VonJuliane Gutmannschließen
Bis zu sechs Prozent der Menschen sollen an einer Sommerdepression leiden. Wie sich diese äußert und welche Therapien Wirkung zeigen, lesen Sie hier.
Die Sonne scheint den lieben langen Tag, die Temperaturen klettern auf über 25 Grad Celsius: für viele Menschen der Idealzustand. Sommer wird mit allen möglichen positiven Dingen assoziiert: Eis essen, an den See fahren, den Sommerurlaub in Italien verbringen. Doch für manche Menschen ist die warme Jahreszeit alles andere als ein Fest. Sie fallen in eine Sommerdepression. Mediziner und Psychologen bezeichnen dieses Krankheitsbild als saisonal abhängige Depression (SAD). Wie die Medizinischen Universität Graz (MedUni Graz) informiert, tritt die SAD meist im Winter auf und wird daher oft fälschlicherweise als „Winterdepression“ bezeichnet. Jahreszeitbedingte Verstimmungen könnten aber ebenfalls im Sommer auftreten – wenn auch weitaus seltener.
Rund vier bis sechs Prozent der Bevölkerung sind der MedUni Graz zufolge von einer Sommerdepression betroffen. Die meisten Patienten seien weiblich und zwischen 20 und 40 Jahren alt. Einen einzigen Auslöser gibt es nach aktuellem Wissensstand nicht. Als Verursacher diskutiert wird etwa ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus und ein damit einhergehender schwankender Hormonhaushalt. Auch Umweltfaktoren wie hohe Temperaturen, Feuchtigkeit und hohe Pollenbelastung können dem Magazin National Geographic zufolge eine Sommerdepression begünstigen.
Sommerdepression kann gut behandelt werden
Die Studienlage hinsichtlich der Sommerdepression ist überschaubar. Entsprechend kommt es häufig zu Fehldiagnosen. Fälschlicherweise wird einer Frau dann etwa statt einer Sommerdepression ein geringes Selbstwertgefühl oder Unzufriedenheit mit ihrem Körper diagnostiziert, heißt es im National Geographic Bericht. Dabei kann eine Sommerdepression gut behandelt werden. „Die Behandlung der Sommerdepression verläuft praktisch identisch mit anderen depressiver Störungen. Neben Antidepressiva (wie zum Beispiel selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern) wird auf Gesprächstherapie und psychologische Behandlung gesetzt, um die Patient*innen zu unterstützen, ihren Tagesablauf zu strukturieren, körperliche Aktivität aufrechtzuerhalten und mithilfe von Psychoedukation Unsicherheiten und Ängste rund um die Sommerdepression abzubauen, um so wieder schöne und genussvolle Sommer erleben zu können“, wird Nina als habilitierte Psychologin an der Medizinischen Universität Graz in einer Pressemitteilung der Universität zitiert.
Auch das Meiden der warmen Außentemperaturen durch den Aufenthalt in klimatisierten Räumen und häufigeres Duschen würde gegen Sommerdepression Wirkung zeigen, wie National Geographic berichtete.
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Sommerdepression: Folgende Symptome können auf das psychische Leiden hindeuten
- Innere Unruhe
- Schlaflosigkeit
- Appetitlosigkeit
- Gewichtsverlust
- Länger als drei Wochen andauerndes Stimmungstief
Rubriklistenbild: © Eloisa Ramos/Imago

