Mehr Vielfalt

Tesla Model Y aus Grünheide: Bald auch farbige Autos zu haben?

  • schließen

Bislang produziert das Tesla-Werk in Grünheide nur schwarze und weiße Model Y. Doch bald könnten frische Farben dazukommen.

Update vom 8. Oktober 2022, 12:00 Uhr: Was fällt einem bei den meisten Tesla-Modellen auf der Straße auf? Dass eine Sache so gar nicht auffällt: die Farbe. Die meisten der amerikanischen Elektroautos sind entweder schwarz oder weiß. Das hat weniger mit der Zurückhaltung der Kunden zu tun als damit, dass Tesla oft kaum andere Farben anbietet. Auch die Model Y aus der Gigafactory in Grünheide wird bislang nur in den beiden Nicht-Farben gefertigt.

Doch das soll sich nun angeblich ändern. Schließlich steht in Brandenburg laut Hersteller die modernste Lackieranlage der Welt. Das Versprechen von Elon Musk (51), dass hier auch neue, aufregende Farben zum Einsatz kommen sollen, etwa ein tiefes Rot namens „deep crimson“, soll gelten. Wie das Blog Drive Tesla Canada berichtet, gibt es nun eine Freigabe für bunte Lacke.

Tesla Model Y aus Grünheide: Bald auch farbige Autos zu haben?

Blaues Tesla Model Y: Bald auch aus Grünheide?

Vorerst sollen die entsprechenden Fahrzeuge in die USA exportiert werden. Dass sie dann bald auch in Deutschland zu haben sind, darf aber angenommen werden.

Update vom 25. September 2022, 11:00 Uhr: Norwegen gilt beim Thema Elektromobilität gemeinhin als Vorreiter. Zu Recht: Reine Verbrenner werden fast gar nicht mehr zugelassen. Knapp 88 Prozent aller neuen Autos haben einen Elektromotor. Ein kleiner Teil sind noch Plug-in-Hybride, reine Akku-Autos machen aber bereits 78 Prozent aus.

Elektro-Vorbild Norwegen: Fast alle neuen Tesla stammen aus Grünheide

Spitzenreiter unter diesen Stromern, und damit unter allen norwegischen Autos überhaupt, ist Tesla mit seinem Model Y. Und diese Fahrzeuge stammen mittlerweile fast ausschließlich aus der Gigafactory in Grünheide. Das belegen aktuelle Echtzeit-Statistiken, die öffentlich einsehbar sind. So wurden an einem einzigen, typischen Vormittag 42 Fahrzeuge von Tesla neu zugelassen. Darunter waren 40 Model Y – und von denen stammten 36 aus Grünheide. Die Zahlen an den anderen Tagen sehen ähnlich aus.

Update, 29. Juli, 13:00 Uhr: Zwei Wochen lang stand die Produktion in Teslas Gigafactory in Grünheide bei Berlin still. Obwohl erst kürzlich eröffnet, krempelte der US-Hersteller das Werk um – mit dem Ziel, die Fertigung zu beschleunigen. Inzwischen ist der Zweischichtbetrieb wieder angelaufen.

Vor der Werksschließung waren im Juni erstmals 1.000 Model Y in Grünheide vom Band gelaufen. Nach dem Umbau soll diese Zahl zunächst auf 1.500 Fahrzeuge ansteigen, berichtet Teslamag unter Berufung auf einen Insider. Bis Oktober sollen es dann 3.000 Elektroautos sein, die in der deutschen Gigafactory gebaut werden.

Tesla produziert wieder in Grünheide – bis zu 3.000 Autos pro Woche

Um seine Ziele erreichen zu können, plant Tesla weitere Neueinstellungen. Diese sollen ab Oktober in Grünheide erstmals einen Betrieb in drei Schichten ermöglichen. Zudem wird das Model Y auch weiterhin nur in Schwarz und Weiß gebaut und das, obwohl man eine hochmoderne Lackiererei hat, die neue Farben ermöglichen sollte.

Tesla hat nach dem Umbau die Produktion in Grünheide wieder aufgenommen.

Um die Produktivität weiter zu steigern, hat sich Tesla während des Umbaus auch den „Giga-Pressen“ angenommen. Diese stellen das hintere Rahmen-Element des Model Y her. Bislang lag der Ausschuss mit 60 Prozent jedoch deutlich zu hoch. Durch Anpassungen konnte dieser nun auf etwa zehn Prozent gesenkt werden.

