Wechselwirkungen beachten

Schilddrüsenerkrankung: L-Thyroxin wirkt schlechter, wenn Sie gleichzeitig Blutdruck-Senker nehmen

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Hoher Blutdruck und Schilddrüsenunterfunktion müssen so gut wie immer medikamentös behandelt werden. Vorsicht ist bei gleichzeitiger Einnahme beider Präparate geboten.

Es kann bis zu mehrere Wochen und Monate dauern, bis ein Patient mit der richtigen Wirkstärke des Schilddrüsenmedikaments L-Thyroxin eingestellt ist. Die passende Dosis hängt von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise Alter, Körpergewicht und Vorerkrankungen. Menschen mit bestimmten Krankheiten wie Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, Epilepsie und hohem Blutdruck sollten in enger Abstimmung mit ihrem Arzt gerade zu Beginn der Therapie das Hormon vorsichtig dosieren. Doch nicht nur Erkrankungen können die Schilddrüse und das Hormon Thyroxin beeinflussen, auch Nahrungsmittel wie Kaffee oder Mineralwasser mit hohem Calcium-Gehalt sowie Zink und Magnesium sind in Kombination mit dem Schilddrüsenmedikament vorsichtig zu genießen. Und auch bei bestimmten Medikamenten, die zeitgleich eingenommen werden, sollten Sie auf die Wechselwirkungen mit Thyroxin achten.

Schilddrüsenbehandlung: Wirkung von Thyroxin wird durch Blutdruckmedikamente vermindert

Die Wirkung von Thyroxin ist durch gleichzeitige Einnahme blutdrucksenkender Mittel wie Betablocker vermindert, siehe Hinweis im Beipackzettel. (Symbolbild)

Wirft man einen Blick in den Beipackzettel des verschriebenen L-Thyroxin-Hormonpräparats, so ist erwähnt, dass es mit hormonellen Verhütungsmitteln wie der Pille und Blutdrucksenkern zu Wechselwirkungen kommen kann. Gerade Betablocker, insbesondere die älteste klinische Form Propranolol als blutdrucksenkendes Arzneimittel, hemmen die Umwandlung von Levothyroxin in die wirksamere Form Liothyronin und kann somit die Wirkung von L-Thyroxin vermindern.

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Schilddrüse: Zehn jodhaltige Lebensmittel unterstützen das Organ

Milch in einem Glas
Um die Gesundheit der Schilddrüse zu stärken, braucht der Körper ausreichend Jod. Dieses steckt unter anderem in Milchprodukten. Vollmilch enthält beispielsweise 6 µg / 100 g Jod.  © Westend61/IMAGO
Hartkäse
Käse zählt ebenfalls zu den jodhaltigen Lebensmitteln. Hartkäse hat zum Beispiel einen Jodgehalt von 20-40 µg / 100 g.  © Bernd Jürgens/IMAGO
Eier in einer Schale
Eier enthalten 10 µg / 100 g Jod. Neben Jodsalz können sie deshalb als zusätzliche Jodquelle dienen.  © CHROMORANGE/IMAGO
Spinat in einer weißen Schüssel
Spinat ist nicht nur ein kalorienarmes Gemüse, das den Körper mit den Mineralstoffen Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen versorgt: Das grüne Blattgemüse enthält mit 12 µg / 100 g auch reichlich Jod, um die Schilddrüse vor Krankheiten zu schützen.  © Vitalina-Rybakova/IMAGO
Brokkoli in einer Schüssel
Brokkoli enthält 15 µg / 100 g Jod. Um Ihre Schilddrüse vor Erkrankungen zu schützen, empfiehlt es sich deshalb, das grüne Gemüse regelmäßig zu verzehren. ©  Alex9500/IMAGO
Erdnüsse in der Schale
Nüsse sind wichtige Jodlieferanten, die regelmäßig verzehrt werden sollten, um die Schilddrüse gesund zu halten. Erdnüsse haben beispielsweise einen Jodgehalt von 13 µg / 100 g. Es eignen sich aber auch Cashewkerne (10 µg / 100 g) oder Walnüsse (3 µg / 100 g). © I. Rozenbaum & F. Cirou/IMAGO
Seelachs auf einem Teller garniert mit zwei Zitronenscheiben
Seelachs zählt ebenfalls zu den jodhaltigen Lebensmittel. Er enthält 200 µg / 100 g Jod, was der täglich empfohlenen Jodaufnahme entspricht. Wenn Sie regelmäßig Seefisch essen, tun Sie Ihrer Schilddrüse damit etwas Gutes. © blickwinkel/IMAGO
Zwei Kabeljau-Filets in einer Pfanne
Um Erkrankungen der Schilddrüse vorzubeugen, sollte mindestens einmal pro Woche Seefisch auf dem Speiseplan stehen. Neben Seelachs und Schellfisch eignet sich hier zum Beispiel auch Kabeljau, da er ausreichend Jod enthält.  © CSH/IMAGO
Garnelen am Spieß
Auch Garnelen zählen zu den Lebensmitteln, die reichlich Jod enthalten. Sie gehören zu den tierischen Lebensmitteln, die als zuverlässige Jodlieferanten gelten, um die Schilddrüse fit zu halten. © Karel Noppé/IMAGO
Essbare Algen in einer Schüssel
Essbare Algen sind vor allem aus der asiatischen Küche bekannt. Aufgrund ihres hohen Jodgehalts können sie sogar gesundheitsschädlich sein. Menschen, die unter einer Schilddrüsen-Erkrankung leiden, sollten deshalb beispielsweise keine auf Algen basierende Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. © Jiri Hera/IMAGO

Nehmen Sie ein Präparat gegen hohen Blutdruck ein und werden gleichzeitig mit Thyroxin für die Schilddrüse behandelt, sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt. So kann abgewogen werden, wie die Thyroxin-Dosis bestimmt wird, in Abhängigkeit zu dem Blutdrucksenker. Bei gemeinsamer Einnahme von blutdrucksenkenden Mitteln wie Betablockern und Thyroxin sollte die Schilddrüsenfunktion anhand der Laborwerte regelmäßig überprüft werden.

Wie intensiv Ihr L-Thyroxin bei Ihnen wirkt, hängt auch von der Zusammensetzung des jeweiligen Präparats ab, so die Apotheken Umschau. Experten raten allerdings davon ab, verschiedene Thyroxin-Arzneien mehrfach zu wechseln. Sollte es in Absprache mit Ihrem Frauenarzt oder Endokrinologen dennoch sinnvoll sein, gilt es, den TSH-Wert der Schilddrüse engmaschig kontrollieren zu lassen. Bei gesunden Erwachsenen liegt der TSH-Wert der Schilddrüse im Serum zwischen 0,40 und 4,0 mU/l – bei Kindern und Jugendlichen ist er häufig höher.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © DC_2/Imago

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