Tedi in Innenstädte bringen

Günstiger als Aldi und Lidl? Aufstrebender Discounter plant 1800 neue Filialen

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Bei Aldi und Lidl kann man günstig einkaufen. Bald könnte es allerdings einen neuen Platzhirsch geben. Ein anderer Discounter will massiv expandieren.

Kassel – Die Discounter Lidl und Aldi sind für viele wahrscheinlich die erste Anlaufstelle, wenn es ums günstig einkaufen geht. Und das nicht nur bei Lebensmitteln. Das Sortiment beider Ketten umfasst auch Non-Food-Produkte. Auch wenn bei Aldi jüngst eine ganze Produkt-Kategorie aus dem Sortiment flog.

Genau in der Non-Food-Sparte bekommen die beiden großen Discounter nun Konkurrenz und die Kunden eine neue Anlaufstelle: nämlich Tedi. Das Unternehmen hat eine große Expansion angeküdigt. „Mittelfristig werden wir auf 5.000 Filialen in Europa wachsen“, kündigte Tedi-CEO Petar Burazin in einer Pressemitteilung des Unternehmens an.

Non-Food-Discounter Tedi will weiter wachsen. 1800 neue Filialen sind geplant. Damit könnte er Aldi und Lidl Konkurrenz machen.

Tedi kündigt Ziel von 5000 Filialen in Europa an – positioniert sich als Non-Food-Konkurrent von Aldi und Lidl

Aktuell gibt es europaweit 3200 Tedi-Filialen. Ganze 300 davon wurden laut der Pressemitteilung im Geschäftsjahr 23/24 eröffnet. Das Filialnetz soll also um 1800 weitere Filialen ergänzt werden. Das sind alles andere als kleine Expansionspläne. Vor allem wenn man bedenkt, dass es sich bei Tedi um eine noch recht junge Discounter-Kette handelt. Gegründet wurde sie im Jahr 2004.

„Unser Erfolg beweist, dass der stationäre Einzelhandel mit dem richtigen Konzept erfolgreich in die Zukunft geführt werden kann“, so Burazin. Um für Kunden noch präsenter und einfacher zu erreichen zu sein, sollen neue Standorte unter anderem in „Fußgängerzonen“ und „innerstädtischen A- oder guten B-Lagen“ entstehen.

Extra, Spar und Co.: 12 Supermärkte, die es heute nicht mehr gibt

Kunden auf dem Parkplatz vor dem Massa mobil Supermarkt in Neuruppin (Archhivfoto vom 11.03.1994).
Massa war vor allem in den 1970er bis 1980er Jahren für seine großen SB-Warenhäuser bekannt. Der erste 1964 in Alzey eröffnete Markt (jetzt Kaufland) besteht bis heute und ist damit eines der ältesten in Deutschland überhaupt. Massa wurde 1997 von Metro aufgekauft. © Karlheinz Schindler/dpa
Postkartenständer vor dem allkauf-Reisebüro in Ahlen
Ebenfalls nicht ins neuste Jahrtausend schaffte es Allkauf. Das Unternehmen hatte neben ihren SB-Warenhäusern unter anderem auch Reisebüros. Die Standorte lagen vor allem in NRW und Ostdeutschland. 1998 wurde Allkauf ebenfalls von Metro übernommen. © Stefan Schwenke/Imago
Eine Spar-Filiale mit Bistro am Adenauerplatz Berlin (2003).
Fast fünfzig Jahre lang war „Spar“ eine echte Supermarkt-Institution in Deutschland. Doch 2005 wurde Spar von Edeka übernommen. Heute gibt es Spar noch in Österreich oder Belgien. © Lem/Imago
WAL-MART - Supercenter in der Abenddämmerung in Berlin-Neukölln (2022).
Walmart kennt man vor allem aus den USA. Doch fast zehn Jahre lang gab es Walmart auch in Deutschland. 2006 machten die Walmart-Filialen dicht. © Steinach/Imago
HL-Markt in Kriftel
2006 war kein gutes Jahr für viele Supermarkt-Ketten. Auch die Kette HL-Markt verschwand nach über vierzig Jahren. © Ralph Peters/Imago
Ein MiniMal-Markt
Der großen Rewe-Umstrukturierung 2006 fielen auch die „miniMAL“-Märkte zum Opfer. Vorher gab es die Filialen in Deutschland und Polen. © Ralph Peters/Imago
Dieses Schild gehört zum Accord-Einkaufszentrum am Heusweiler Bahnhof und wurde am Mittwoch (29.01.2003) fotografiert.
„Accord“ war mit mehreren dutzend Supermärkten im Saarland und in Rheinland-Pfalz aktiv. Doch auch hier übernahm Rewe ab 2007 das Steuer. © Becker&Bredel/Imago
Extra Supermarkt in Hessisch Oldendorf
Deutlich weiter verbreitet waren die Extra-Supermärkte. In der Spitze gab es 250 Filialen vor allem in Nord- und Westdeutschland. Extra hatte als einer der ersten 2004 SB-Kassen getestet. 2009 verschwand die Marke. © Rust/Imago
Filiale von PLUS in Markkleeberg (2006).
Plus war jahrzehntelang mit zeitweise über 2000 Filialen einer der größten Discounter in Deutschland. Doch 2010 kam das Ende. Edeka übernahm und wandelte die Märkte in Netto-Filialen um. © Michael Schöne/Imago
Firmenschild der REWE-Gruppe in Köln.
Der Name Toom ist heute vor allem für Baumärkte bekannt, doch in der Vergangenheit gab es auch Getränke- und Supermärkte. Die Toom SB-Warenhäuser wurden zwar schon 1989 von Rewe übernommen, existierten aber noch bis 2014. © Chai von der Laage/Imago
Der Tengelmann „Klimamarkt“ in Mülheim an der Ruhr, aufgenommen am Montag (10.01.2011).
Die Wurzeln von Kaiser‘s Tengelmann gehen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Das Traditionsunternehmen hatte teilweise 550 Filialen in NRW sowie in den Großräumen Berlin und München. Ab 2016 musste sich Kaiser‘s Tengelmann zurückziehen. Edeka und Rewe übernahmen die Märkte. © Julian Stratenschulte/dpa
Sky-Supermarkt in Lübeck - Deutschland
2019 verschwand der Supermarkt Sky aus den deutschen Städten – die letzte Filiale machte dicht. © Schöning/Imago

Expansion von Discounter Tedi soll Filialen in Fußgängerzonen und Einkaufszentren bringen

Auch Stadtteilzentren sowie Fachmarkt- und Einkaufszentren kommen als Orte für neue Filialen in Frage, berichtet waz.de. In den Filialen bietet Tedi ein breit gefächertes Sortiment, dass unter anderem Schreibwaren, Dekoartikel und Haushaltszubehör wie Einmachgläser oder Kleiderbügel umfasst. Außerdem bietet der Discounter Tierbedarf, Spielwaren, Kosmetik- und Drogerieprodukte und mehr.

Ein Tedi-Konkurrent will ebenfalls deutlich größer werden. Der Discounter Pepco plant eine Mega-Expansion – könnte er dadurch Kik, Tedi & Co verdrängen? Aldi und Lidl müssen auch einen Holland-Discounter im Auge behalten, der sein Geschäft in Deutschland ausbaut. (sp)

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/IMAGO

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