Kaufverhalten der Deutschen

Autoreifenkauf im Internet nimmt zu – wo die Gefahr vor Betrügern lauert

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Der Online-Handel gewinnt auch in der Automobilbranche immer mehr an Bedeutung. Das zeigt eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa.
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Eine aktuelle Umfrage zeigt deutlich: Immer mehr Kunden legen sich ihre Auto-Reifen nicht mehr direkt beim Händler, sondern über das Internet zu. Dabei gilt es aber einiges zu beachten.

München – Mit dem alljährlichen Herbstbeginn und den sinkenden Temperaturen heißt es für viele Autofahrer nun mehr wieder: ab zum Reifenwechseln. Gerade im Winter spielen die richtigen Reifen eine wichtige Rolle. Doch wer neue Autoreifen braucht, wird immer öfter im Internet fündig. Jeder Fünfte kauft laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Forsa, die im Auftrag des Reifenherstellers Continental zweimal jährlich das Kaufverhalten in Deutschland untersucht, seine Reifen online.

Zwar spielt laut Umfrage der stationäre Handel immer noch eine übergeordnete Rolle, doch der Anteil an Online-Käufen sei in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Über 13 Prozent der befragten Personen gab demnach an, vor dem Kauf über eine Suchmaschine Informationen über ein geeignetes Produkt zu sammeln. Weitere neun Prozent erklärten, auf Online-Reifenshops oder Verbrauchs- und Vergleichsportale zurückzugreifen, heißt es in einer Pressemitteilung des Reifenherstellers.

Online-Handel nimmt zu: Autofahrer kaufen Reifen vermehrt im Internet

Ganze 20 Prozent der befragten Kunden bestellen laut Forsa ihre Reifen im Internet. Im Vergleich zur Befragung von 2019 verzeichnet das Meinungsforschungsinstitut dabei einen Anstieg von rund fünf Prozent. Bedeutet im Klartext: Inzwischen bestellen mehr Kunden ihre Reifen im Internet als im Autohaus. Dort legen sich nur etwa 17 Prozent der Befragten neue Reifen zu.

Bald heißt es wieder: Reifen wechseln. Für Autofahrer steht dabei laut einer aktuellen Umfrage vor allem die Fahrsicherheit im Fokus.

Sorgen um den deutlichen Anstieg und den allgemeinen Rückgang der Kaufkraft machen sich die Reifenhändler bis dato dennoch nicht. Denn der wesentliche Vertriebsweg ist und blieb der Reifenfachhandel mit 56 Prozent: „Zusammen mit weiteren stationären Händlern wie Autohäusern, Vertragswerkstätten oder dem Kfz-Zubehör-Handel ist der stationäre Handel mit 78 Prozent im Vergleich zum Online-Handel weiterhin der Ort, an dem Kunden neue Reifen bevorzugt kaufen“, betont der Reifenhändler Continental.

Reifenkauf im Internet: Das gilt es zu beachten

Für den Reifenkauf im Internet gilt es allerdings einige Dinge zu beachten. Das wichtigste ist dabei wohl, einen geeigneten Anbieter zu finden. Ausschlaggebend für einen möglichen Kauf ist hierbei der Preis. Aber auch andere Konditionen, so berichtet es das Online-Magazin für Autonews kfz.net, wie etwa eine sichere Zahlung via Kreditkarte oder Rechnung müssen möglich sein. Ist dies nicht der Fall, bestehe die Gefahr, von Betrügern über den Tisch gezogen zu werden.

Im nächsten Schritt sollten sich Kunden über die benötigte Reifenart ihres Fahrzeuges erkundigen. Bestenfalls werden Sommerreifen für den Sommer und Winterreifen im Winter genutzt. Ein absolutes No-Go ist, in der kalten Jahreszeit weiter mit Sommerreifen zu fahren. Für alle Faulen beim Reifenwechsel stellen Ganzjahresreifen eine gute Alternative dar. Aber auch hier lohnt sich ein Modell-Vergleich.

EU-Label maßgeblich für sicheren Reifenkauf

Ein weiterer Aspekt, den es zu beachten gilt, ist die Reifengröße. Denn Fahrzeughalter haben keine uneingeschränkten Möglichkeiten, betont das Online-Magazin für Autonews. Die Information, welche Reifengrößen für ein Fahrzeug freigegeben sind, finden Verbraucher im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil 1) wieder.

Entscheidend für einen sicheren Reifenkauf ist ebenso das EU-Label. Das „Reifenlabel“ ermöglicht Kunden mit einem schnellen Blick, die Eigenschaften eines Reifens einzuschätzen und verschiedene Modelle zu vergleichen. Laut ADAC werden beim EU-Label neben dem Rollwiderstand und der Nassbremseigenschaft auch die Höhe der Außengeräusche berücksichtigt. Das Prinzip ähnelt den Energieeffizienzklassen von Elektrogeräten oder Gebäuderichtlinien.

Anhand des EU-Reifenlabels erkennen Verbraucher die Eigenschaften ihres gewünschten Reifens nicht nur im Fachhandel, sondern auch im Internet.

Laut Forsa-Umfrage hat Sicherheit beim Reifenkauf die höchste Priorität

Ob Fachhandel oder Internet: In jedem Fall legen die Käufer laut Umfrage besonders großen Wert auf die Sicherheit. 96 Prozent halten die Fahrsicherheit für einen wichtigen Faktor. Nahezu gleichauf liegen das Preis-Leistungs-Verhältnis sowie die Nachhaltigkeit von Reifen. Den zunehmenden Sicherheits-Fokus begrüßt der Reifenentwickler Continental. „Autofahrer sollten sich konstant mit dem Thema Fahrsicherheit auseinandersetzen. Das beginnt bei der Entscheidung für den passenden Reifen mit Blick auf Reifengröße, Last- und Geschwindigkeitsindex und Jahreszeit.“ Aber auch im Alltag sollten Restprofil und Druck regelmäßig geprüft werden.

Für die aktuelle Umfrage sind laut Institutsangaben im Juni rund 1000 Autofahrer befragt worden, die in den vorangegangenen drei Monaten neue Reifen erworben haben.

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