VonRomina Kunzeschließen- Anna-Lena Kiegerlschließen
Ab 1. Juli wird sich im Geldbeutel vieler Verbraucher etwas ändern: denn dann wird das Aus von Maestro-Karten eingeläutet. Der große Überblick.
München – Bar oder mit Karte? Auf die Standardfrage an der Kasse nach der gewünschten Bezahlart, zücken die meisten Kunden heutzutage ihr Plastik. Selbst im Ausland gehen auf diese Weise problemlos Dinge über die Ladentheke. Möglich gemacht hat das nicht zuletzt das Bezahlsystem Maestro.
Nach über 30 Jahren wird der internationale Debitkartendienst Mastercard nun in den Ruhestand geschickt. Wie die US-amerikanische Gesellschaft ankündigte, werden ab 1. Juli keine neuen Maestro-Karten mehr ausgegeben. Müssen Verbraucher künftig nun also wieder mehr Bargeld in ihren Geldbörsen haben, wenn sie einkaufen gehen?
Bedeutet das Maestro-Aus das Ende für Kartenzahlung?
Nicht erst seit der Corona-Pandemie erfreut sich die bargeldlose Bezahlung immer größerer Beliebtheit. Zwei von drei Käufen wurden 2021 nach Angaben der Tagesschau mit der Karte getätigt. Einen Einfluss auf diesen Trend dürfte das bereits 2021 angekündigte Ende der Maestro-Karten nicht haben: Wie Verbraucherschützer informieren, handelt es sich dabei lediglich um ein Bezahlsystem, vergleichbar mit dem konkurrierenden „V-Pay“ von Visa. Das Maestro-Bezahlsystem würde von den Banken künftig durch andere Systeme ersetzt werden.
Was ist eine Maestro-Karte?
Bei Bankkarten mit der Maestro-Funktion handelt es sich um Kreditkarten ähnlich Debitkarten von US-Anbieter Mastercard. Doch anders als bei Kreditkarten wird der Betrag direkt vom Girokonto abgebucht wird. Weltweit sind damit Zugriffe auf das Bankkonto möglich. Auch beim Online-Shopping kommt sie oft zum Einsatz. Welches Bezahlsystem auf Maestro folgt, ist laut Verbraucherzentrale noch unsicher.
„Auch ohne die Maestro-Funktion ist die Girokarte aber in Deutschland voll einsatzfähig“, schreibt das Verbraucherportal auf ihrer Homepage. Ungeachtet des Endes von Maestro könnten demnach Verbraucher mit einer Girokarte wie gewohnt zahlen – ob im Geschäft oder online – und Geld abheben im In- und Ausland. „Alle Funktionen der Girocard bleiben erhalten“, so die Verbraucherzentrale. Einen gewissen Bargeld-Betrag auf Vorrat zu haben, empfiehlt sich dennoch.
Ab Juli 2023 würden zunächst nur keine neuen Girokarten mit Maestro-Funktion mehr ausgegeben. Giro- oder meist umgangssprachlich auch EC-Karten, mit noch gültiger Laufzeit, behalten bis zum angegebenen Datum ihre Gültigkeit und Funktionsweise. Aktiv werden müsse laut Verbraucherzentrale keiner. Die jeweilige Bank würde ihre Kunden kontaktieren, einer Änderung müsse zunächst eingewilligt werden. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, sich vorab beraten zu lassen.
Keine Änderung bei Aldi oder Lidl: Auch an der Discounter-Kasse alles wie gehabt
Damit hat das Maestro-Aus auch keinen Einfluss auf den Supermarkteinkauf. Zuletzt kursierte die Meldung, dass ab 1. Juli bei Discounter-Läden keine Kartenzahlung mehr akzeptiert würde. Die vermeintliche Begründung: eine unzeitgemäße Bezahlfunktion der Karten. Selbigen Grund für das Aus nannte auch das Unternehmen Mastercard.
Ein Irrglaube: „In allen Aldi-Filialen kann der Einkauf nach wie vor sowohl bar als auch mit Debitkarten oder Kreditkarten bezahlt werden“, stellte eine Sprecherin von Aldi Süd klar. Akzeptiert würden auch weiterhin: Karten der Anbieter American Express, Visa, MasterCard, Diners Club, Union Pay und Discover. „Für Aldi Kundinnen und Kunden ändert sich daher nichts“, so die Sprecherin.
Und auch beim Discounter-Konkurrenten Lidl müssen Kunden vorab keinen Umweg über den Geldautomaten machen. „Die Entscheidung von Mastercard, Karten von Maestro oder Karten mit zusätzlicher Maestrofunktion einzustellen, hat keine Auswirkungen auf unsere IT-Infrastruktur bzw. die EC-Terminals“, hieß es vonseiten des Discounters. Grundsätzlich ausgeschlossen sind Änderungen an den Supermarktkassen nicht: jüngst versuchte es eine Aldi-Filiale mit einer Selbstbedienungs-Kasse.
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