Gefährlicher Trick 17

Ibuprofen 800 durch zwei Tabletten mit 400 Milligramm Wirkstoff ersetzen? Mediziner rät eindringlich davon ab

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Ibuprofen mit bis zu 400 Milligramm Wirkstoff pro Tablette gibt es frei verkäuflich in Apotheken. Ab dieser Grenze ist das Medikament rezeptpflichtig – aus gutem Grund.

Wie Penicillin war auch die Entdeckung des Wirkstoffs Ibuprofen Zufall. Der englische Pharmakologe Stewart Adams suchte Mitte des 20. Jahrhunderts nach einem Arzneistoff, der gegen Rheumatoide Arthritis Wirkung zeigt. Zufällig entdeckte er die schmerzstillende Wirkung von Ibuprofen und testete das Präparat der Überlieferung nach zuerst an sich selbst. Er nahm nach einer durchzechten Nacht 600 Milligramm gegen einen Wodka-Kater ein und stellte fest, dass seine Kopfschmerzen nachließen, heißt es weiter vonseiten der Deutschen Apotheker Zeitung (DAZ).

1969 wurde Ibuprofen auf dem Markt eingeführt – und ist seitdem einer der „Verkaufsschlager“ in Apotheken. Mehr als die Hälfte des Umsatzes durch frei verkäufliche Schmerzmittel, rund 320 Millionen Euro, entfiel im Jahr 2017 auf ibuprofenhaltige Präparate, so die DAZ. Das Problem: Viele davon werden ohne ärztlichen Rat eingenommen – und falsch dosiert.

„Es gibt medizinische Gründe, warum Ibuprofen in hoher Dosierung rezeptpflichtig ist“

Ibuprofen wirkt entzündungshemmend, schmerzstillend und fiebersenkend. Eingesetzt wird es bei leichten bis mäßig starken Schmerzen, zum Beispiel bei Muskel- und Gelenkbeschwerden, Kopfschmerzen und Migräne oder Zahnschmerzen. Auch zur Behandlung von Erkältungen und grippalen Infekten wird das Schmerzmittel von Fachleuten empfohlen.

Ibuprofen wirkt bei Kopfschmerzen bis hin zu rheumatischen Beschwerden. Deshalb ist das Medikament fester Bestandteil in vielen Hausapotheken.

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Präparate mit einem Wirkstoffgehalt von mehr als 400 Milligramm Ibuprofen sind rezeptpflichtig. Niedriger dosierte Präparate gibt es frei verkäuflich in Apotheken. Wer allerdings zwei Ibuprofen-Tabletten mit Wirkstoffgehalt 400 Milligramm schluckt, kommt auf insgesamt 800 Milligramm Wirkstoff.

Wie oft darf ich Ibu 400 am Tag nehmen?

Die Deutsche Apotheker Zeitung informiert, dass man Präparate mit dem Wirkstoff Ibuprofen in einer Dosierung von 400 Milligramm alle vier bis sechs Stunden einnehmen kann. Die maximale Tagesdosis darf 2.400 mg nicht überschreiten, heißt es weiter.

Das sollte man tunlichst unterlassen, so Dominik Irnich. Der Professor an der Interdisziplinären Schmerzambulanz und Klinik für Anästhesiologie des LMU Klinikums der Universität München sagt dem Portal Fitbook zufolge: „Es gibt medizinische Gründe, warum Ibuprofen in hoher Dosierung rezeptpflichtig ist. Dies sollte nicht durch Einnahme zweier Tabletten umgangen werden.“

