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Abnehmen mit resistenter Stärke: So sollten Sie Nudeln und Kartoffeln zubereiten

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Haben Sie bisher auf Kartoffeln und Nudeln während einer Diät verzichtet? Das ist nicht nötig, denn gekocht und abgekühlt können sie beim Abnehmen sogar helfen.

Wer ein paar Kilos verlieren möchte, der kann neben einer gesunden Ernährung und viel Bewegung auf ein paar einfache Tricks zurückgreifen. Kaffee – das Lieblingsgetränk vieler Deutschen – hilft zum Beispiel bei einer Gewichtsreduzierung. Was manche jedoch nicht wissen: Dabei kommt es auf die richtige Uhrzeit an, wann Sie ihn trinken. Ein Glas Zitronenwasser am Morgen kann ebenfalls ein echter Diät-Booster sein. Hier ist allerdings vor allem die Wassertemperatur entscheidend. Obwohl es sich bei Kartoffeln, Nudeln und Reis um Kohlenhydrate handelt, auf die viele während einer Diät eher verzichten, können auch sie ein Abnehmvorhaben unterstützen. Auch hier spielt die Zubereitung und die Umwandlung in resistente Stärke eine wichtige Rolle.

Abnehmen: Resistente Stärke in Kartoffeln, Nudeln & Co. kann helfen – Zubereitung ist entscheidend

Kartoffeln, Nudeln und Reis gelten als Dickmacher. Dabei können sie richtig zubereitet beim Abnehmen helfen. Die sogenanne resistente Stärke spielt dabei eine wichtige Rolle.

Ähnlich wie Ballaststoffe kann resistente Stärke Blutzuckerschwankungen verhindern und ihnen vorbeugen. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel langsamer und fällt auch langsamer ab. Die Folge davon ist: Das Sättigungsgefühl hält länger an und Heißhungerattacken bleiben in der Regel aus. Somit isst man normalerweise weniger und nimmt gleichzeitig weniger Kalorien auf. Daher kann resistente Stärke beim Abnehmen unterstützen. Hier können vor allem stärkehaltige Lebensmittel wie Kartoffeln, Reis, Nudeln und Brot helfen, die zu den komplexen Kohlenhydraten zählen und eigentlich als Dickmacher gelten.

Diese Lebensmittel enthalten einen hohen Anteil an Stärke. Wie bei Haushaltszucker, der sogenannten Saccharose, oder Traubenzucker, auch Glukose genannt, handelt es sich dabei um ein Kohlenhydrat. Werden die ensprechenden Lebensmittel gekocht, dann quellen und platzen die Stärkekörner schließlich. Das macht sie für den menschlichen Körper verwertbarer. Resistente Stärke entsteht währenddessen durch das Abkühlen der gekochten stärkehaltigen Lebensmittel. Laut dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) dauert der Prozess ungefähr zwölf bis 24 Stunden. Die resistente Stärke bleibt dann auch beim erneuten Erhitzen bestehen. Beim Kochen und Abkühlen werden außerdem zehn Prozent der enthaltenen Stärke umgewandelt, so dass abgekühlte stärkehaltige Nahrungsmittel zehn Prozent weniger Kalorien liefern als beispielsweise frisch gekochte und heiß verspeiste Kartoffeln oder Nudeln.

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Abnehmen: Resistente Stärke fördert auch die Darmgesundheit

Resistente Stärke hilft aber nicht nur beim Abnehmen, sondern hat auch weitere positive Auswirkungen auf den Körper. In dieser Form gelangt die Stärke zum Beispiel unverdaut in den Dickdarm. Dort stellt sie vor allem für die guten Darmbakterien eine Nahrungsquelle dar. Milchsäurebakterien im Darm bauen die resistente Stärke ab und es ensteht die kurzkettige Fettsäure Butyrat (Buttersäure). Sie fördert eine gesunde Darmflora und schützt vor Entzündungen. Außerdem kann sie die Umwandlung von krebsstimulierenden Galensäuren hemmen und hat einen positiven Einfluss sowohl auf den Blutzuckerspiegel als auch auf die Blutfettwerte.

