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Amazon macht Druck auf DHL, UPS und weitere Versanddienste. Der Online-Gigant versucht, sich außerhalb des eigenen Shops zu etablieren - mit „Buy with Prime“.
Hamm - Amazon will mit einem neuen Angebot DHL, UPS und Co. stärker Konkurrenz machen. Mit „Buy with Prime“ öffnet der Internet-Riese seinen Versand-Service auch für andere Händler. Die können den Kunden ihres eigenen Online-Shops künftig die Vorteile des Prime-Versandes bieten.
| Online-Händler | Amazon |
| Gründer | Jeff Bezos, 1994 |
| Marken (u.a.) | Prime, Audible |
Neuer Amazon-Service „Buy with Prime“: Angriff auf UPS und DHL
Der Online-Gigant Amazon verfügt über ein riesiges Netz an Lagern und eine funktionierende Liefer-Logistik. Davon sollen Drittanbieter und ihre Kunden künftig profitieren können. Dazu startet das Unternehmen mit Sitz im US-amerikanischen Seattle in diesem Jahr den Service „Buy with Prime“. Allerdings zunächst nur in den Vereinigten Staaten.
So soll es funktionieren: Online-Händler platzieren den Button „Buy with Prime“ bei Produkten, die am nächsten Tag geliefert werden können, und ihre Kunden bezahlen über die von ihnen bei Amazon hinterlegten Bezahloptionen. So berichtet es das US-Nachrichtenportal CNBC.
Die Händler selbst bezahlen Amazon für die Lagerung der Produkte und den Versand. Dafür kommt der gekaufte Gegenstand schneller beim Kunden an, und die Händler müssen sich nicht selbst um den Versand kümmern. Zudem sinkt bei manchen Prime-Kunden, die ihre Zahlungsdaten nicht noch bei einem weiteren (kleinen) Online-Anbieter hinterlassen wollen, die Hemmschwelle beim Kauf. In der Theorie bietet „Buy with Prime“ also Vorteile für alle Parteien.
Amazon: „Buy with Prime“ erst in den USA, dann in Deutschland?
Online-Händler können bereits jetzt auf die Versand-Vorteile von Prime zurückgreifen, aber nur bei Bestellungen ihrer Produkte über Amazon und nicht, wenn ein Kunde direkt über den eigenen Online-Shop des Unternehmens Produkte erworben hat.
Zum Start in den USA läuft „Buy with Prime“ laut CNBC allerdings nicht in vollem Umfang an, sondern ist erst einmal auf Einladung von Amazon für Händler verfügbar, die derzeit schon Fulfillment by Amazon (FBA) nutzen – ihre Waren also bei Amazon für einen direkten Versand in den Lagern vorrätig haben und auch über Amazon anbieten. Das Angebot soll aber in Zukunft für andere Händler geöffnet werden.
Wann und ob dieser Service nach Deutschland kommt, ist nicht bekannt. Sollte er jedoch in den USA Erfolg haben, dürfte das die Chancen nicht verringern. Handelsexperten sehen in dem neuen Service den nächsten Schritt von Amazon im Kampf gegen etablierte Versand-Dienstleister wie DHL, UPS oder FedEx.
Shoppen ist nicht nur online möglich, sogar am 1. Mai 2022. Allerdings nicht überall. Nutzer vom Streaming-Dienst Netflix wissen das große Angebot an Serien und Filmen zu schätzen. Doch für viele Netflix-Kunden könnte demnächst eine weitere Preiserhöhung anstehen.
Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa
