Höhere Kosten

Auto im Abo: Das ist anders als Leasing – für wen es sich lohnt

  • schließen

Auto abonnieren nach dem Netflix-Prinzip: Diese flexible Alternative zu Kauf oder Leasing findet immer mehr Anhänger. Aber sie lohnt sich nur für eine Kundengruppe.

Über Jahrzehnte gab es für alle, die sich ein neues Auto zulegen wollen, zwei Möglichkeiten: kaufen oder leasen. Der Kauf, entweder in bar bezahlt oder per Kredit finanziert, galt als Mittel der Wahl für Privatkunden, während Selbständige eher leasten. Letzteres hat sich mittlerweile etwas gelockert, denn viele Autohersteller und ihre Banken legen günstige Leasing-Angebote vor, die auf Privatnutzer zugeschnitten sind. Auch die Tatsache, dass die Anbieter bei der Rückgabe des Autos nicht mehr für jeden Mini-Kratzer abkassieren dürfen, erhöht die Attraktivität des Leasing.

Abo-Angebot: Der Lynk & Co 01 kostet 500 Euro im Monat.

Auto im Abo: Das ist anders als Leasing – für wen es sich lohnt

Doch seit einiger Zeit ist eine dritte Variante auf dem Vormarsch: die Nutzung des Autos im Abo für einen monatlichen Fix-Preis inklusive der meisten Kosten). Zuerst hatten einige Autohersteller wie Volvo und VW mit dieser Idee begonnen, die Marke Link & Co. aus dem chinesischen Geely-Konzern hat sie sogar zu ihrem Geschäftsprinzip erklärt. Mittlerweile gibt es auch spezielle Abo-Anbieter, die mehrere Automarken nach dem Netflix-Prinzip vermarkten. Wie beim Leasing bekommt der Fahrer den Pkw also nur für einen gewissen Zeitraum überlassen, bezahlt für ihn eine monatliche Gebühr und gibt ihn am Ende der vereinbarten Laufzeit wieder ab.

Allerdings gibt es einige Unterschiede zwischen Leasing und Abo:

Vergleich bei:LeasingAbo
LaufzeitMindestens ein, oft mehrere JahreAb einem Monat
Kosten (für Kompaktwagen)unter 100 bis 200 Euroab 300 Euro
Versicherungnicht inklusiveinklusive
Steuernicht inklusiveinklusive
Wartungnicht inklusiveinklusive
Kraftstoff/Stromnicht inklusivenicht inklusive
Lieferzeitnormal bis langkurz
Restwert des Autos bei Rückgabeje nach Vertrag wichtig oder egalegal

Vor allem für Autofahrer, die beispielsweise die Elektromobilität erst einmal ausprobieren möchten, ist ein Abo eine vielversprechende Lösung – was auch dazu führt, dass Abo-Firmen zu den guten Kunden bei Stromer-Herstellern zählen. Marken-Hopping, bei dem ein Auto ausprobiert und nach wenigen Monaten gegen ein anderes ausgetauscht wird, ist im Gegensatz zum Leasing beim Abo kein Problem.

Auto im Abo: Inklusiv-Kosten sind eher Lock-Argument

Für diese Flexibilität zahlen Kunden im Abo allerdings einen spürbar höheren Preis als beim Leasing. Die inkludierten und damit gesparten Kosten, mit denen die Abo-Anbieter lautstark werben, sind nämlich eher gering. Vor allem, wer bei seiner Versicherung schon einen ordentlichen Schadenfreiheits-Rabatt eingefahren hat, zahlt im Abo drauf. Dazu sind Elektroautos derzeit noch von der Kfz-Steuer befreit. Hohe Wartungskosten fallen für einen Neuwagen ebenfalls nicht an, und lassen sich mit einem Service-Vertrag von unter 30 Euro im Monat abfangen.

Nichts verpassen: Alles rund ums Thema Auto finden Sie im regelmäßigen Auto-Newsletter unseres Partners tz.de.