Bei den 3.000 Model Y pro Woche – also 600 pro Werktag – soll jedoch noch lange nicht Schluss sein. Bis Ende des Jahres strebt Tesla-Chef Elon Musk eine wöchentliche Produktion von 5.000 Elektroautos an. Pro Jahr sollen in der ersten Ausbaustufe rund 500.000 Stromer in Deutschland gebaut werden.

Tesla Grünheide: Vorserie des Model Y soll nun doch verkauft werden

Update vom 12. Juli 2022, 14:05 Uhr: Offenbar hat Tesla einen Weg gefunden, die zweiwöchige Schließung des Werks Grünheide und den Produktionsausfall zu kompensieren. Denn möglicherweise plant der Elektroauto-Pionier, einen Teil jener Vorserien-Autos zu verkaufen, die eigentlich verschrottet werden sollten.

Verpflichtend war die letzte Fahrt in die Schrottpresse allerdings nie. Aus einem Brief an das brandenburgische Umwelt-Landesamt geht hervor, dass nur ein kleiner Teil der mehr 2.000 Model Y, die ohne offizielle Genehmigung produziert wurden, vernichtet wurden: Für etwa 100 liegt ein Entsorgungsnachweis vor. Die große Mehrheit würde für interne Zwecke und Testfahrten eingesetzt.

Fahrzeuge mit „einer verhältnismäßig guten Qualität“ sollen ausdrücklich „an Endverbraucher veräußert werden“. Um welche Größenordnung es sich dabei handelt, ist nicht klar: Viele Stellen des veröffentlichten Briefes sind geschwärzt.

Erstmeldung vom 5. Juli 2022, 16:32 Uhr: Grünheide (Brandenburg) – Mit seinem Werk in Grünheide bei Berlin ist Tesla-Chef Elon Musk bislang nicht wirklich glücklich geworden. Während der Bauphase ärgerte er sich über die Bürokratie, bei der Eröffnungsfeier sorgte die kleinkarierte Ausladung von Kritikern für Schlagzeilen, dann liefen wassergefährdende Chemikalien aus. Kunden kritisieren die Verarbeitungsqualität, es gibt zu wenig Mitarbeiter, dafür Krach um ungleiche Gehälter. Das Werk sei eine „gigantische Geldverbrennungsmaschine“, findet Musk, überhaupt geht dort alles viel zu langsam.

Tesla Grünheide schließt: Wie geht es weiter für Käufer des Model Y?

Eigentlich sollen in der deutschen Gigafactory jährlich 500.000 E‑Autos vom Typ Model Y hergestellt werden, also durchschnittlich fast 10.000 pro Woche – bisher sind es etwa 1000, also gerade mal ein Zehntel. Drei Minuten verweilen nach Angabe von Tesla die Fahrzeuge an jeder Fertigungsstation.

Zu langsam: Gigafactory in Grünheide. (Symbolbild)

Diese Zeit will Tesla deutlich reduzieren, die Rede ist von nur noch 30 Sekunden. Ein eher sportlicher Plan also. Um ihn zu schaffen, wird das Werk nun gründlich umgekrempelt. Dafür wird es nun zwei Wochen geschlossen.

Tesla Grünheide schließt: Kunden müssen länger warten

Für deutsche Kunden, die ein Tesla Model Y geordert haben und in den nächsten Tagen bekommen sollten, ist das erst einmal eine ärgerliche Angelegenheit. Denn für den europäischen Markt soll diese Baureihe eigentlich komplett in Grünheide entstehen. Ein kurzfristiges Umswitchen auf Fahrzeuge aus Shanghai ist offenbar nicht geplant und wäre so kurzfristig auch gar nicht möglich.

