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Drei Monate gibt es das erfolgreiche 9-Euro-Ticket, ab September ist Schluss. Wie es danach weitergeht? Die Verbraucherzentrale hat klare Vorstellungen.
Berlin – „...Juni, Juli, August, weckt in den Deutschen die Reiselust“ – so ließe sich ein bekanntes Kinderlied adaptieren, sieht man sich die Verkaufszahlen des 9-Euro-Tickets bisher an. Das Pilotprojekt, das noch einen Monat lang Fahrten quer durch die Bundesrepublik für kleines Geld ermöglicht, ist ein echter Kassenschlager. Doch in die Verlängerung wird das Angebot wohl nicht gehen.
9-Euro-Ticket läuft aus: Verbraucherzentrale fordert Folgeangebot
Markus Söder hat bereits einen Vorschlag gemacht, wie er sich ein Folgeangebot für das 9-Euro-Ticket vorstellen könnte. Nun meldet sich auch die Vorsitzende des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), Ramona Pop, zu Wort und fordert ein nahtlos anschließendes Nachfolgeticket. Während eine Verlängerung des Tankrabatts ihrer Ansicht nach „Menschen mit geringem Einkommen“ wenig nutzen würde, weil diese sich die, von dem Angebot meistbegünstigten „Spritschlucker gar nicht leisten“ könnten, hätten die Verkaufszahlen bis dato gezeigt, dass das 9-Euro-Ticket sehr gut angenommen werde.
„Wir fordern eine Fortführung mit einem 29-Euro-Ticket ab September“, so Pop dementsprechend den Zeitungen der Funke Mediengruppe gegenüber. „Wir müssen den Umstieg auf den Öffentlichen Nahverkehr fördern“, ist die frühere Grünen-Politikerin sicher. „Wenn man den Umstieg ernst meint, muss man dafür Geld in die Hand nehmen.“
Verbraucherzentrale: „Abbau von Bahnstrecken in den vergangenen Jahrzehnten war eine Fehlentscheidung“
"Der Abbau von Bahnstrecken in den vergangenen Jahrzehnten war eine Fehlentscheidung", konzediert Pop. Gerade im ländlichen Raum mangele es an ordentlichen Verbindungen und Angeboten. In den öffentlichen Nahverkehr zu investieren, erscheint daher also gleich doppelt geboten. Das umweltfreundliche 9-Euro-Ticket habe gezeigt, wie man klimaverträglich unterwegs sein könne – und das zu einem erschwinglichen Preis. "Ein großer Vorteil ist die Einfachheit, man muss nicht mehr die komplizierten Tarifstrukturen verschiedener Verkehrsverbünde verstehen, um das richtige Ticket zu kaufen", sprach sich die frühere Berliner Wirtschaftssenatorin für das neue System aus. (askl)
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