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Ersatzteil-Abzocke: Millionen Autofahrern droht Kostenfalle wegen KfZ-Pflicht

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Werkstätte verlangen für den Wechsel der Notruf-Batterie viel Geld. Nach Angaben des ADAC ist von einer unglaublichen Gewinnspanne von 400 Prozent die Rede.

Hamm - Autobesitz ist teuer, das ist allgemein bekannt. Eine Studie, die im Fachmagazin „Nature“ veröffentlicht wurde, offenbarte jedoch, dass deutsche Autobesitzer die Gesamtkosten ihres Fahrzeugs „systematisch um bis zu 50 Prozent“ unterschätzen. Besonders Werkstattbesuche können schnell ins Geld gehen, da selbst kleinere Reparaturen und der Austausch von Ersatzteilen kostspielig sein können.

Ersatzteil-Abzocke: Millionen Autofahrern droht wegen Kfz-Pflicht Kostenfalle

Ein Beispiel für hohe Kosten in der Werkstatt ist der Wechsel der Notruf-Batterie. Seit April 2018 ist es Pflicht, dass alle neuen Automodelle in den 28 Staaten der Europäischen Union standardmäßig mit der eCall-Technik ausgestattet sind. „Ist dies nicht der Fall, bekommt das neue Fahrzeugmodell keine Typengenehmigung und kann infolgedessen nicht auf dem europäischen Markt verkauft werden“, so das Portal bussgeldkatalog.org. Der Austausch der Notruf-Batterie kann jedoch bis zu 170 Euro kosten, wie Focus Online berichtet.

Seit 2018 müssen Fahrzeugmodelle, die mit neuer Typgenehmigung auf den Markt kommen, mit dem europäischen Notruf eCall ausgerüstet sein

Das eCall-System sendet im Falle eines Verkehrsunfalls automatisch einen Notruf mit genauen Standortdaten. Es aktiviert zudem Mikrofon und Lautsprecher, um eine Kommunikation mit der Notrufzentrale zu ermöglichen. Das Ziel dieses Systems ist es, Rettungskräfte schneller zum Unfallort zu bringen und so die Anzahl tödlicher Unfälle zu reduzieren.

Für das Funktionieren des eCall-Systems ist eine spezielle Batterie notwendig. Diese stellt sicher, dass das System auch bei einer Zerstörung der Autobatterie weiterhin mit Strom versorgt wird. Laut Focus kostet diese sogenannte Stützbatterie im Internet nur 20 bis 25 Euro. Werkstätten verlangen jedoch rund 110 Euro für die Batterie und zusätzlich 60 Euro für den Einbau. Das entspricht einer Gewinnspanne von 400 Prozent für Autohersteller und Werkstätten.

Teilweise setzen Autohersteller eigene Notrufsysteme ein

Ein ADAC-Experte bestätigte auf Anfrage von Focus Online, dass immer mehr Autofahrer mit dem Problem der hohen Kosten für den Batteriewechsel konfrontiert sind. Doch warum können Autofahrer den Wechsel nicht selbst vornehmen, um Geld zu sparen? Der Automobil-Club hat eine klare Antwort: „Die Fehleranfälligkeit ist zu hoch. Von der Verwendung ungeeigneter Batterien/Akkus über den unsachgemäßen Einbau bis hin zur Beschädigung der Notrufbaugruppe“, so der Automobil-Club gegenüber dem Nachrichtenportal.

Kontroll- und Warnlampen im Auto: Wenn es rot leuchtet, sollten Sie sofort anhalten

Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Plötzlich blinkt und leuchtet es im Cockpit! Die Symbole und Kontrolllichter am Armaturenbrett zeigen an, ob dem Auto technisch etwas fehlt. Allerdings, ist es wichtig zu wissen, was die Lämpchen bedeuten. Hier die wichtigsten Kontrollleuchten im Auto: © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Motoröldruck zu niedrig. Motor abstellen. Ölstand prüfen und gegebenenfalls nachfüllen - hilft aber nicht immer. Meist muss der Wagen in eine Werkstatt geschleppt werden. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Ölmangel, Ölstand überprüfen und nachfüllen - sonst droht Motorschaden. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Anschnallzeichen: Einer oder einige der Fahrgäste sind nicht angeschnallt. Das Symbol leuchtet auch auf, wenn eine schwere Tasche auf dem Sitz steht. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme bei der Stromversorgung: Generator defekt oder eine elektrische Verbindung unterbrochen. Motor nicht ausschalten und zur nächsten Werkstatt. NICHT weiterfahren bei elektrischer Servolenkung (Lenkkraftunterstützung kann ausfallen) oder gerissener Keilriemen (Motor kann überhitzen). © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme mit der Bremse. Brennt dieses Licht auch bei gelöster Handbremse, droht große Gefahr. Zu wenig Bremsflüssigkeit oder die Beläge sind bis aufs Metall runter. Sofort anhalten und Pannendienst rufen. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Motor ist überhitzt. Kühlwasser reicht nicht mehr. Anhalten und abkühlen lassen. Danach unbedingt in die Werkstatt. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Reifendruckkontrollsystem meldet zu niedrigen Reifendruck. Eventuell harmlos, wenn das Symbol nach dem Reifenwechsel leuchtet (fehlende Kalibrierung) - mehr in der Betriebsanleitung. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Störung im Rückhaltesystem. Funktionsversagen des Airbags/ Gurtstraffers bei Unfall möglich - sofort in die Werkstatt. Symbol leuchtet auch bei deaktiviertem Beifahrerairbag (wg. Kindersitz). © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Bremsbeläge sind abgefahren und sollten demnächst erneuert werden. Weiterfahren möglich. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) ist aktiv - oft auf nassen und vereisten Straßen. Vorsichtig lenken, keine Vollbremsung machen und Fuß vom Gas nehmen. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme mit der Motorsteuerung. Der Schadstoffausstoß kann erhöht sein. Symbol leuchtet auch, wenn die Lambdasonde defekt ist oder ein Marder ein Kabel beschädigt hat. Umgehend in die nächste Werkstatt fahren. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Nebelschlussleuchte ist eingeschaltet. In Deutschland nur erlaubt, wenn die Sicht durch Nebel geringer als 50 Meter ist. © ADAC

Einige Autohersteller haben jedoch eine weitere Methode gefunden, um Gewinn zu machen. Sie bauen zusätzlich ein eigenes Notrufsystem in ihre Autos ein. „Die Hersteller wollen monopolartig als Erste über Unfälle Bescheid wissen, um mit zusätzlichen Services und Angeboten Geschäfte machen zu können, etwa mit der Organisation des Abschleppdienstes, der Reparatur des beschädigten Autos oder der Bereitstellung eines Unfall-Ersatzwagens oder eines Neuwagens“, so der Automobil-Club.

Allerdings sind diese herstellereigenen Notrufsysteme nicht so effizient wie der direkte eCall an die 112, wie Stichproben des ADAC zeigten. Bei Crashtests zeigten die Hersteller-Notrufe teilweise Verzögerungen, die bei einem realen Unfall schwerwiegende Folgen haben können.

Es gibt auch Betrüger, die an Parkscheinautomaten ihr Unwesen treiben. Ein QR-Code kann zum Verhängnis werden. Die Masche nennt sich Quishing, also Phishing via QR-Codes. (vw)

Rubriklistenbild: © Dreamstime/ RalfGeith/ Imago

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