Stress nachhaltig reduzieren – mit bewährten Entspannungstechniken

Frau macht Yoga-Pose
Meditation ist eine Technik, mit deren Hilfe man in den Moment findet, statt sich in Gedanken zu verlieren. Wie die Techniker Krankenkasse weiter informiert, lernen Sie im Rahmen der Mediation, Gedanken kommen und gehen zu lassen, ohne diese festzuhalten oder zu bewerten. Das Ziel: Abstand zum alltäglichen Stress gewinnen. Krankenkassen, Yoga-Studios und auch viele Fitnessstudios bieten Kurse an. Auch mithilfe von Apps kann man ausprobieren, ob Meditation etwas für einen ist.  © Marcos Castillo/Imago
Frau macht Yoga-Übung
Yoga kräftigt und dehnt auch die tiefliegenden Muskelgruppen. Doch die fernöstliche Lehre, die viele körperliche, aber auch geistige Übungen umfasst, kann mehr. Denn die Entspannungsübungen im Yoga verlangsamen die Atmung, was beruhigende Wirkung auf den gesamten Organismus hat. Wer sich ausprobieren möchte, sieht sich mit einer Fülle von Angeboten konfrontiert. Yoga- und Fitnessstudios, aber auch Krankenkassen und Volkshochschulen bieten Kurse an.  © svyatoslav lipinskiy/Imago
Junge Frau liegt in Sportklamotten auf einer Yoga-Matte.
Viele Menschen schwören auf progressive Muskelentspannung, wenn sie zur Ruhe kommen wollen. Das Prinzip dahinter: Durch gezielte An- und Entspannung der Muskeln verringert sich die Aktivität der Nerven und die psychische Anspannung nimmt ab. Wie die AOK weiter informiert, kann man nach vorheriger Anleitung durch einen entsprechend ausgebildeten Therapeuten die Übungen auch selbstständig durchführen. © Ivan Gener/Imago
Frau liegt mit geschlossenen Augen im Gras
Autogenes Training ist ein Entspannungsverfahren, das über gedankliche Konzentration zur Ruhe finden lassen soll. Hier werden nicht, wie bei der progressiven Muskelentspannung, Muskeln bewusst angespannt und entspannt. Wie die Neurologen und Psychiater im Netz weiter informieren, ist es viel mehr eine Art Selbsthypnose, die beim autogenen Training stattfindet. Mithilfe von Mantra-artigen Übungsformeln (z. B. „Der rechte Arm ist ganz schwer“ oder „Der rechte Arm ist ganz warm“) soll erreicht werden, dass der gesamte Organismus zur Ruhe kommt. Kurse finden Sie unter anderem bei Ihrer Krankenkasse und der Volkshochschule.  © Olga Pankova/Imago
Frau atmet tief durch an der frischen Luft.
Atemtechniken helfen dabei, starken Stress zu reduzieren. Bei Anspannung flacht die Atmung in der Regel ab, die Luft wird nicht weiter als in den Brustraum eingeatmet. Eine ruhige, regelmäßige Bauchatmung führt aber dazu, dass sich Muskeln entspannen und der Körper besser durchblutet wird. Auch der Blutdruck kann so gesenkt werden. Und so sieht eine gesunde und tiefe Bauchatmung nach der 4/7/11-Regel aus: 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden ausatmen und das ganze 11 Minuten durchhalten. © Imago
Fröhliche, in eine Decke gehüllte junge Frau sitzt mit einer Tasse heißer Schokolade auf der Terrasse eines Bungalows
Achtsamkeit hat sich der Techniker Krankenkasse zufolge in vielen Studien als wirksam zur Stressreduktion erwiesen. In anerkannten Kursen zur „Mindfulness Based Stress Reduction“ würden Techniken erlernt werden, die helfen, im Hier und Jetzt statt in der Vergangenheit oder in der Zukunft zu sein – und das nicht nur körperlich, sondern auch mental. Ein wichtiger Aspekt: Achtsam sein bedeutet, jegliche Bewertung aus den Gedanken zu verbannen. Der Moment, die Atmung, die Geräusche im außen werden also ausschließlich wahrgenommen, man denkt an nichts.  © Aleksei Isachenko/Imago
Frau wandert auf den Heimgarten
Viele Menschen machen intuitiv das Richtige, wenn sie sich gestresst fühlen. Sport empfinden viele als sehr gutes Ventil, um Druck abzulassen. Der Techniker Krankenkasse zufolge zählt Sport zwar nicht zu den typischen Entspannungstechniken, man spricht vielmehr von einer sogenannten passiven Methode.  © Imago
Frau liegt in der Badewanne
Zu den sogenannten passiven Methoden zählt nicht nur der Sport. Auch eine entspannte Auszeit in der Badewanne, ein Spaziergang oder Zeit mit einem guten Buch können den Stresslevel enorm senken, indem sie Zufriedenheitserlebnisse schaffen, so die Techniker Krankenkasse.  © Imago

Ibuprofen: Nebenwirkungen können gefährlich werden

Denn Ibuprofen birgt – wie alle Medikamente – Nebenwirkungen. Besonders bei falscher Dosierung steigt das Risiko, dass unerwünschte Wirkungen eintreten. Dazu zählen Sodbrennen, Übelkeit, Durchfall, Erbrechen oder Verstopfung. Doch auch schwerwiegende Komplikationen sind möglich, etwa Blutungen in Magen und Darm.

„Insgesamt ist zu hinterfragen, warum Ibuprofen und andere ähnliche Schmerzmedikamente angesichts der vielen unerwünschten Wirkungen und Kontraindikationen, vor allem bei älteren Menschen, überhaupt rezeptfrei zu kaufen sind“, erklärt Professor Irnich dem Portal Fitbook zufolge.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

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