Reform bringt Erleichterungen für Privatleute

Balkonkraftwerke für alle: Wer profitiert vom neuen Solar-Gesetz?

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Das Kabinett verabschiedet eine Gesetzesänderung, um den Ausbau der Solarenergie voranzutreiben. Vor allem für private Balkonkraftwerke fallen Hürden.

Mit dem „Solarpaket I“ hat das Bundeskabinett eine umfangreiche Reform des Solar-Gesetzes auf den Weg gebracht. Um die Photovoltaik in Deutschland auszubauen, wurden in erster Linie bürokratische Hürden beseitigt. Wie es bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) heißt, hat man über 50 administrative Hindernisse ausgemacht und im Austausch mit Experten vereinfacht. Sie hätten in erster Linie den privaten Betrieb von Balkonkraftwerken unnötig erschwert. Auf diese Weise sollen Installation und Nutzung von Solaranlagen auf dem Dach oder dem Balkon, auf dem man sich übrigens nicht unbekleidet sonnen sollte, künftig deutlich vereinfacht werden. 

Neues Gesetz ermöglicht Balkonkraftwerke für Mieter und Mehrfamilienhäuser

Balkonkraftwerke werden vielleicht schon bald ohne Anmeldung beim Netzbetreiber und mit deutlich höherer Leistung zugelassen.

Wie haufe.de informiert, wird es durch das neue Solar-Gesetz wohl bald auch Mietern möglich sein, ohne großen Aufwand Balkonkraftwerke zu installieren, die sich lohnen und eigenen Strom zu produzieren. Gleiches gelte für die Bewohner von Mehrfamilienhäusern. Die Regierung wolle ein „Modell der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung“ etablieren. Die erlaubte Leistung würde von bisher 600 Watt auf 2.000 Watt erhöht.

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Privatpersonen solle der Zugang zur Photovoltaik dadurch erleichtert werden, dass Balkonkraftwerke ohne Anmeldung beim Netzbetreiber eingebaut werden dürfen, berichtet die FAZ weiter. Die Anmeldung bei der Bundesnetzagentur werde vereinfacht und beschränke sich fortan auf einige wenige Daten. Auch könne man die Solaranlagen dem neuen Gesetzesentwurf zufolge schon in Betrieb nehmen, ohne dass ein geeichter Zweirichtungszähler eingebaut sei. Übergangsweise sei ein Zähler erlaubt, der rückwärts laufe, wenn mehr Energie in das öffentliche Stromnetz eingespeist als verbraucht werde.

