Hohe Spritpreise in Deutschland: Kann mein Auto Lkw-Diesel tanken?
VonSimon Mones
schließen
Lkw-Diesel ist billiger als die Variante für Pkw. Mancher Autofahrer überlegt daher umzusteigen. Doch ist das möglich und wie viel Geld würde der Wechsel sparen?
Auto fahren ist ein teurer Spaß. Einer der größten Kostenfaktoren sind die Spritpreise. Die gute Nachricht: Trotz des anhaltenden Nahostkonflikts sind diese wieder gesunken. Der Besuch an der Tankstelle bleibt aber teuer. Gerade Diesel kostet teilweise immer noch mehr als Super E10. So mancher Autofahrer liebäugelt daher damit, auf Alternativen umzusteigen. Zum Beispiel den günstigeren Lkw-Diesel. Doch geht das?
Lkw- statt Pkw-Diesel: Kein Problem für den Motor
„Generell unterscheidet sich Lkw-Dieselkraftstoff nicht wirklich vom Pkw-Diesel. Er erfüllt die gleiche DIN. Premium-Dieselkraftstoffe für Pkw verfügen aber über Additive, die speziell auf höhere Drehzahlen und Kompressionen moderner Selbstzünder abgestimmt sind“, erklärt Autoexperte Achmed Leser vom TÜV Thüringen.
Der einzige Unterschied: Dem Pkw-Kraftstoff werden teilweise zusätzliche Additive beigemischt. Das ist jedoch meist bei den Premium-Sorten der Fall. Zudem ist die Wirkung der Zusätze umstritten. Meist kommt der Diesel für Pkw und Lkw aus den gleichen Bodentanks, wie T-online.de schreibt. „Daher schadet eine versehentliche Fehlbetankung mit Lkw-Diesel dem Fahrzeug nicht“, betont Leser.
Lkw-Diesel ist kaum günstiger als Pkw-Kraftstoff
Wirklich sinnvoll ist es aber nicht, die Zapfsäulen für Lastwagen anzusteuern. Da die Tanks deutlich größer sind als beim Auto, fließt der Kraftstoff mit einem viel höheren Druck. Das soll unnötige Wartezeiten verhindern. Hinzu kommt, dass die Zapfpistolen für Lkw einen deutlich größeren Durchmesser haben und somit nicht in die Tankstutzen von Autos passen. Diese würden ansonsten schnell überlaufen und es könnte zu gefährlichen Spritzern kommen, berichtet T-online.de.
Das Einsparpotenzial ist ebenfalls nicht besonders groß, da der Preisunterschied der beiden Kraftstoffe gering ist. Diesel-Fahrer würden nicht mal einen Euro pro Tankvorgang sparen. Ohnehin dient die Anzeige nur dafür, dass Lkw-Fahrer wissen, dass sie dort tanken können. Die Abrechnung erfolgt bei Speditionen und anderen Firmen meist über eigenen Kartensystem. An der Tankstelle erhalten sie – je nach Vertrag – eigene Konditionen, die von den Preistafeln abweichen.
Bei Benzinern empfiehlt der Automobilklub zudem, wenn möglich Super E10 zu tanken und nicht die teurere Sorte E5 zu verwenden. Hilfreich ist auch ein Blick auf die Uhr, denn hier kann besonders viel gespart werden. Morgens sind Diesel und Benzin am teuersten. Abends zwischen 18 und 20 Uhr sowie zwischen 21 und 22 Uhr sind sie dagegen am günstigsten.