Spezielles Fahrgefühl

Bergab „tanken“: Wie Elektroautos mit Rekuperation Reichweite gewinnen

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Rekuperation ist ein Prozess, bei dem der Elektromotor beim Bremsen oder Bergabfahren als Generator arbeitet. Dabei wandelt er die Bewegungsenergie des Fahrzeugs in elektrische Energie um und speist diese zurück in die Batterie. (Montage)
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Warum E-Auto-Fahrer weniger bremsen: Alles über Rekuperation und wie sie das Fahrerlebnis revolutioniert – für Einsteiger verständlich erklärt.

Wer sich als Neuling für ein Elektroauto interessiert, kann sich von der Vielzahl der Abkürzungen und Fachbegriffe schon mal überwältigt fühlen. Dabei ist es eigentlich gar nicht so kompliziert: Wenn Sie nicht wissen, was AC, DC und kWh bedeuten, können Sie sich hier unser kostenloses E-Auto-PDF für Einsteiger herunterladen. Einer dieser Fachbegriffe, der bei Verbrenner-Fahrzeugen nicht auftaucht, lautet „Rekuperation“. Ein technisches Konzept, das hilft, die Reichweite zu verlängern und den Geldbeutel von E-Auto-Fahrern zu schonen. So funktioniert’s.

Rekuperation: Wenn der Elektromotor zum Generator wird

Stellen Sie sich vor, Ihr Auto könnte beim Bremsen Energie zurückgewinnen, anstatt sie als Wärme zu verschwenden. Genau das passiert bei der Rekuperation in Elektrofahrzeugen. Der Begriff stammt vom lateinischen „recuperare“ (zurückgewinnen) und beschreibt einen Prozess, bei dem der Elektromotor beim Bremsen oder Bergabfahren als Generator arbeitet. Dabei wandelt er die Bewegungsenergie des Fahrzeugs in elektrische Energie um und speist diese zurück in die Batterie. Dies verlängert die Reichweite des Fahrzeugs und reduziert den Verschleiß der mechanischen Bremsen. In konventionellen Fahrzeugen geht diese Energie hingegen als Wärme verloren.

Elektroauto für Einsteiger – die wichtigsten Fragen und Antworten

Sie lesen immer wieder von kW, DC-Laden und Rekuperation – wissen aber nicht, was das ist? Dann laden Sie sich kostenlos unseren Elektroauto-Guide für Einsteiger in der PDF-Bibliothek herunter. Dafür müssen Sie sich einmalig und unkompliziert bei unserem Medien-Login USER.ID registrieren.

Das One-Pedal-Driving: Ein besonderes Fahrgefühl

Die Rekuperation verändert das Fahrgefühl in Elektroautos deutlich, was Neueinsteiger zunächst überraschen kann. Sobald Sie den Fuß vom Fahrpedal nehmen, setzt die Rekuperation ein und das Fahrzeug verzögert spürbar – ein Effekt, den man als „One-Pedal-Driving“ bezeichnet. Bei vielen Modellen können Sie die Stärke dieser Verzögerung einstellen, von kaum spürbar bis hin zu so stark, dass Sie in den meisten Situationen das Bremspedal kaum noch benötigen. Diese Einstellmöglichkeit erlaubt es, das Fahrverhalten an persönliche Vorlieben oder Verkehrssituationen anzupassen. Mit etwas Übung nutzen viele E-Auto-Fahrer diesen Effekt, um vorausschauender und effizienter zu fahren.

Reichweitenverlängerung durch intelligente Energierückgewinnung

Der größte Vorteil der Rekuperation zeigt sich im Stadtverkehr mit häufigem Stop-and-Go. Bei jedem Anhalten oder Verlangsamen gewinnen Sie Energie zurück, was die Reichweite in der Stadt um bis zu 20 Prozent erhöhen kann. Auf der Autobahn bei konstanter Geschwindigkeit kommt die Rekuperation hingegen kaum zum Einsatz. Die Energierückgewinnung funktioniert besonders effektiv bei moderatem Bremsen – bei einer Vollbremsung müssen nach wie vor die mechanischen Bremsen den Großteil der Arbeit übernehmen. Einige moderne E-Autos verfügen über intelligente Rekuperationssysteme, die mithilfe von Navigationsdaten, Verkehrszeichen-Erkennung und Abstandssensoren die optimale Verzögerung automatisch wählen können. Ein Test des ADAC zeigte vor einiger Zeit, wie viel Strom Elektroautos durch Rekuperation wirklich zurückgewinnen können.

Vorsicht beim Abschleppen eines E-Autos

Die Rekuperation reduziert zudem den Verschleiß der Bremsbeläge erheblich. Große Vorsicht geboten ist aber beim Abschleppen eines E-Autos: Hier kann es passieren, dass die Räder unkontrolliert Strom erzeugen – was zu schweren Schäden am Fahrzeug führen kann. Deshalb sollte man auf jeden Fall zuvor einen sehr genauen Blick in die Betriebsanleitung werfen – und im Zweifelsfall immer einen professionellen Abschlepper beauftragen, der das E-Auto verlädt.

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