- VonAnna-Lena Kiegerlschließen
Im Koalitionsausschuss der Ampel sollten neue Ziele geschaffen werden. Dabei wurden 45 Milliarden zusätzlich für die Bahn beschlossen. So sollen Verbraucher davon profitieren.
Berlin – Der dreitägige Koalitionsausschuss der Regierungsparteien SPD, Grüne und FDP war am Montagabend, 28. März, gerade beendet, da traten die Parteivorsitzenden Lars Klingbeil, Ricarda Lang und Christian Lindner in einer Pressekonferenz zu den beschlossenen Kompromissen auch schon vor die Kameras. Dabei wurde auch ein zusätzliches Vermögen von 45 Milliarden Euro angekündigt, das die Ampel für die Bahn und das Schienennetz nutzen will.
45 Milliarden für die Bahn: LKW-Maut soll das Projekt der Ampel für die Schiene teilweise finanzieren
Besonders die Grünen, unter der Führung von Ricarda Lang, sind schon lange für einen Ausbau des Schienennetzes. Unter anderem wurde bereits das 49-Euro-Ticket beschlossen. Die Grünen-Vorsitzende erklärte das Vorgehen in der Pressekonferenz: „Wir als Ampel werden die LKW-Maut ab dem nächsten Jahr erhöhen. Das Geld, was dort neu reinkommt, wird zu 80 Prozent in den Ausbau der Schiene und in eine moderne Bahn fließen.“ Die Bahn soll also weiter ausgebaut und modernisiert werden. Die Kosten sollen durch höhere Maut-Gebüren für LKW ausgeglichen werden.
Laut Tagesschau wurde dies bereits vor einigen Wochen durch den Vorsitzenden der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Martin Burkert, gefordert. „Wir brauchen 90 Milliarden Euro bis 2027. Also 45 Milliarden Euro frisches Geld, damit wirklich was gelingen kann und die Schiene der Verkehrsträger Nummer Eins wird“, so Burkert.
Nach dem Ampel-Koalitionsausschuss: Ausbau und Erneuerung der Schienen als zentrales Ziel
Damit kommt die Ampel nun also den Forderungen der EVG nach. Aber was soll mit dem Geld passieren? Wo besteht Einsetzungsbedarf für die zusätzlichen Mittel? Fokussiert man sich auf die Ziele für die Bahn, die auf der Website des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr bereits vor einigen Monaten bekannt gegeben wurden, steht vor allem die Sanierung des Schienennetzes auf dem Plan. Ganze Streckenabschnitte sollen saniert werden, statt nur kleine Reparaturen durchzuführen. Dadurch soll das Reisen pünktlicher und komfortabler werden. Durch die Maßnahmen sind allerdings auch längere Strecken-Sperrungen die Folge, denn vom Gleisbett über die Signalanlagen bis zu den Oberleitungen soll alles neu gemacht werden.
Auch der Deutschlandtakt, sowie die Elektrifizierung der Netze, stehen bereits länger auf dem Plan. Der Deutschlandtakt soll den Schienenverkehr bundesweit besser vertakten und durchgängige Kapazitäten für den Güterverkehr bereitstellen. Zuletzt wurde er vom Fahrgastverband „Pro Bahn“ kritisiert. Außerdem soll laut Zeit.de der ÖPNV in ländlichen Regionen ausgebaut werden. Darüber hinaus soll bis 2030 ein Marktanteil von 25 Prozent beim Schienengüterverkehr erreicht werden.
Zusätzliches Vermögen: Große Chance für Verbraucher auf mehr Pünktlichkeit und Komfort bei der Bahn
Insgesamt also ziemlich große Ziele, die den ÖPNV betreffen. Inwiefern genau das Geld genutzt werden soll, wurde allerdings noch nicht bekannt gegeben. Trotzdem ergibt sich durch das zusätzliche Vermögen die Möglichkeit, den ÖPNV für Verbraucher deutlich zu verbessern. Vor allem höhere Pünktlichkeit, denn 2022 kamen nur 65 Prozent der Züge pünktlich an, mehr Komfort, sowie eine bessere Anbindung für Bürger auf dem Land, bieten sich jetzt an. Ob diese Möglichkeit auch genutzt und sinnvoll umgesetzt wird, wird sich jedoch erst zeigen.