Regionalisierung der Produktion

Trübe Aussichten: Experte erklärt, warum Autofahren auf lange Sicht teurer wird

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Wer 2022 ein neues Auto kaufen wollte, musste tief in die Tasche greifen. Das könnte sich im neuen Jahr ändern. Dafür werden auf lange Sicht andere Kosten auf uns zukommen.

Ein wirklich billiges Vergnügen war Autofahren noch nie – aber im Jahr 2022 schossen die Spritpreise zeitweise in noch nie dagewesene Höhen. Um die Ausgaben zumindest etwas zu dämpfen, fuhren viele deshalb weniger oder hielten sich verstärkt an Methoden zum Spritsparen. Aber auch der Autokauf wurde deutlich teurer: Bei Neuwagen schrumpften die Rabatte – und auch bei Gebrauchtwagen zogen die Preise ordentlich an. Die gute Nachricht: Laut dem Automobilexperten Stefan Bratzel, Professor für Automotive Management an der FH Bergisch Gladbach und Direktor des Center of Automotive Management (CAM), sollen die Preise in naher Zukunft sinken. Die Schlechte: Auf Dauer wird es teurer.

Trübe Aussichten: Experte erklärt, warum Autofahren auf lange Sicht teurer wird

„Was wir im Moment erleben, ist eine Spitze, die sich wieder abflachen wird. Im Zuge der erwarteten Rezession 2023 wird die Nachfrage geringer werden, gleichzeitig sollten sich die Lieferkettenprobleme beruhigen“, sagt Bratzel. „Ich gehe davon aus, dass sich in der zweiten Hälfte des neuen Jahres, spätestens 2024 eine Beruhigung einstellt: Fahrzeuge werden wieder verfügbarer, Preise werden vom derzeitigen Top-Level sinken. Grundsätzlich müssen wir uns aber an ein höheres Kostenniveau gewöhnen. Längerfristig wird die Automobilität teurer werden, unabhängig von den Sondereinflüssen.“

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Auf lange Sicht wird laut einem Experten Autofahren immer teurer. (Symbolbild)

Teures Autofahren: Teilherstellung teurer, weil Autobauer ihre Produktion stärker regionalisieren

Nach Meinung von Bratzel wird zum Beispiel die Teileherstellung teurer, weil die Hersteller ihr Produktion regionalisieren. Um eine stärkere Lieferkettensicherheit zu gewährleisten, werde die Globalisierung zurückgefahren und die Lager würden aufgefüllt. Dazu kämen Umweltkosten, wie die für CO₂.

