- VonLaura Bernertschließen
Die Schere zwischen Arm und Reich klafft in Deutschland auseinander. Wie groß ist die Differenz bei den Renten?
Viele Menschen in Deutschland bangen um ihre Rente. Oftmals wird auch empfohlen, nicht nur auf die gesetzliche Rente zu setzten, sondern auch privat für das Alter vorzusorgen. Aber wie stehen Rentner in Deutschland überhaupt da? Ab welchem monatlichen Einkommen gelten sie als arm oder reich?
Je nachdem, welche Auswertung herangezogen wird, gelten verschiedene Einkommen als Schwellenwerte in die Kategorien „reich“ oder „arm“. Die Bertelsmann Stiftung hat ausgewertet, dass Arbeitnehmer mit weniger als 1500 Euro im Monat zur Unterschicht gehören. Ähnliches lässt sich auch auf die Rente anwenden.
Arme Rentner in Deutschland: So viel Geld erhalten sie pro Monat
Als armutsgefährdet gelten all jene, die 60 Prozent weniger als das durchschnittliche Nettoeinkommen erhalten, so die Definition des Statistischen Bundesamtes. Für das Jahr 2025 hat die Deutsche Rentenversicherung bereits einen vorläufigen Wert des Einkommens veröffentlicht. Denn dieser wird für die Berechnung der Rentenpunkte benötigt. Im Durchschnitt verdienen die Deutschen demnach 4207,75 Euro monatlich – damit ist allerdings das Gehalt vor den steuerlichen Abzügen (brutto) gemeint.
Nimmt man diese Zahl als Basis und zieht die Steuern einer alleinstehenden Person ab, bleiben ungefähr 2700 Euro als durchschnittliches Monatseinkommen (netto) übrig. 60 Prozent davon wären ein Einkommen von ungefähr 1600 Euro. Wer weniger als dieses monatliche Einkommen zur Verfügung hat, gilt nach der Definition des Statistischen Bundesamtes als armutsgefährdet. Davon betroffen sind besonders kinderreiche Familien, aber eben auch Senioren. Als wirklich arm gelten alleinstehende Rentner mit 781 Euro oder weniger monatlichem Nettoeinkommen.
Reiche Rentner: So viel Geld steht ihnen in Deutschland zur Verfügung
Laut der Deutschen Rentenversicherung erhielten Versicherte nach 35 Beitragsjahren im Jahr 2022 durchschnittlich 1550 Euro im Monat. Die Tagesschau hat die durchschnittliche Rente nach 45 Arbeitsjahren ausgewertet. Demnach erhielten diese Rentner monatlich etwas mehr als 1600 Euro. Wer mehr als diesen Betrag monatlich in der Rente zur Verfügung hat, liegt also immerhin über dem Durchschnitt.
| Monatliches Einkommen | Einordnung |
| 781 Euro | Rentner gelten als arm |
| weniger als 1600 Euro | Untere Einkommensschicht – armutsgefährdet |
| 3000 Euro | Mittlere Mittelschicht |
| ungefähr 5000 Euro | Rentner gelten als reich |
Wirklich reich sind aber auch diese Rentner nicht. Zu den oberen zehn Prozent gehören Senioren, die in ihrem Arbeitsleben monatlich mehr als 3400 Euro netto verdient haben. Alleinstehende Arbeitnehmer gelten bei einem Einkommen von 5300 Euro als reich in der wissenschaftlichen Definition. Für Senioren ist nur selten eine Rente von um die 5000 Euro drin.
Rubriklistenbild: © IMAGO