Vorteil für Radfahrer und Fußgänger? Erste KI-Ampel Deutschlands in Betrieb
VonSebastian Oppenheimer
schließen
An der Ampel warten wohl nur weniger Menschen gerne. In Nordrhein-Westfalen soll nun eine KI-Ampel den Verkehrsfluss verbessern – vor allem für Radfahrer und Fußgänger.
Zumindest gefühlt schaltet die Ampel immer im falschen Moment um. Wenn die Ampel auf Gelb springt, stellt sich daher für viele Autofahrer die gleiche Frage: Stoppen oder lieber schnell noch einmal Gas geben? Ampeln gibt es in Deutschland bereits seit den 1920er-Jahren – seitdem hat sich technisch natürlich einiges getan. Vor einiger Zeit gab es beispielsweise von Forschern die Empfehlung, eine vierte Ampelfarbe einzuführen. Und in Nordrhein-Westfalen gibt es nun die erste Ampel, die komplett von künstlicher Intelligenz (KI) gesteuert wird.
Ampelanlage in Hamm auf KI umgerüstet: Kosten rund 80.000 Euro
In der Stadt Hamm (rund 180.000 Einwohner) wurde ein Pilotversuch an einer viel befahrenen Kreuzung gestartet. Rund 80.000 Euro hat die Aufrüstung der Anlage an der Ecke Heßler Straße/Marker Allee laut einem Bericht des WDR gekostet. Nicht weit entfernt befindet sich das Oberlandesgericht sowie eine Gesamtschule mit rund 1.000 Schülern. Viele Pendler und Studierende sind hier auch mit dem Fahrrad unterwegs.
Im gesamten Kreuzungsbereich wurden dem Bericht zufolge mehrere Kameras installiert, die teilweise sogar Bereiche bis zu 70 Meter vor der Kreuzung im Blick haben. Für die Software wurde die Kreuzung in zahlreiche Felder aufgeteilt – die Technik erkennt, welche Verkehrsteilnehmer sich mit welcher Geschwindigkeit in welche Richtung bewegen. Mit der Ampel sollen umweltfreundliche Formen der Mobilität gefördert werden – heißt also Fußgänger und Radfahrer bekommen schneller Grün. Ähnliche Versuche, den Verkehrsfluss zu verbessern, gibt es mancherorts mit dem digitalen „Grüne Welle“-Schild.
Zehn Tipps zum perfekten Autoputzen - So wird Ihr Fahrzeug strahlend sauber
KI-Ampel in Hamm – nächste ähnliche Anlage schon in Planung
Nähert sich nun beispielsweise ein Radfahrer, errechnet die Anlage, wenn er an der Ampel ankommt und Grün benötigt. Auch bei Fußgängern funktioniert das. Das System erkenne sogar, wie viele Fußgänger warten und verlängert entsprechend die Grünphase. Dem WDR-Bericht zufolge musste die Stadt Hamm allerdings schon etwas nachjustieren, weil es in der Anfangsphase speziell morgens zu Rückstaus für Autofahrer kam. Wie ein Sprecher der Stadt Hamm gegenüber t-online sagte, soll die KI-Ampel bleiben – die nächste sei bereits in Planung.