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Gesunder Schlaf gegen Altern: Fünf Faktoren, die Leben verlängern können

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Gesunder Schlaf tut Körper und Wohlbefinden gut. Laut einer aktuellen Studie soll er zudem eine lebensverlängernde Wirkung haben.

Viele Menschen träumen davon, gesund zu altern und die gesunde Lebensphase zu verlängern. Heutzutage gibt es Erkenntnisse darüber, dass beispielsweise die richtige Ernährung den Alterungsprozess aufhalten kann. Dabei kommt es nicht nur auf die Lebensmittel, sondern auch auf die Ernährungsweise an. So kann mithilfe von Fasten die Alterung zum Beispiel gebremst werden. Außerdem spielt auch Bewegung eine entscheidende Rolle, denn schnelles Gehen soll das Leben verlängern können. Ein weiterer Aspekt ist der Schlaf: Gesunder Schlaf ist nicht nur wichtig für die Gesundheit und das Wohlbefinden. Wie Forscher herausgefunden haben, kann ein idealer Schlaf lebensverlängernd wirken.

Altern aufhalten: Fünf Faktoren für Schlafqualität – idealer Schlaf kann Leben verlängern

Die Schlafqualität beeinflusst das Sterberisiko durch verschiedene Ursachen, wie eine aktuelle Studie zeigt.

In ihrer Studie, die laut einer Pressemitteilung auf dem Fachportal Science Daily demnächst auf einem Kongress des American College of Cardiology (ACC) mit dem Weltherzverband (World Heart Federation) vorgestellt wird, werteten US-Forscher Daten von über 170.000 Menschen aus. Die Teilnehmer waren im Durschnitt 50 Jahre alt und hatten zwischen 2013 und 2018 an einer Umfrage der US-Behörde „Centers for Disease Control“ teilgenommen. Dabei wurden auch Fragen zum Schlaf und ihren Schlafgewohnheiten beantwortet. Da während dieser Zeit fast 8.700 Teilnehmer starben, war es den Wissenschafltern möglich, einen Zusammenhang zwischen Tod und Schlafqualität zu untersuchen. Als Indikatoren für die Schlafqualität bewerteten die Forscher fünf folgende Faktoren:

  • ideale Schlafdauer von sieben bis acht Stunden pro Nacht
  • Schlafstörungen höchstens zweimal pro Woche
  • Schwierigkeiten beim Einschlafen nicht mehr als zweimal pro Woche
  • es wurden keine Schlafmittel verwendet
  • Person fühlte sich nach dem Aufwachen an mindestens fünf Tagen in der Woche gut ausgeruht

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Altern: Guter Schlaf reduziert Sterberisiko durch verschiedene Ursachen

Die Ergebnisse zeigten, dass bei den männlichen Teilnehmern, die nach eigenen Angaben alle fünf Merkmale für guten Schlaf erfüllten, die Lebenserwartung um 4,7 Jahre höher war als bei denjenigen, die keinen oder nur einen der fünf Faktoren erfüllten. Bei Frauen war die Lebenserwartung um 2,4 Jahre höher. Die Wissenschaflter berücksichtigten bei ihrer Analyse weitere Faktoren, die das Sterberisiko erhöhen, darunter zum Beispiel Rauchen, Alkoholkonsum, niedriger sozioökonomischer Status und andere Erkrankungen.

Demnach erkannten die Forscher einen Zusammenhang zwischen der Schlafqualität und den Todesursachen der Probanden. Jeder dritte Todesfall (30 Prozent) ging auf eine Krebserkrankung zurück. An den Folgen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung starben 24 Prozent. Die restlichen 46 Prozent wurden auf andere Ursachen zurückgeführt. Die Ergebnisse zeigten nun, dass bei Menschen mit der besten Schlafqualiät im Vergleich zu jenen mit einer sehr schlechten Schlafqualität die Wahrscheinlichkeit aus irgendeinem Grund zu sterben um 30 Prozent geringer war. Die Wahrscheinlichkeit, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, war zudem um 21 Prozent geringer. Das Risiko, an Krebs oder anderen Ursachen (z.B. Unfälle, Demenz, Parkinson oder Infektionen) zu sterben, war um 40 Prozent reduziert.

Altern: Idealer Schlaf erhöht Wahrscheinlichkeit, länger zu leben

Laut Frank Qian, Assistenzarzt für Innere Medizin am Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston und Co-Autor der Studie, konnten die Forscher eine „Dosis-Wirkungs-Beziehung“ feststellen. „Je mehr vorteilhafte Faktoren jemand in Bezug auf eine höhere Schlafqualität hat, desto geringer ist auch die kardiovaskuläre Sterblichkeit aller Ursachen“, meint der Wissenschaftler laut der Pressemitteilung. So kommt es demnach nicht nur auf die Schlafdauer, sondern auch auf die Qualität des Schlafes an: „Man muss wirklich einen erholsamen Schlaf haben und darf keine Probleme beim Ein- und Durchschlafen haben.“ Daher lautet Qians These, dass Menschen mit größerer Wahrscheinlichkeit länger leben würden, wenn sie besser und idealer schlafen. „Wenn wir Schlaf insgesamt verbessern können, wofür das Erkennen von Schlafstörungen besonders wichtig ist, können wir frühzeitige Sterblichkeit vielleicht zum Teil verhindern.“

Ernährung gegen Altern: Zehn Lebensmittel, auf die Sie verzichten sollten

Kaffee in Tasse
Telomere gelten als Marker, die das biologische Alter eines Menschen anzeigen und eine wichtige Rolle im Alterungsprozess spielen. Sie befinden sich am Ende der Chromosomen als Schutzkappen und werden bei jeder Zellteilung kürzer. Krankheiten können zur Verkürzung beitragen. Umso wichtiger ist deshalb die richtige Ernährung. Wer länger jung aussehen möchte, sollte deshalb auch seinen Kaffeekonsum kritisch überprüfen. Denn Kaffee kann zwar ein echter Wachmacher sein. Allerdings erhöht er auch die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, was zur Alterung der Haut beiträgt. © Bernd Jürgens/IMAGO
Butter
Butter gehört für viele Menschen immer auf ihr Brot. Dabei hat sie eine hohe Dichte an gesättigten tierischen Fettsäuren, welche Entzündungen im Körper begünstigen, für einen erhöhten Cholesterinspiegel sorgen und somit die Telomere verkürzen. © Eivaisla/IMAGO
Schaumküsse
Möchten Sie, dass Ihre Haut lange straff und geschmeidig bleibt, dann Finger weg von Süßigkeiten. Der in ihnen enthaltene Zucker wirkt eben nicht nur entzündungsfördernd, sondern lässt die Haut auch schneller altern. Denn die kurzkettigen Kohlenhydrate zerstören die beiden Proteine Kollagen und Elastin, die die Haut normalerweise straff halten. © Westend61/IMAGO
Milchprodukte
Milchprodukte können ebenfalls zu einer schnelleren Alterung führen. Sie fördern nicht nur Entzündungen im Körper, sondern werden bei der Verdauung in Laktose gespalten. Dies schadet letztendlich der körpereigenen Kollagenproduktion. Mit zunehmendem Alter fällt es dem Körper zudem schwerer, die in der Milch enthaltene Laktose zu verdauen. Deshalb sollten Milchprodukte wie etwa Joghurt oder Käse nicht in großen Mengen gegessen werden. ©  Alex9500/IMAGO
Alkohl
Alkohol ist Zellgift und entzieht dem Körper gleichzeitig Flüssigkeit. Beides schadet nicht nur der Gesundheit, sondern lässt Menschen auch äußerlich älter wirken. Allerdings kommt es bei Alkohol auch auf die Menge und Qualität an. Rotwein enthält beispielsweise Resveratrol. Das Polyphenol schützt die Haut, indem es freie Radikale bindet. Dadurch lässt es die Haut gesund altern. © Ezequiel Gimà nez/IMAGO
Wurst
Verarbeitete Wurst- und Fleischwaren enthalten viel Salz sowie hohe Mengen an gesättigten Fettsäuren und Zusatzstoffen. Diese Kombination kann dazu führen, dass die Telomere schrumpfen und schneller altern lassen. © Photology2000/IMAGO
Pommes
Auch der Verzehr von Pommes kann den Alterunsprozess beschleunigen. Beim Frittieren entstehen nämlich durch die hohe Hitze viele Transfettsäuren. Sie können die Telomerlänge negativ beeinflussen. © avq/IMAGO
Glas mit Cola
Nicht nur der in Softdrinks wie Limonade enthaltene Zucker ist für die Gesundheit schädlich. In Cola steckt beispielsweise auch Phosphorsäure. Sie steht im Verdacht, die Knochen zu schwächen. Eine geringe Knochendichte kann wiederum zu Knochenschwund, der sogenannten Osteoporose, führen und das Altern beschleunigen. © Kitch/IMAGO
Salz auf einem Löffel
Auch Salz kann sich negativ auf die Alterung auswirken. Zu viel des beliebten Gewürzes lässt beispielsweise das Gesicht aufgedunsen und die Augenringe dunkler wirken. Lebensmittel wie zum Beispiel Fertigsoßen oder Chips, die viel Salz enthalten, führen außerdem dazu, dass sich Wasser im Körper einlagert. Zudem entzieht das enthaltene Natrium den Knochen wichtiges Kalzium und erhöht den Blutdruck. Gänzlich auf Salz sollte allerdings auch nicht verzichtet werden. Mithilfe von zum Beispiel Joghurt, Bananen oder Trockenfrüchten kann das Salz mit Kalium ausgeglichen werden. © Orcea David/IMAGO
Chips
Die Teilnehmer einer Studie, die täglich mehr als drei Portionen hoch verarbeitete Lebensmittel aßen, hatten ein doppelt so hohes Risiko für verkürzte Telomere als Personen, die maximal eine Portion an Fertigprodukten pro Tag zu sich nahmen. Zu diesen Lebensmitteln zählen zum Beispiel Chips, Weißbrot, Kuchen, Gebäck, Schokolade und Fertiggerichte. © "ungvar"/IMAGO

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren und Redakteurinnen leider nicht beantwortet werden.

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