Elektroautos-Ranking: Das sind die Top Ten der Stromer in Europa

Hyundai Ioniq5
Platz 10: Hyundai Ioniq 5. Gleich nach dem Start im vergangenen Jahr entwickelte sich das südkoreanische SUV zu einem der beliebtesten Stromer seiner Klasse. Dank 800 Volt lädt es schnell und bietet dann bis 507 Kilometer Reichweite. In Europa brachte er es in den ersten vier Monaten dieses Jahres auf 11.917 Verkäufe. Preis in Deutschland: ab 41.900 Euro. © Hyundai
Peugeot e-208
Platz 9: Peugeot e-208. Französische Kleinwagen hatten Europa, vor allem natürlich auf ihrem Heimatmarkt, schon immer eine Menge Fans. Das ändert sich auch im Elektro-Zeitalter nicht. Der Peugeot e-208 von 2019 (Reichweite bis zu 450 Kilometer) ist einer der Stars im Stellantis-Konzern und brachte es bis April europaweit auf 12.148 Einheiten. Preis in Deutschland: ab 35.350 Euro. © Pontus Lundahl/Imago
Audi q4 e-tron
Platz 8: Audi Q4 e-tron. Das noch relativ kompakte SUV kam 2021 auf dem Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) des VW-Konzerns auf den Markt, und überzeugte vom Start weg viele Kunden. 12.461 kauften ihn im ersten Tertial des Jahres. Die maximale Reichweite beträgt 534 Kilometer. Preis in Deutschland: ab 41.900 Euro.  © Audi
Renault Zoe
Platz 7: Renault Zoe. Beim Crashtest versagte die aktuelle Version des französischen City-Stromers (null Sterne!), aber mit 12.963 Verkäufen im erfassten Zeitraum war er in Europa sehr beliebt. 395 Kilometern maximale Reichweite sind in dieser kleinen Klasse ein achtbarer Wert. Preis in Deutschland: ab 33.140 Euro. © Renault
Hyundi Ioniq 5
Platz 6: Hyundai Kona Elektro. Im Gegensatz zum neuen Ioniq 5 bietet Hyundai den seit Kona mit verschiedenen Antriebsversionen an, das seit 2018 verkaufte Elektroauto brachte es bis April in Europa auf 13.354 Verkäufe. Die Reichweite beträgt maximal 484 Kilometer. Preis in Deutschland: ab 35.650 Euro.  © Hyundai
VW ID.4
Platz 5: VW ID.4. Die Crossover-Variante des braven Grundmodells ID.3 mit größerem Innenraum und etwas Off-Road-Fähigkeit fand in den ersten vier Monaten europaweit 13.870 Kunden. Die Reichweite der Top-Version gibt VW reichlich optimistisch mit 518 Kilometern an. Preis in Deutschland: Ab 46.515 Euro. © Ingo Barenschee/VW
Kia e-Niro
Platz 4: Kia e-Niro. Die Elektroversion des seit 2016 angebotenen Kompakt-SUV ist in dieser Form mittlerweile nicht mehr bestellbar, schaffte es bis April aber noch zu 16.032 Kunden in Europa. Der Nachfolger heißt Kia Niro EV, schafft bis zu 460 Kilometer und kostet in Deutschland ab 39.990 Euro. © Anders Wiklund/Imago
Fiat 500e
Platz 3: Fiat 500. Das aktuelle Modell des Kleinstwagens, auch als Fiat 500e oder Fiat 500 Elektro bezeichnet, wird ausschließlich als E-Auto angeboten. Im ersten Tertial dieses Jahres war er mit 18.537 Kunden der erfolgreichste Stromer aus dem Stellantis-Konzern. Je nach Akku-Größe schafft der Cityflitzer 190 bis über 300 Kilometer. Preis in Deutschland: ab 26.790 Euro. © Fiat/Stellantis
Tesla Model Y
Platz 2: Tesla Model Y. Die Schrägheck-Limousine, die mittlerweise auch im deutschen Werk Grünheide gebaut wird, hat sich zu einem der beliebtesten Stromer weltweit entwickelt. In Europa fand sie von Januar bis April 26.616 Käufer. Die maximale Reichweite gibt Tesla mit 533 Kilometern an. Preis in Deutschland: ab 59.965. © Tesla
Tesla Model 3
Platz 1: Tesla Model 3. Das Einstiegsmodell des Elektroauto-Pioniers macht den Triumph perfekt: Platz 1 und 2 für die Texaner, auch wenn ihnen der kleine Fiat 500 auf den Fersen ist. Das Model 3 sicherte sich mit 32.697 Verkäufen klar die Pole-Position. Die Reichweite beträgt laut Werksangabe bis zu 547 Kilometer. Preis in Deutschland: ab 52.965 Euro. © Tesla

Daher lohnt sich ein Auto-Abo vor allem für jene, die ungebunden bleiben wollen – und beispielsweise im Alltag mit einem kleinen Elektroauto unterwegs sind, aber für die Urlaubsreise auf ein größeres Hybridmodell umsteigen wollen. Auch die kurzen Lieferzeiten sind ein Argument für diese Art der Pkw-Nutzung. Wer sein Auto im Grunde wie ein gekauftes langfristig besitzen will, für den ist Leasing nach wie vor die bessere Wahl.

Rubriklistenbild: © Lynk & Co

Kommentare