Sie helfen beim Abnehmen: Zehn Lebensmittel, die dem Darm guttun

Leinsamen
Leinsamen enthalten viele Ballaststoffe, die für einen gesunden Darm förderlich sind. Schließlich regen sie die Verdauung an und sorgen für eine langanhaltende Sättigung. So können sie auch beim Abnehmen unterstützen.  © kostin77/IMAGO
Pumpernickel
In Vollkornprodukten wie etwa Vollkornbrot sind vom Korn noch Schale, Keimling und Mehlkörper enthalten. Es enthält Ballaststoffe, Mineralstoffe und B-Vitamine, die besonders gut sättigen und die Verdauung anregen. So helfen sie nicht nur beim Abnehmen, sondern haben auch einen positiven Effekt auf den Darm und die Gesundheit. © HLPHOTO/IMAGO
Artischocken auf dem Blech
Artischocken enthalten viel Inulin, bei dem es sich um einen Mehrfachzucker handelt. Er zählt zu den Präbiotika und dient den guten Darmbakterien. © Westend61/IMAGO
Kichererbsen in Schüssel
Hülsenfrüchte wie Kichererbsen, Bohnen, Linsen und Erbsen sollten auch regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Denn sie enthalten viele Ballaststoffe für eine gesunde Darmflora. © Elenathewise/IMAGO
Zwei Gläser Joghurt
Naturjoghurt zählt zu den fermentierten Lebensmitteln, die vor allem wegen der Milchsäurebakterien gesund sind. Diese sorgen für eine leicht saure Umgebung im Darm, wodurch unerwünschte Bakterien abgetötet werden. Da fermentierte Lebensmittel auch reich an Ballaststoffen sind, können sie zusätzlich beim Abnehmen helfen. Sie regen die Verdauung an und sorgen für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl. © Zahard/IMAGO
Bananen
Inulin ist ein Mehrfachzucker und Ballaststoff, der beispielsweise in Bananen enthalten ist. Er dient den guten Darmbakterien als Futter und zählt deshalb zu den sogenannten Präbiotika. Inulin wirkt sich außerdem besonders günstig auf das Wachstum von entzündungshemmenden Darmbakterien aus. Auch Artischocken und Chicorée enthalten Inulin, der den Blutzucker stabil hält und die Verdauung anregt – und dadurch das Abnehmen unterstützen kann. © Imaginechina-Tuchong/IMAGO
Lachs
Fisch enthält viele der gesunden, ungesättigten Fettsäuren. Sie sind ebenfalls gut für den Darm, denn sie fördern und stärken die Schleimproduktion sowie das Zellwachstum und die Schutzfunktion.  © Ivanna/IMAGO
Geriebener Apfel und geriebene Karotte auf einem Teller
Obst- und Gemüsebrei enthalten Quellstoffe, die eine gesunde Darmflora fördern. Darmbakterien bauen dabei Quellstoffe zu kurzkettigen Fettsäuren ab, welche die Darmschleimhaut ernähren. Geriebener Apfel oder Möhrenbrei enthalten beispielsweise Quellstoffe. © profotokris/IMAGO
Pellkartoffeln
Pellkartoffeln gelten als darmgesundes Essen. Die Struktur der in Kartoffeln enthaltenen Stärke ändert sich, wenn sie gekocht und abgekühlt sind. So entsteht resistente Stärke, die einen positiven Effekt auf die Darmflora hat. Weil der Verdauungstrakt sie nicht zersetzen kann, zählt sie zu den Ballaststoffen. Sie wird außerdem zu Buttersäure abgebaut, die wiederum das Wachstum der Darmschleimhaut anregt und den Darm auf diese Weise schützt. Zudem verringert sich der Gehalt an Kohlenhydraten bei abgekühlten Kartoffeln, sodass sie das Abnehmen eher unterstützen. © CSP_rawlik/IMAGO
Sauerkraut im Topf
Frisches Sauerkraut zählt zu den fermentierten Lebensmitteln, die mithilfe von Bakterien, Pilzen und Enzymen länger haltbar gemacht werden. Wertvolle Bakterienstämme wie Milchsäurebakterien entstehen dabei während des Gärungsprozesses. Diese werden auch Probiotika genannt und dienen der Darmflora. Sauerkraut ist zudem extrem kalorien- und fettarm und eignet sich deshalb auch zum Abnehmen. Naturjoghurt, Käse und Apfelessig gehören ebenfalls zu den fermentierten, probiotischen Lebensmitteln. © imago stock&people/IMAGO

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren und Redakteurinnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Mitar gavric/IMAGO

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