Die zehn seltensten Autos der Welt – und was sie kosten

Das wertvollste Auto der Welt: Mercedes-Benz 300 SLR Uhlenhaut Coupé.
Uhlenhaut-Coupé: Teurer als der Mercedes 300 SLR Coupé, benannt nach dem Ingenieur und Daimler-Benz-Vorstand Rudolf Uhlenhaut, ist kein anderes Auto auf der Welt. Es erzielte bei einer Versteigerung 135 Millionen Euro. Ein weiteres Exemplar des für Autorennen konzipierten, aber nie eingesetzten 302-PS-Wagens von 1955 steht (ohne Motor) im Stuttgarter Mercedes-Museum. © Mercedes-Benz AG – Communicati
Ferrari 250 GTO
Ferrari 250 GTO: Gerade mal 39 dieser Rennwagen wurden von 1962 bis 1964 produziert. Damals kostete das Coupe mit 301 PS starkem V12-Motor 18.000 US-Dollar – vor einigen Jahren erzielte ein von Stirling Moss pilotiertes Exemplar bei einer Auktion über 38 Millionen Dollar. Ein anderer Wagen soll sogar für 70 Millionen Dollar privat verkauft worden sein. © Simon West/Imago
Aston Martin DB4 GT Zagato
Aston Martin DB4 GT Zagato: 20 Exemplare der leichteren und verbesserten Version des normalen DB4 wurden Anfang produzierte Aston Martin Anfang der 60er-Jahre. Eines der 314 PS starken Coupés mit viel Alu-Teilen wurde vor Kurzem für 14,3 Millionen Dollar versteigert. © Ingo Wagner
Mercedes 300 SL Flügeltürer
Mercedes 300 SL Flügeltürer: 1.400 Coupés und 1.858 Roadster baute Mercedes von 1954 bis 1963 – die frühere, geschlossene Version mit den charakteristischen, nach oben schwingenden Türen ist also die rarere und auch höher gehandelte. Der bisherige Auktions-Höchstpreis des bis zu 240 PS starken Sechszylinder-Sportlers liegt bei 4,62 Millionen Dollar. © Oscar Gonzalez/Imago
Lamborghini Veneno
Lamborghini Veneno: Der (wie bei der VW-Tochter üblich) nach einem Kampfstier benannte Extremsportler wurde ab 2013 nur fünf mal gebaut. Die Leistung des V12-Motors ist mit 740 PS gar nicht mal besonders spektakulär, trotzdem fand der Roadster für die aufgerufenen 4,5 Millionen Dollar problemlos seine Käufer. © Lamborghini
Maybach Exelero
Maybach Exelero: 2005 war so einiges anders. Die Mercedes-Benz Group hieß noch DaimlerChrysler, Maybach agierte als eigenständige Marke – und baute für den Reifenhersteller Fulda diese Version der Luxus-Limousine mit 700 PS starkem V12-Motor. Gerüchten zufolge kaufte ein US-Rapper das Einzelstück, das immer mal in TV-Serien und Musik-Videos zu sehen war, für acht Millionen US-Dollar. © Mercedes-Benz
Jaguar XKSS
Jaguar XKSS: Nur 16 Exemplare dieses 237 PS leistenden Roadsters bauten die Briten 1956 und 1957. Hollywood-Star Steve McQueen erstand einen für vergleichsweise lächerliche 5.000 Dollar, der Wert dieses speziellen Exemplars wird heute auf 30 Millionen Dollar geschätzt. Schnäppchenjäger können den „Jag“ aber schon für 1,5 Millionen schießen. © Daniel Prest/Imago
Ferrari Testa Rossa
Ferrari 250 Testa Rossa: Der Rennwagen wurde 1957 bis 1961 in verschiedenen Varianten und mit bis zu 390 PS 34 mal gebaut. Der mittlerweile legendäre Name steht für die roten Zylinderköpfe. Das bislang teuerste Exemplar wurde für 39,8 Millionen US-Dollar versteigert. © epa ansa Benvenuti/Ho
BMW 507
BMW 507: Der ikonische Roadster von Designer Albrecht Graf von Goertz wurde 1956 bis 1959 nur 252 mal gefertigt. Mit 150 PS war er seinem direkten Konkurrenten, dem offenen Mercedes SL 300, zwar leistungsmäßig unterlegen, US-Stars wie Elvis Presley griffen trotzdem zu – sein Exemplar ist heute wieder in BMW-Besitz. Der Marktwert für gut gepflegte 507 liegt bei etwa zwei Millionen Dollar. © Imago
W Motors Lykan HyperSport
W Motors Lykan HyperSport: Der durch den Film „Furious 7“ bekannte, 792 PS starke Supersportler ist das einzige nicht europäische Auto dieser Liste – er stammt nämlich aus dem Libanon. Seit 2012 wurde er sieben mal gebaut, im Preis von 3,4 Millionen Dollar sind 420 Diamanten an den Scheinwerfern inbegriffen. © Ali Haider

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Teures Autofahren: Experte prophezeit Bonus-Malus-Regelungen

Auch der Staat trage dazu bei, dass Autofahren teurer werde. „Wir haben ja schon heute die Tendenz, dass in Städten die Parkgebühren erhöht werden, auch Anwohnerparken wird teurer“, sagt Bratzel. „Ich halte es für ein realistisches Szenario, dass wir in den nächsten fünf bis zehn Jahren Bonus-Malus-Regelungen bekommen, sodass Fahrzeuge, die die Umwelt stärker belasten, höher besteuert werden.“ (Mit Material von SP-X)

Rubriklistenbild: © agefotostock/Imago

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