Elektroautos: Die zehn beliebtesten Modelle in Deutschland

BMW i3
Platz 10: BMW i3. Schon seit 2013 auf dem Markt, und immer noch recht beliebt: 12.178 BMW i3 wurden 2021 neu zugelassen. Trotzdem läuft die Produktion des City-Stromers mit knapp 300 Kilometern Reichweite nach insgesamt 250.000 Einheiten dieses Jahr ohne Nachfolger aus. Preis: ab 39.000 Euro. © BMW
Fiat 500
Platz 9: Fiat 500. Das aktuelle Modell des Kleinstwagens, auch als Fiat 500e oder Fiat 500 Elektro bezeichnet, wird ausschließlich als E-Auto angeboten. 2021 fand er 12.516 Kunden. Je nach Akku-Größe schafft der kleine, aber charakterstarke Cityflitzer aus dem Stellantis-Konzern 190 bis über 300 Kilometer. Preis: ab 26.790 Euro. © Fiat/Stellantis
VW ID.5
Platz 8: VW ID.4. Die Crossover-Variante des braven Grundmodells ID.3 mit größerem Innenraum und etwas Off-Road-Fähigkeit wurde im vergangenen Jahr 12.734 mal zugelassen. Die Reichweite der Top-Version gibt VW reichlich optimistisch mit 518 Kilometern an. Preis: Ab 46.515 Euro. © Ingo Barenschee/VW
Skoda Enyaq iV
Platz 7: Škoda Enyaq iV. Der technische Ableger des VW ID.3 und ID.4 auf der MEB-Plattform ist mit 4,65 Metern etwas länger, und erfüllt somit das übliche Marken-Image als Alternative für die Familie. 13.026 Käufer und Leasingnehmer überzeugte das E-SUV mit offiziell bis zu 500 Kilometern Reichweite. Preis: ab 46.515 Euro. © Skoda Auto a.s.
Hyundai Kona Elektro
Platz 6: Hyundai Kona Elektro. Im Gegensatz zum neuen Ioniq 5 bietet Hyundai den seit Kona mit verschiedenen Antriebsversionen an, das seit 2018 verkaufte Elektroauto brachte es auf 17.240 Neuzulassungen. Die Motoren leisten 136 oder 204 PS, die Reichweite beträgt maximal 484 Kilometer. Preis: ab 35.650 Euro.  © Hyundai
Smart EQ fortwo Edition Bluedawn smart EQ fortwo edition bluedawn: stylish and electrifying eye-catcher
Platz 5: Smart EQ Fortwo. Wie beim BMW i3 ist auch das Ende des Elektrozwergs besiegelt. Künftig kommen die Elektroautos aus China und als größere SUV daher. Das Original fand trotz seiner mickerigen Reichweite von offiziell 153 Kilometer noch 17.413 Abnehmer. Preis: ab 21.940 Euro. © Mercedes-Benz AG
Renault Zoe
Platz 4: Renault Zoe. Beim Crashtest versagte die aktuelle Version des französischen City-Stromers (null Sterne!), aber mit 24.736 Neuzulassungen war er hierzulande durchaus beliebt. Dank bis zu 395 Kilometern maximaler Reichweite eignet er sich auch für längere Trips. Preis: ab 33.140 Euro. © Renault
VW ID.3
Platz 3: VW ID.3. Das Grundmodell des „Modularen E-Antriebs-Baukastens“ des VW-Konzerns gilt längst als elektrischer VW Golf, auch wenn sich manch Stromer-Fan einen etwas aufregenderen Auftritt gewünscht hätte. Europaweit brachte es der ID.3 mit seinen offiziell bis zu 553 Kilometern Reichweite schon auf über 100.000 Verkäufe, auf Deutschland entfielen 26.693 Zulassungen. Preis: ab 36.960 Euro. © VW
VW e-Up
Platz 2: VW e-Up. Seine große Beliebtheit führt zu seinem größten Nachteil: Immer wieder ist der kleine, 30.797 mal zugelassene Stromer ausverkauft, was letztendlich auch zu einer kräftigen Preissteigerung führte. Bis zu 260 Kilometer Reichweite gehen für diese Größe ok. Preis: ab 26.895 Euro. © VW
Tesla Model 3
Platz 1: Tesla Model 3. Das Einstiegsmodell des Elektroauto-Pioniers sicherte sich mit 35.262 Neuzulassungen klar die Pole-Position, und schaffe es wochenweise sogar an die Spitze der Gesamt-Charts aller Pkw. Die Reichweite beträgt laut Werksangabe bis zu 547 Kilometer. Preis: ab 52.965 Euro. © Tesla

Das legen zumindest Aussage betroffener Kunden in den sozialen Medien nah: Sie seien von Tesla darüber informiert worden, dass sich die Auslieferung kräftig verschiebe. Bis Ende Juli hinein, teilweise sogar bis Anfang August, sollen die Käufer jetzt warten.

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie im kostenlosen Newsletter von 24auto.de, den Sie gleich hier abonnieren können.

Das ist zwar lang, wenn man schon die Tage bis zur ersten Fahrt in seinem neuen Tesla herunterzählt – aber zu rechtlich gesehen zu kurz, um Verkaufsvertrag zurückzutreten. Eine Stornierung des Kaufvertrages ist nämlich erst ab vier Monaten Lieferverzug möglich. Und bringen würde der Umstieg auf ein Konkurrenzmodell angesichts der überlangen Lieferzeiten schon gar nichts.

Rubriklistenbild: © Tesla

Kommentare