Mülltrennung

Abfall-Mythen aufgeklärt: Was in die Papiertonne darf – und was nicht

Über die korrekte Mülltrennung herrscht häufig Uneinigkeit. Selbst bei der Entsorgung von Altpapier in die blaue Tonne kann man einiges falsch machen.

Kassel – Man sagt ja den Deutschen oft nach, ordnungsliebend zu sein. Bezogen auf die Müllentsorgung mag das stimmen. Immerhin achten viele bei der Mülltrennung genau darauf, welcher Müll in die gelben, braunen, manchmal blauen, manchmal grünen und grauen Tonnen gehört. Oftmals sorgen aber auch lokale Bestimmungen für Verwirrung. Bestes Beispiel: In Kassel, wo der Landkreis kompostierbare Biobeutel gestattet, die Stadt Kassel aber nicht.

Doch in Sachen korrekter Müllentsorgung gibt es immer noch viele Irrtümer. In welche Tonne kommt etwa das benutzte Taschentuch? Gehört Alufolie in den Gelben Sack oder in den Restmüll? Vermeintlich einfach hat man es da bei der Papiertonne. Da steht auf den meisten Tonnen schon darauf, was hineinkommt, nämlich Altpapier. Fehler sind hier selten, oder?

Nur bestimmte Papiere und Pappen dürfen in die blaue Tonne, alle anderen müssen draußen bleiben. (Symbolbild)

Altpapiertonne: Bei der Mülltrennung ist Papier nicht gleich Papier

Fehler beim Altpapier sind häufiger, als oftmals angenommen. Das lässt sich auch der Internetseite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) entnehmen. Altpapier fällt nicht nur in privaten Haushalten und Kleinbetrieben an, sondern auch in gewerblichen Stellen wie Kaufhäusern, Fachgeschäften oder Supermärkten.

Entsprechend ist die Bandbreite an unterschiedlichen Altpapierabfällen groß. In die blaue Tonne kommt dabei allerdings nur unbehandeltes Altpapier. Also Papier, dass nicht mit Wachs, Klebstoff, Lack oder mit anderen Mitteln imprägniert oder versetzt ist. Dazu zählt laut BMUV:

Das gehört in die blaue TonneDas gehört nicht in die blaue Tonne
Zeitungen / ZeitschriftenGetränkekartons
Verpackungen aus Papier, Pappe und KartonTapeten
Papiere, Kartons und Pappen aus Büros und VerwaltungenWachs-, Paraffin-, Bitumen- und Ölpapiere / -pappen
Schulmaterial aus PapierSelbstdurchschreibpapiere
Broschüren / BücherThermopapiere wie Kassenbons, Parktickets, Belebpapiere etc
Unbeschichtetes GeschenkpapierNassfest imprägnierte und / oder geleimte Papiere und Pappen
EierkartonsMit Kunststofflacken/-folien hergestellte Lack-/ Chrompapiere
GeschenkkartonsPapiere mit wasserunlöslichen Kleber (Haftnotizen, Briefkuverts)

So verbrauchen Sie weniger Papier und entlasten ihre Altpapiertonne

Aus alt macht neu: Durch eine gewissenhafte Papiertrennung kann man laut BMUV jeder seinen Beitrag leisten, dass aus Altpapier neue Produkte entstehen können – und schont so die Umwelt. Um unnötigen Verpackungsmüll zu vermeiden, rät das Umweltbundesamt, unerwünschte Kataloge, Prospekte oder Zeitschriften abzubestellen. Bevor der nächste Werbeprospekt ins Haus flattert, also einfach per Anruf aus den Verteilerlisten streichen lassen oder Werbebriefe und Kataloge mit dem Vermerk „Unfrei zurück an Absender! Unverlangte Sendung“ zurückgehen lassen. Ein Überblick, wie Sie Altpapier sparen können:

  • Abbestellen von unerwünschten Katalogen, Prospekten und Zeitschriften
  • Digitalisierung von Dokumenten und Versenden von Scans als E-Mail spart Papier und Platz
  • Informationen im Internet machen manches Archivieren überflüssig
  • Beide Papierseiten benutzen (das gilt auch fürs Drucken, falls möglich)

Auch Dokumente oder Unterlagen lassen sich häufig papiersparend einscannen und per E-Mail an den gewünschten Absender schicken. Ein weiterer Vorteil: Das Dokument befindet sich auf der Festplatte und kann so nicht verloren gehen. Beim Ausdrucken kann gespart werden, wenn beide Seiten zum Drucken genutzt werden. Auch bei Plastikabfällen gibt es häufig Irrtümer, was wirklich in die gelbe Tonne gehört und was nicht, erfahren Sie hier. (Niklas Müller)

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/Imago

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