Hunderte Jobs gefährdet

Bekannter Schuhhändler insolvent: Welche Filialen jetzt verschwinden werden

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Der Schuhhändler Görtz hat erneut massive Probleme. Zahlreiche Filialen stehen vor der Schließung – und sollen enorm hohe Mietschulden angesammelt haben.

Hamm – In Deutschland meldeten zuletzt einige Unternehmen Probleme. So musste ein großer Wurst-Produzent, der auch Kaufland, Rewe und Edeka beliefert, in die Insolvenz. Dieses Schicksal ereilte nun auch den Schuhhändler Görtz – und das nicht zum ersten Mal.

Erneut ist das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Bereits 2022 befand sich Görtz in einem Insolvenzverfahren, das jedoch ein Jahr später abgeschlossen wurde. Im Januar dieses Jahres ordnete das Amtsgericht Hamburg ein weiteres Insolvenzverfahren für die Görtz Retail GmbH an. Auch die Görtz Holding GmbH und die Atlant Logistik GmbH stellten Insolvenzanträge, wie das Portal insolvenzbekanntmachungen.de berichtete. Für einige Filialen bedeutet dies nun das Ende.

Schuhhändler Görtz ist insolvent – und das nicht zum ersten Mal.

Mehrere Filialen in Hamburg sind von der Görtz-Insolvenz betroffen und müssen endgültig schließen. Laut NDR haben sich allein in den Geschäften im City Center Bergedorf und im Alstertal-Einkaufszentrum Schulden von über 700.000 Euro angesammelt – für „Miete, Zinsen und weitere Kosten“. Seit Januar 2024 wurde in der Alstertal-Filiale offenbar keine Miete mehr gezahlt. Görtz erschien nicht zu einem Verhandlungstermin vor dem Landgericht Hamburg, weshalb die Räumung der Filialen angeordnet wurde.

Gegen das Görtz-Stammhaus in der Hamburger Innenstadt (Spitalerstraße) wurde ebenfalls Räumungsklagen eingeleitet, gleiches gilt für weitere Filialen. Auch hier sind über Monate ausgebliebene Mietzahlungen zu verzeichnen, wie das Hamburger Abendblatt berichtete.

Folgende Görtz-Filialen werden wohl endgültig schließen:

  • Hamburg Spitalerstraße (Stammhaus)
  • Hamburg Europa Passage
  • Hamburg Alstertal-Einkaufszentrum (AEZ)
  • Hamburg Elbe Einkaufszentrum (EEZ)
  • Hamburg Altonaer Mercado
  • Hamburg City Center Bergedorf

Görtz-Filialen mussten in mehreren Großstädten wie Frankfurt und München dichtmachen

Auf der Website von Görtz wird angegeben, dass das Unternehmen in Deutschland über insgesamt „45 Filialen in den größten Städten“ verfügt. Medienberichten zufolge existieren derzeit noch etwa 30 Filialen in Deutschland und Österreich. Vor dem ersten Insolvenzverfahren 2022 betrieb Görtz noch 160 Schuhläden in beiden Ländern. In jenem Jahr schloss das Unternehmen fast alle Standorte in München.

