- VonDaniel Schinzigschließen
Nach Netflix geht ein weiterer Streamingdienst gegen das Teilen von Konten vor. Wer Account-Sharing bei Disney+ betreibt, könnte große Nachteile haben.
Hamm - Am Anfang war die Streaming-Welt noch in Ordnung und es klang nach einem fantastischen Versprechen: Eine große Sammlung an Filmen und Serien online unter einem Dach, mit nur wenigen Klicks abrufbar. Im Jahr 2024 sieht die Situation anders aus: Viele Anbieter kämpfen um ein Stück vom großen Streaming-Kuchen.
Um mehr Umsatz machen zu können, ging Netflix 2023 gegen Account-Sharing vor, während Konkurrent Disney+ neue Abo-Modelle einführte. Dass der Streaming-Service mit der Maus Netflix nacheifern möchte und ebenfalls plant, das Teilen von Konten zu unterbinden, ist schon seit längerem bekannt. Nun gibt es neue Infos.
Kein Account-Sharing: Streamingdienst droht Kunden mit „technischen Maßnahmen“
So ist nun bekannt, wann Freunde, Bekannte und Familie, die nicht im selben Haushalt leben, nicht mehr für lau über das Konto eines Abonnenten mitschauen können. Zwar hat Disney noch kein konkretes Datum genannt. Der Konzern spricht jetzt aber von Sommer 2024. Bis dahin wird es noch geduldet, wenn ein Abonnent sein Passwort weitergibt. Dann ist damit jedoch Schluss.
„Wenn wir ein unzulässiges Account-Sharing feststellen, können wir angemessene technische Maßnahmen ergreifen, um die Nutzung des Disney+-Accounts außerhalb Ihres Haushalts zu unterbinden“, heißt es dazu in den Vereinbarungen von Disney+. Bedeutet: Sollten Kunden auch ab Sommer 2024 weiterhin ihr Passwort mit Freunden teilen, die nicht im selben Haushalt leben, könnte es dazu kommen, dass man außerhalb der eigenen Wohnung keinen Zugriff mehr auf den Service hat. Auch dann nicht, wenn man selbst beispielsweise unterwegs per Tablet einen Film auf Disney+ schauen möchte.
Disney verspricht sich durch dieses Vorgehen höhere Einnahmen und mehr Abonnenten. Zwar besteht die Gefahr, dass verärgerte Kunden ihr Abo unter diesen Umständen komplett kündigen. Doch der Blick zum Konkurrenten zeigt, dass diese knallharte Vorgehensweise Früchte tragen kann. Denn bei Netflix haben sich nach dem Vorgehen gegen das Account-Sharing die Zahlen der Abonnenten tatsächlich erhöht.
Streamingdienst verbietet Account-Sharing: Große Marken sollen Kunden locken
Aktuell träumt Disney noch davon, mit dem hauseigenen Streaming-Dienst schwarze Zahlen zu schreiben. Im vergangenen Geschäftsquartal machte man mit dem Service rund 200 Millionen Dollar Verlust. Das Ziel der Verantwortlichen ist es, mit Maßnahmen wie der neuen Abo-Modell-Struktur und dem Verbot des Passwortteilens bis September Disney+ zu einem Gewinngeschäft zu machen.
Die Erwartung der Disney-Chefs ist es, in den kommenden Monaten bis zu 6 Millionen neue Nutzer für den Dienst zu bekommen. Dafür sorgen sollen exklusive Inhalte großer Marken wie „Star Wars“, „Pixar“ und „Marvel“.
Rubriklistenbild: © Arne Dedert / dpa