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Alzheimer-Studie: Neue Therapie soll Gedächtnis Demenzkranker verbessern

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Bislang gibt es keine Medikamente gegen Alzheimer. Forscher haben nun in einer Studie jedoch mögliche Therapieansätze für die Zukunft entwickelt.

Alzheimer ist die am häufigsten auftretende Demenzform. Zwei Drittel der Demenz-Erkrankten leiden unter Morbus Alzheimer, die an bestimmten Anzeichen erkennbar ist. Mit der Zeit verschlimmert sich das Leiden und Alzheimer-Patienten durchlaufen während ihrer Erkrankung in der Regel sieben unterschiedliche Stufen. Bislang gibt es keine Medikamente, die den Verlauf der Krankheit aufhalten können. Die Erkenntnisse einer Studie machen nun allerdings Hoffnung: Demnach könnte eine neue Therapie die Gedächtnisleistung bei Betroffenen verbessern.

Alzheimer: Neue Therapie soll Gedächtnisleistung verbessern können

Bei etwa zwei Drittel der Demenz-Fälle handelt es sich um Alzheimer.

Bei Alzheimer handelt es sich um eine unheilbare Störung des Gehirns. Mit der Zeit sterben Nervenzellen ab und Betroffene werden zunehmend vergesslich, orientierungslos und verwirrt. Der für die Krankheit typische Gedächtnisverlust wird dadurch erklärt, dass bei Patienten die Bildung neuer Nervenzellen, auch adulte Neurogenese genannt, gestört ist. Die adulte Neurogenese findet vor allem im Hippocampus statt – dem Teil des Gehirns, wo auch das Gedächtnis sitzt. US-amerikanischen Forschern ist es nun allerdings gelungen, bei ausgewachsenen Mäusen mit Morbus Alzheimer die Bildung neuer Nervenzellen im Gehirn anzuregen, wodurch sich die Gedächtnisleistung schließlich verbessern lässt.

Für ihre im Fachmagazin Cell Stem Cell veröffentlichten Studie nahm das Forscherteam um die Professorin Juan Song von The University of North Carolina zwei genetische Anpassungen des supramamillären Nukleus, einem bestimmten Hirnareal, vor. Dabei wurde durch eine Gentherapie zunächst die Bildung neuer Hirnzellen im Hippocampus der Mäuse angeregt. Durch das neue Gen wurden die Nervenzellen dazu veranlasst, ein bestimmtes Sehpigment auf ihrer Oberfläche zu bilden. Danach folgte eine weitere Anregung durch eine Lichtsonde, die in das Gehirn eingeschoben wurde. Schließlich nahm somit die Anzahl der Nervenzellen zu. Außerdem wurden die neu gebildeten Nervenzellen über eine zweite Gentherapie im einem weiteren Schritt aktiviert. Mithilfe der Therapie vermehrte sich so ein bestimmtes Enzym, das essenziell für das Gedächtnis ist, in den Nervenzellen.

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Neue Studie: Gedächtnis verbesserte sich in Tierversuch – Ergebnisse bedingt auf Menschen übertragbar

Wie die Ergebnisse der Studie zeigten, waren die Wissenschaftler mit ihrer Behandlung erfolgreich. Denn die Mäuse erkannten Gegenstände in ihrem Käfig wieder. Außerdem waren sie bei den Experimenten weniger ängstlich. Zudem begannen bestimmte Abwehrzellen im Gehirn durch die Therapie, die schädlichen Proteinablagerungen Beta-Amyloide abzubauen. Diese gelten nicht nur als Hauptauslöser von Alzheimer, sondern auch von anderen Demenzformen.

Allerdings ist die Therapie nicht einfach auf den Menschen übertragbar, da teilweise das Erbgut verändert werden müsste. Da die Neurogenese jedoch in gewissem Maße auch noch bei Erwachsenen stattfindet, erhoffen sich die Autoren der Studie einen ähnlichen Effekt beim Menschen durch eine tiefe Hirnstimulation. Ein sogenannter Hirnschrittmacher wird auch bereits bei Parkinson erfolgreich klinisch eingesetzt. Da der vollständige Therapieansatz jedoch noch nicht reif für die klinische Anwendung bei Menschen ist, seien weitere Experimente an größeren Tieren als nächster Schritt notwendig.