11 Mythen über das Energiesparen, auf die viele immer noch hereinfallen – Sie auch?

Strom verbraucht am meisten Energie im Haushalt? Falsch! Nur sechs Prozent beträgt der Stromverbrauch am Gesamtenergieverbrauch. Die Heizung dagegen macht stolze 75 Prozent aus.
Strom verbraucht am meisten Energie im Haushalt? Falsch! Nur sechs Prozent beträgt der Stromverbrauch am Gesamtenergieverbrauch. Die Heizung dagegen macht stolze 75 Prozent aus. © Fotostand/Imago
Der Backofen muss in der Regel nicht vorgeheizt werden, da er sich ohnehin schnell erwärmt. Lediglich bei empfindlichen Teigen, wie Pizza oder Soufflé, ist ein Vorheizen sinnvoll.
Der Backofen muss in der Regel nicht vorgeheizt werden, da er sich ohnehin schnell erwärmt. Lediglich bei empfindlichen Teigen, wie Pizza oder Soufflé, ist ein Vorheizen sinnvoll.  © Michael Bihlmayer/Imago
Bei der Mikrowelle kommt es laut GEO darauf an: Bei Gerichten bis zu einem halben Kilogramm lohnt es sich, diese in der Mikrowelle zu erhitzen. Bei größeren Speisen verbraucht die Erwärmung auf dem Herd weniger Energie.
Bei der Mikrowelle kommt es laut GEO darauf an: Bei Gerichten bis zu einem halben Kilogramm lohnt es sich, diese in der Mikrowelle zu erhitzen. Bei größeren Speisen verbraucht die Erwärmung auf dem Herd weniger Energie. © CHROMORANGE/Imago
Um das dreckige Geschirr nach dem Essen wieder sauber zu bekommen, ist der Geschirrspüler in der Regel die sparsamste Methode. Nur bei Single-Haushalten lohnt es sich, sein Geschirr per Hand zu spülen.
Um das dreckige Geschirr nach dem Essen wieder sauber zu bekommen, ist der Geschirrspüler in der Regel die sparsamste Methode. Nur bei Single-Haushalten lohnt es sich, sein Geschirr per Hand zu spülen. © Westend61/Imago
Ein Mann nimmt Wäsche aus der Waschmaschine heraus.
Das Kurzwaschprogramm der Waschmaschine verbraucht nicht weniger, sondern sogar mehr Strom als ein normaler Waschgang. Schließlich muss mehr Energie aufgebracht werden, um in kürzerer Zeit auf das Waschergebnis zu kommen.  © Shotshop/Imago
Wer einen Wärmepumpentrockner besitzt, kann seine Klamotten nach dem Waschgang getrost in den Trockner stecken. Im Vergleich zu früheren Kondensationstrocknern sparen diese 70 Prozent Energie – und sind schon lange keine Energiefresser mehr.
Wer einen Wärmepumpentrockner besitzt, kann seine Klamotten nach dem Waschgang getrost in den Trockner stecken. Im Vergleich zu früheren Kondensationstrocknern sparen diese 70 Prozent Energie – und sind schon lange keine Energiefresser mehr.  © YAY Images/Imago
Ein voller Kühlschrank verbraucht mehr Strom als ein leerer? Ebenfalls ein hartnäckiger Mythos, der sich immer noch hält. Je leerer der Innenraum ist, desto schneller entweicht sogar die gekühlte Luft, was wiederum den Energieverbrauch steigert.
Ein voller Kühlschrank verbraucht mehr Strom als ein leerer? Ebenfalls ein hartnäckiger Mythos, der sich immer noch hält. Je leerer der Innenraum ist, desto schneller entweicht sogar die gekühlte Luft, was wiederum den Energieverbrauch steigert. © Michael Gstettenbauer/Imago
Unterschätzt wird dagegen Eis im Gefrierschrank: eine dicke Eisschicht erhöht den Energieverbrauch laut Hersteller um bis zu 15 Prozent. Ab einem Zentimeter sollten Sie deshalb abtauen.
Unterschätzt wird dagegen Eis im Gefrierschrank: eine dicke Eisschicht erhöht den Energieverbrauch laut Hersteller um bis zu 15 Prozent. Ab einem Zentimeter sollten Sie deshalb abtauen. © CHROMORANGE/Imago
Altgeräte auszutauschen lohnt sich nicht, solange sie laufen? Ein Irrtum, der Sie bares Geld kostet. Alte Kühlschränke & Co. verbrauchen wesentlich mehr Energie als neue, weshalb ein Wechsel bereits nach zehn Jahren ratsam ist.
Altgeräte auszutauschen lohnt sich nicht, solange sie laufen? Ein Irrtum, der Sie bares Geld kostet. Alte Kühlschränke & Co. verbrauchen wesentlich mehr Energie als neue, weshalb ein Wechsel bereits nach zehn Jahren ratsam ist. © Gottfried Czepluch/Imago
Viele denken auch, dass Ladegeräte nur Strom ziehen, wenn sie am Handy angesteckt sind. Falsch! Deshalb immer den Stecker vom Netz nehmen, wenn Sie es nicht benötigen.
Viele denken auch, dass Ladegeräte nur Strom ziehen, wenn sie am Handy angesteckt sind. Falsch! Deshalb immer den Stecker vom Netz nehmen, wenn Sie es nicht benötigen. © MiS/Imago
Und auch unter der Dusche gilt: Wasser abdrehen, wenn Sie es nicht brauchen. Pro Minuten prasseln hier nämlich 15 Liter Wasser aus der Leitung. Duschen ist also nur dann sparsamer als ein Vollbad (100 Liter), wenn Sie weniger als sieben Minuten unter der laufenden Brause stehen.
Und auch unter der Dusche gilt: Wasser abdrehen, wenn Sie es nicht brauchen. Pro Minuten prasseln hier nämlich 15 Liter Wasser aus der Leitung. Duschen ist also nur dann sparsamer als ein Vollbad (100 Liter), wenn Sie weniger als sieben Minuten unter der laufenden Brause stehen. © Michael Bihlmayer/Imago

Weitere geplante Neuerungen

Eine Förderung bekämen bald auch Photovoltaikanlagen auf gewerblich genutzten Gebäuden. Eine unkompliziertere Nutzung von Nebengebäuden wie Garagen wird in Aussicht gestellt. Der Ausbau bereits bestehender Dachanlagen, um die Leistung zu steigern, werde ebenfalls bald unterstützt. Der Gesetzesentwurf sieht außerdem vor, Solarzellen auf Freiflächen zu platzieren. 

Wann tritt das neue Solar-Gesetz in Kraft?

Das neue Gesetz wird voraussichtlich Anfang 2024 verabschiedet. Im kommenden Herbst muss es noch vom Bundestag bestätigt werden. Obwohl „Solarpaket I“ auf breite Zustimmung trifft, gibt es auch Stimmen, denen die Maßnahmen und Neuerungen nicht weit genug gehen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zum Beispiel wünscht sich den verpflichtenden Einbau von Solaranlagen bei Neubauten und Dachsanierungen.

Rubriklistenbild: © epd/Imago

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