VonRobin Dittrichschließen
Viele Menschen sind mit ihren Rundfunkbeiträgen im Verzug. Laut dem Beitragsservice seien die meisten davon jedoch keine ‚Beitragsverweigerer‘.
Kassel – Grundsätzlich sind je Wohnung monatlich 18,36 Euro Rundfunkbeitrag zu zahlen. Unter gewissen Umständen gelten allerdings abweichende Regelungen. Und dann gibt es noch Haushalte, die nicht zahlen, obwohl sie beitragspflichtig sind. Insgesamt 3,2 Millionen Haushalte sollen keinen Rundfunkbeitrag zahlen beziehungsweise mit ihren Zahlungen im Verzug sein, wie dem Jahresbericht des Beitragsservice zu entnehmen ist.
Viele Menschen zahlen keinen Rundfunkbeitrag – nicht alle sind davon befreit
Die Sinnhaftigkeit eines verbindlichen Rundfunkbeitrags beschäftigt viele Menschen in ganz Deutschland. Dieser wird jedoch benötigt, um das Programm der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zu finanzieren. Einen Brief vom für die Einziehung der Rundfunkgebühren zuständigen „Beitragsservice“ haben wohl die meisten Haushalte schon einmal erhalten. Wohnen Personen mit jemandem zusammen, der den Rundfunkbeitrag bereits zahlt, bekommt der Beitragsservice oftmals nichts davon mit und muss nachhaken.
Anders als oft vermutet, muss aber nicht jeder Haushalt die Gebühren zahlen. Ausgenommen von den Zahlungen sind Menschen, die Sozialleistungen beziehen. Dazu gehören unter anderem das Bürgergeld, BAföG, die Grundsicherung oder auch Leistungen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz. Neben den Menschen, die von der Beitragszahlungen befreit sind, gibt es jedoch auch immer wieder Zahlungsverweigerer oder solche, die mit den Zahlungen im Rückstand sind. Insgesamt sind aktuell rund 3,22 Millionen Haushalte im Rückstand.
Rundfunkbeitrag könnte 2025 steigen – Politik fordert hingegen Sparmaßnahmen
Der Beitragsservice stellte gegenüber Bild aber auch klar, dass es „keine Anhaltspunkte gibt, dass es sich bei der genannten Zahl der säumigen Beitragszahlenden um ‚Beitragsverweigerer‘ handelt.“ Wie der Beitragsservice bereits im vergangenen Jahr mitteilte, „zahlen viele der Beitragszahler nach schriftlicher Erinnerung die ausstehenden Beträge oder erteilen dem Beitragsservice ein SEPA-Lastschriftmandat.“
Insgesamt sank die Anzahl der in einer Mahnstufe befindlichen Anzahl der Beitragskonten gegenüber den Vorjahren leicht. Gleichzeitig sind immer weniger Personen von der Zahlung befreit oder erhalten einen ermäßigten Betrag. Im Jahr 2020 waren das noch über drei Millionen Menschen, 2022 nur noch 2,84 Millionen. Obwohl sich bereits viele über den aktuellen Rundfunkbeitrag beschweren, könnte dieser im Jahr 2025 ansteigen.
Im Raum steht eine Erhöhung von bislang 18,36 Euro auf 18,94 Euro. Die unabhängige Finanzkommission KEF wird am 23. Februar 2024 den Finanzbedarf von ARD, ZDF und Deutschlandradio überprüfen und daraufhin ihre Empfehlung über die Höhe abgeben. Zunächst sollen jedoch mit einer Umstrukturierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Kosten eingespart werden – eine Beitragserhöhung könnte so noch nicht zwingend erforderlich sein. (rd mit dpa)
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