Demenz vorbeugen: Zehn Lebensmittel, die dem Gehirn schaden

Weingläser
Ein Glas Alkohol hin und wieder ist zwar in Ordnung. Wer allerdings übermäßig viel davon konsumiert, gefährdet damit sein Gehirn und erhöht daher das Risiko für eine Demenz-Erkrankung. Alkohol wirkt neurotoxisch. Dadurch schädigt er die Gehirnzellen unmittelbar.  © Cavan Images/IMAGO
Käse
Auch Käse kann die Blutgefäße im Gehirn schädigen, da er viele gesättigte Fettsäuren enthält. Um einer Demenz vorzubeugen, empfiehlt es sich deshalb, nur selten davon zu essen oder ganz darauf zu verzichten. © Gerard Lacz/IMAGO
Butter
Genauso wie Käse sind auch Butter und Margarine reich an gesättigten Fettsäuren. Beide Streichfette enthalten außerdem einen hohen Anteil an Transfetten. Sie verstopfen die Arterien und können das Gehirn schrumpfen lassen. Ein regelmäßiger Verzehr empfiehlt sich deshalb nicht, wenn man seiner Hirngesundheit etwas Gutes tun und sich vor einer Demenz-Erkrankung schützen möchte.  © Eivaisla/IMAGO
Chips
Hochgradig verarbeitete Lebensmittel enthalten nicht nur viel Salz und Zucker, sondern ebenfalls einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren. Der übermäßige Verzehr von zum Beispiel Chips, Fertiggerichten und Weißbrot kann somit die Arterien des Gehirns verstopfen und dadurch das Hirngewebe unmittelbar schädigen. Zum Schutz vor Demenz sollten Sie deshalb lieber die Finger davon lassen und stattdessen auf gesunde Alternativen setzen. © Liangliang/IMAGO
Softdrinks
Softdrinks enthalten viel Zucker. Um das Gehirn gesund zu halten, sollte man deshalb auf zuckerhaltige Getränke besser verzichten. Denn Zucker verursacht Entzündungen und neuronale Schäden. Dadurch kann das Risiko für eine Demenz steigen. © Markus Mainka/Imago
Mortadella
Verarbeitetes Fleisch enthält viel Salz, Konservierungsstoffe und gesättigte Fettsäuren. Mortadella, Blutwurst, Speck, Blutwurst, Würstchen und Salami begünstigen deshalb Entzündungen und schädigen Blutgefäße im Gehirn und fördern eine Demenz-Erkrankung. © Westend61/IMAGO
Fleisch
Rotes Fleisch ist ebenfalls voll von gesättigten Fettsäuren. Auch wenn Rindfleisch oder Wild zwar weniger entzündungsfördernd sind als Wurstwaren, schaden sie dennoch den Gefäßen und Zellen. Dadurch erhöht sich das Risiko für eine Demenz. © Edwin Remsberg/IMAGO
Frittiertes
Auch in frittierten Lebensmitteln befindet sich ein hoher Anteil an Transfetten. Diese können das Hirnvolumen reduzieren und dabei zu einem kognitiven Verfall beitragen. Die Gefahr besteht, dass Menschen bei einem hohen Konsum auch ein höheres Risiko haben, eine Demenz zu entwickeln.  © Cavan Images/IMAGO
Burger
In Fast Food sind ebenfalls Transfette enthalten, die dem Gehirn schaden können. Wer sich vor Demenz schützen möchte, sollte diese Speisen deshalb nicht auf seinen Speiseplan setzen. © Vasily Pindyurin/IMAGO
Süßigkeiten
Süßigkeiten und Gebäck haben viel Zucker, der sich negativ auf die Hirngesundheit auswirkt. Er verursacht Entzündungen und kann zu einem Burn-out im Gehirn führen. Möchten Sie sich vor Demenz schützen, dann sollten Sie auch diese Lebensmittel nur in Maßen verzehren. © ratmaner/IMAGO

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren und Redakteurinnen leider nicht beantwortet werden.

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