten

Sollten Sie einen Wechsel erwägen, lohnt sich zunächst ein Blick auf die Kontoführungsgebühren. Während einige Banken kostenlose Konten anbieten, verlangen andere eine monatliche Grundgebühr. Laut der Verifox-Umfrage müssen 82 Prozent der Befragten Gebühren für ihr hauptsächlich genutztes Girokonto zahlen. Doch nicht alle Girokonto-Gebühren sind erlaubt.

Neben einer monatlichen Gebühr fallen oft auch Kosten für Karten an. Die meisten Banken bieten verschiedene Kartentypen an:

  • Kundenkarte
  • Girokarte
  • Debitkarte
  • Kreditkarte

Zur Auswahl des Girokontos sollten Sie daher prüfen, welche Karten enthalten sind und wie hoch der Preis für die jeweilige Bezahlkarte ausfällt. Die höchste Flexibilität bieten Konten mit Girokarte/Debitkarte und Kreditkarte, so die Verbraucherzentrale.

Auf diese Kostenpunkte sollten Sie achten

Neben den Kontoführungsgebühren und den Kosten für die Bezahlkarten gibt es auch weniger offensichtliche Kostenpunkte, auf die Sie achten sollten:

  • Kosten für (Echtzeit)-Überweisungen
  • Gebühren für Bargeldeinzahlungen
  • Kosten für TAN-Gerät
  • Kosten für Daueraufträge

Mit Girokonto-Wechsel bis zu 50 Euro monatlich sparen

Wer von hohen Gebühren zu einem günstigen oder sogar kostenlosen Konto wechselt, kann bis zu 50 Euro monatlich sparen, so Ulf Linke, Experte für Verbraucherschutz bei der BaFin, gegenüber dem ZDF. Aber Vorsicht – oft sind diese Konten an gewisse Bedingungen geknüpft, wie zum Beispiel ein bestimmter monatlicher Geldeingang. Oder aber auch, dass neben dem Girokonto ein Depot eröffnet werden muss.

Online-Banking oder persönliche Beratung?

Zunächst sollten Sie sich überlegen, welche Bedürfnisse Sie haben. Reicht Ihnen ein reines Onlinekonto oder benötigen Sie einen Bankberater vor Ort? Direktbanken ohne Filialnetz sind oft günstiger, erlauben aber nur Online- oder Telefon-Banking. Hier sollten Sie besonders auf ein sicheres Verfahren zur Sicherung der Online-Transaktionen achten. Denn im Falle eines Bankbetrugs hilft die Bank selten weiter.

Ein Girokonto kostet durchschnittlich 120 Euro im Jahr. (Symbolbild)

Zudem ist ein dichtes Netz von Geldautomaten wichtig, um jederzeit und überall kostenlos Bargeld abheben zu können. Prüfen Sie, zu welchen der großen Automatennetzwerke Ihre Bank gehört und ob Abhebungen deutschland-, europa- oder sogar weltweit kostenlos sind.

So gelingt der Kontowechsel

Nehmen Sie sich Zeit für einen Girokontenvergleich. Der Marktvergleich zeigt, dass die Kontokosten bei vergleichbaren Leistungen oft weit auseinandergehen. Ein Kontenvergleich der BaFin bietet einen breiten Überblick über rund 6.900 Giro- und Basiskonten.

Außerdem gibt es eine gesetzlich verankerte Kontowechselhilfe, zu der alle Banken seit einigen Jahren verpflichtet sind. Diese können Sie per Formular bei beiden Banken beantragen. Dabei werden Daueraufträge und Lastschriften von einer Bank zur anderen transferiert. Sie können dabei auch die Schließung des alten Kontos beauftragen. Beachten Sie, dass die Kontowechselhilfe nicht immer kostenlos ist, auch wenn sie oft so angeboten wird. (jsch)

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