Kennen Sie diese Modemarken noch? Diese Firmen sind aus Deutschland verschwunden

22.10.2024, Deutschland, NRW, Einzelhandel, Mode, Die Esprit Filiale am Limbecker Platz in Essen steht vor der Schliessu
Einst war Esprit ein deutsches Vorzeigeunternehmen. Die deutsche Modemarke kannte so gut wie jeder und galt lange als begehrt. Doch dann kam 2024 der Schock: Esprit Europe hat die Insolvenz im Frühsommer angemeldet, bis zum Jahresende wurden alle Läden geschlossen. Die Marke wurde zwischenzeitlich zwar übernommen, doch ein Stück deutsche Geschichte ist damit von der Bildfläche verschwunden.  © IMAGO/D. Kerlekin/Snowfield Photograph
Bench Modelabel *** bench fashion label
Kennen Sie diese Marke noch? In den 2000er Jahren gab es um Bench einen regelrechten Hype. Doch 2018 geriet das britische Unternehmen in Schieflage und meldete Insolvenz an. Das Ladengeschäft wurde abgewickelt und die Marke verschwand aus den Innenstädten. Doch es gibt Bench noch immer: Wer die alte Skateboard-Marke noch vermisst, kann Kleidungsstücke im Online-Store kaufen.  ©  via www.imago-images.de
Escada Store in London Chelsea - LONDON, UNITED KINGDOM - DECEMBER 20, 2022
Sogar Luxusunternehmen sind nicht von den Schwierigkeiten in der Modewelt verschont. Escada gehörte einst zu den bekanntesten Luxuslabels der Welt. Sie wurde 1976 von Margaretha Ley gegründet und war bis in die 1990er Jahre erfolgreich. Escada verkaufte Damenbekleidung, Accessoires, Schmuck und Düfte. Es gab in den 2000er Jahren dann mehrere Insolvenzen, die erste 2009, eine weitere folgte 2020. Escada als Marke existiert zwar heute noch, doch eigene Filialen sind so gut wie verschwunden. Die besten Jahren sind wohl vorbei.  © 4kclips via imago-images.de
Oberhausen, Germany - February 11. 2020: View on entrance of Topshop fashion chain store
Topshop ist eine britische Modefirma, die durch ihren rasenden Erfolg in der Heimat in den 2000er Jahren Filialen auf der ganzen Welt hatte. Topshop war als Fast Fashion Unternehmen bekannt, die ihre Produkte zu Tiefpreisen anbot. Dabei arbeitete die Firma auch mit Berühmtheiten wie Beyoncé und Kate Moss zusammen. 2020 geriet der Mutterkonzern durch die Pandemie aber in Schieflage und meldete in Großbritannien die Insolvenz an. 2021 wurden Topshop von Asos gekauft, die meisten Filialen wurden damals aber schon aufgegeben – auch in Deutschland. Asoso hat 2024 weitere Anteile der Marke verkauft.  © Copyright: xmobilinchenx via ima
Scotch & Soda, Kurfürstendamm, Charlottenburg, Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin, Deutschland *** Scotch Soda, Kurfürst
An diese Marke müssten sich die meisten noch erinnern können, denn sie ist erst 2024 in die Insolvenz gerutscht. Die niederländische Marke Scotch & Soda hat in diesem Zusammenhang beschlossen, alle deutschen Filialen zu schließen. Hierzulande kann man Kleidung der Marke aber noch online kaufen, zum Beispiel bei Breuninger oder Zalando.  © Schoening via www.imago-images.de
RECORD DATE NOT STATED The Forever 21 store is one of AR Holdings brands EDITORIAL USE ONLY Photography PUBLICATIONxNOT
Forever 21 war eine weitere Erfolgsmarke in der Welt von Fast Fashion. Die US-amerikanische Firma hatte einst Filialen auf der ganzen Welt – auch in Deutschland. 2019 geriet die Firma aber in Schieflage. 178 Geschäfte in den USA mussten damals schließen und es wurden alle Standorte in Europa und Asien komplett aufgegeben. Heute gibt es die Marke nur noch in Amerika.  © IMAGO/PHOTOFILMCR
Paris, France - February 27, 2023: Exterior view of a Promod store, a French clothing company specia
Promod war eine Modemarke aus Frankreich, die 1975 schon gegründet wurde und dort jahrzehntelang erfolgreich war. Die Firma hatte zunächst nur Standorte in Frankreich und Belgien, doch in den 90er Jahren wagte Promod dann die weitere Expansion. 2014 hatte die Marke weltweit über 1000 Filialen in 52 Ländern. Dann kam die Insolvenz und 2016 wurde die Hälfte aller Filialen geschlossen. In Deutschland wurden alle Standorte geschlossen – die Firma bleibt aber in Frankreich noch bestehen.  © HJBC via imago-images.de
Gegen die Firma RENO aus Osnabrueck wurde beim Amtsgericht Hameln ein Insolvenzverfahren eroeffnet, betroffen sind der M
Für den Schuhhändler Reno ging es 2023 in die Insolvenz. Den Händler gibt es tatsächlich auch noch vereinzelt, aber im Zuge des Insolvenzverfahrens wurden die meisten Filialen geschlossen. Alle Standorte im Ausland wurden dichtgemacht und in Deutschland bleiben von den einst 150 Läden nur noch 26.  © IMAGO/Malte Ossowski/SVEN SIMON
Die Hallhuber GmbH ist ein Bekleidungshaus in München, das 1977 gegründet wurde. Es verkauft Oberbekleidung für Frauen.
Dieses 1977 gegründete Unternehmen stand einst auch für Eleganz und Professionalität. Hallhuber war eine deutsche Qualitätsmarke. Doch mit den Jahren ist die Marke immer wieder in die Pleite gerutscht. 2020 hat es eine Insolvenz gegeben, die Firma wurde aber gerettet. Doch das währte nicht lange und 2023 musste ein neues Insolvenzverfahren gestartet werden. Es konnte kein Investor gefunden werden – und die Marke verschwand von der Bildfläche. Wie im Fall von Esprit wurden auch von Hallhuber die Namensrechte gekauft, sodass man Kleidung unter diesem Namen noch kaufen kann. Mit dem Ursprungsunternehmen hat dies aber nichts mehr zu tun.  © IMAGO/Manfred Segerer
P&C exisitiert noch in Deutschland.
Keine Sorge: Peek und Cloppenburg ist nicht verschwunden, die Firma hat ihre Insolvenz im Jahr 2023 erfolgreich abgeschlossen. Es wurden zwar Stellen abgebaut, doch das Kaufhaus existiert noch. Vielmehr steht P&C hier in dieser Reihe für eine Vielzahl an Unternehmen aus der Modebranche, die es erstmal geschafft haben. So wie SportScheck, Galeria, und Gerry Weber, die es ebenfalls jüngst geschafft haben. Die Modebranche befindet sich in ständigem Wandel – einst erfolgreich Unternehmen können von einem Tag auf den anderen verschwinden.  © IMAGO/imageBROKER/Wilfried Wirth

Auch in Frankfurt verschwand 2023 der letzte Görtz-Schuhladen aus der Innenstadt. Ende 2024 wurde dort jedoch eine neue Filiale mit 220 Quadratmetern eröffnet. Ob dieses Geschäft im Zuge der Insolvenz ebenfalls aus Frankfurt verschwindet, bleibt ungewiss. Zahlreiche Mitarbeiter blicken in eine unsichere Zukunft und müssen um ihre Arbeitsplätze bangen.

Der vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Gideon Böhm, bezeichnete die Situation als „sehr schwierige Ausgangslage“ und prüft mögliche Sanierungsoptionen. Böhm zufolge gibt es auch Kaufinteressenten für Görtz. Dennoch stehen das Unternehmen und seine Angestellten vor einer ungewissen Zukunft. Unterdessen hat sich für eine seit Jahren geschlossene Görtz-Filiale in Köln endlich ein Nachmieter gefunden. (kh)

Rubriklistenbild: © Sabine Gudath/Imago

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