10-Sekunden-Regel

Änderung bei Banküberweisungen: Was Kunden wissen müssen

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Bankkunden müssen sich bald auf eine Änderung bei den Überweisungen einstellen. Die neuen Transaktionen werden schneller und ohne Aufpreis sein. Verbraucher sollten die 10-Sekunden-Regel kennen.

Bereits im vergangenen Jahr gab es eine wichtige Änderung bei der Girocard, besser bekannt als EC-Karte. Ab Juli 2023 werden keine neuen EC-Karten mit Maestro-Funktion mehr ausgegeben. Den Kunden stehen Alternativen zur Verfügung, die vor allem für Online- und Auslandszahlungen relevant sind, wie echo24.de berichtete. Nun kommt eine weitere Änderung auf die Bankkunden zu. Und zwar: Überweisungen werden demnächst noch schneller und das ohne Aufpreis. Deshalb sollten Verbraucher die 10-Sekunden-Regel kennen.

Änderung bei Banküberweisungen: Echtzeit-Sofortüberweisungen werden zum Standard

Bald sollen Echtzeit-Überweisungen zum Standard für Geldtransfers innerhalb der EU werden. Die Banken sollen dann keine Extra-Gebühren für schnelle Überweisungen mehr kassieren dürfen, wie „chip.de“ berichtet. Das bedeutet, dass die schnellen Überweisungen wie die bisherigen Standardüberweisungen bald kostenlos angeboten werden sollen.

Das Europäische Parlament in Straßburg hat aber noch weiteren Details einer Verordnung zugestimmt, die das Bankgeschäft stark beeinflussen werden. So wird zum Beispiel verbindlich festgelegt, wie schnell Überweisungen in Echtzeit funktionieren müssen.

10-Sekunden-Regel für Überweisungen: Lange Wartezeiten gehören bald der Vergangenheit an

Lange Wartezeiten auf eingehende Überweisungen sollen bald der Vergangenheit angehören. Echtzeit- oder Sofortüberweisungen sollen unabhängig von Tag und Uhrzeit, also rund um die Uhr, ausgeführt werden. Außerdem gilt die 10-Sekunden-Regel. Danach muss das überwiesene Geld innerhalb von 10 Sekunden auf dem Konto des Empfängers eingehen.

Außerdem muss der Auftraggeber innerhalb von 10 Sekunden darüber informiert werden, ob der überwiesene Betrag dem Empfänger zur Verfügung steht oder nicht. Auch für die Bestätigung der Überweisung dürfen die Banken keine Gebühren verlangen. Allerdings haben die 10-Sekunden-Sofortüberweisungen einen Nachteil gegenüber den Standardüberweisungen.

Ausnahmen sind nur in besonderen Fällen möglich:

Die Verordnung gilt beispielsweise auch für Mitgliedstaaten, deren Währung nicht der Euro ist, deren Konten aber bereits regelmäßige Transaktionen in Euro ermöglichen. Für die Umsetzung der Verordnung ist eine Übergangsfrist vorgesehen. Außerdem wird für diese Konten außerhalb der Geschäftszeiten eine Ausnahme von der 10-Sekunden-Regel gelten.

Echtzeit- oder Sofortüberweisungen mit 10-Sekunden-Regel: Schutz vor Betrügern ein wichtiges Thema

Der Nachteil der Sofortüberweisung ist, dass überwiesene Beträge zumindest in einigen Fällen nicht gestoppt werden können, zum Beispiel, wenn Bankkunden auf Betrüger hereingefallen sind und Geld auf ausländische Konten überwiesen haben. Diese Eingriffsmöglichkeit entfällt bei der Echtzeitüberweisung.

Aber auch das Thema Sicherheit nimmt in der Verordnung einen breiten Raum ein: Zahlungsverkehrsdienstleister müssen über zuverlässige und aktuelle Instrumente zur Betrugserkennung und -prävention verfügen. So soll beispielsweise verhindert werden, dass Überweisungen aufgrund von Betrug oder Irrtum auf ein falsches Konto gehen. Dazu müssen in der EU tätige Zahlungsdienstleister eine sofortige Überprüfung der Identität des Zahlungsempfängers ohne zusätzliche Kosten oder Gebühren anbieten.

Rubriklistenbild: © dpa/Fabian Sommer

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