VonLisa Kleinschließen
In Deutschland gibt es eine Höchstrente. Aber gibt es auch ein Minimum an Rente, die im Alter ausgezahlt wird? So setzt sich die Rentenhöhe zusammen.
Wer zu den Gutverdienern gehört, hat die Chance auf die höchste Rente in Deutschland. Und die fällt mit 3.434,76 Euro pro Monat ganz ordentlich aus. Doch nur die wenigsten bekommen im Ruhestand die Maximalrente. Im Jahr 2023 bekamen lediglich 0,09 Prozent aller Rentner die höchstmögliche Rente ausbezahlt. Aber gibt es eigentlich eine „Mindestrente“ in Deutschland?
Renten in Deutschland unterscheiden sich stark: Höchstrente erhalten nur wenigsten
Die Rentenhöhen in Deutschland fallen sehr unterschiedlich aus. Wer während seines Berufslebens in die Deutsche Rentenversicherung einzahlt, sammelt Rentenpunkte. Anhand dieser Punkte wird später die Höhe des Rentenanspruchs errechnet. Für alle, die noch nicht wissen, wie viel Geld sie später im Ruhestand bekommen, gibt es eine Tabelle, die zeigt, wie die Rentenhöhe ausfällt.
echo24.de berichtete bereits darüber, wie viel Arbeitnehmer verdienen müssen, um später einmal 2500 Euro Rente zu erhalten. Für viele wird es sogar schon schwer, später eine Rente von 1500 Euro zu erhalten. Wer beispielsweise 40 Jahre arbeitet und eine Rente von bis zu 1500 Euro erhalten will, muss jetzt bereits ein Bruttojahreseinkommen von 43.100 Euro haben.
Das Durchschnittsgehalt in Deutschland lag laut dem Statistischen Bundesamt mit 4323 Bruttomonatsverdienst im April 2023 zumindest darüber. Das Statistische Bundesamt schreibt aber auch: „Ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland hatte 2021 ein Nettoeinkommen von unter 16.300 Euro im Jahr“. Eine üppige Rente wird damit nicht winken.
Gibt es eine Mindestrente? So setzt sich die Höhe der Rente im Ruhestand zusammen
Doch mit wie viel Geld können Arbeitnehmer im Ruhestand mindestens rechnen? „Allgemeine Mindestrenten gibt es im Rentensystem der Bundesrepublik Deutschland nicht. Die Höhe der Rente richtet sich ausschließlich nach dem individuellen Versicherungsleben“, erklärt die Deutsche Rentenversicherung (DRV).
Weiter schreibt die „DRV“: „Rentnerinnen und Rentner, die sehr wenig Rente erhalten, haben aber gegebenenfalls Anspruch auf Grundsicherungsleistungen“. Die Voraussetzungen für die Grundsicherung können bei der Deutschen Rentenversicherung nachgelesen werden. Die Grundsicherung gibt es auch für Menschen, die noch nie gearbeitet haben.
Immer mehr Menschen beantragen die Grundsicherung – so viel Geld gibt es dann
Wie echo24.de berichtet, sind immer mehr Menschen auf finanzielle Unterstützung im Alter angewiesen – und erhalten die Grundsicherung trotz Rente. Die Zahl stieg von rund 414.000 Ende 2020 auf 469.000 im September 2023, wie aus einer Auswertung des Statistischen Bundesamts hervorgeht. Im Jahr 2010 bezogen nur 283.000 Rentner die Grundsicherung im Alter, berichtet die „dpa“.
Auch die Zahl der Senioren mit Grundsicherung im Alter – also nicht nur jener mit Rentenbezug – ist in den vergangenen Jahren insgesamt gestiegen. So waren Ende 2020 mehr als 564.000 Menschen in Deutschland auf die staatliche Grundsicherung angewiesen – zu dem Zeitpunkt der höchste Wert zum Jahresende seit der Einführung der Leistung 2003. Ende 2022 waren es sogar 659.000.
Seit Januar 2023 bekommen alleinstehende Erwachsene, welche die Grundsicherung erhalten, 502 Euro monatlich. Bei Paaren, die zusammenleben, liegt die Grundsicherung bei 902 Euro im Monat. Wer Kinder hat, bekommt zusätzliche Leistungen, die allerdings altersabhängig sind: 420 Euro bekommen Teenager vom Beginn des 15. bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Kinder vom sechsten bis zum 13. Lebensjahr erhalten 348 Euro. Bei Kindern, die das sechste Lebensjahr noch nicht erreicht haben, liegt der Satz bei 318 Euro.
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