- VonSophia Lavcanskischließen
Das Thema Rente führt heutzutage oft für viel Diskussion und Verwirrung. Ein Experte erklärt, wie sinnvoll die zusätzliche Altersvorsorge wirklich ist.
Bei dem Thema Rente kommen sowohl bei jungen als auch älteren Menschen immer wieder viele Fragen und emotionale Reaktionen auf. Grund dafür ist das Rentensystem, das derzeit immer schlechter zu funktionieren scheint. Experte Wladimir Simonov, Geschäftsführer der Deutsche Mittelstandversorgung (DMV), erklärt der „dpa“, weshalb die Betriebsrente, die nicht nur als zusätzliche Einkommensquelle im Alter gilt, Abhilfe schaffen könnte.
Das deutsche Rentensystem: So schlecht sieht es gerade wirklich aus
Dass es um die Deutsche Rente, vor allem im internationalen Vergleich, derzeit nicht allzu gut steht, dürfte kein Geheimnis mehr sein. Aktuell wird jeder Rentner von gerade einmal 1,8 Arbeitnehmern gestützt – noch 1992 lag der Schnitt bei 2,7. Ein Ende dieses Sinkens ist vorerst nicht in Sicht, die geburtenstarken Babyboomer beginnen ab diesem Jahr in den Ruhestand einzutreten, nur ein Bruchteil davon kommt neu hinzu. Der Peak dieser Entwicklung wird im Jahr 2031 erwartet, wenn sich der Jahrgang 1964 mit rund 1,3 Millionen Arbeitern in den Ruhestand verabschiedet.
Da dem Staat daran gelegen ist, dass das Rentensystem stabil bleibt, bezuschusst er die Sozialleistung jährlich mit über 100 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt. Während in diesem Jahr 117 Milliarden erwartet werden, soll es sich im kommenden schon ändern.
Bis 2025 ist eine Sicherung der sogenannten „doppelten Haltelinie“ garantiert; das bedeutet, die Beiträge für die Rente betragen nicht mehr als 20 Prozent des Einkommens und das Rentenniveau sinkt nicht unter 48 Prozent. Für danach wurden bereits jetzt Kürzungen der Fördermittel um 600 Millionen Euro pro Jahr angekündigt – eine weitere deutliche Belastung für das Rentensystem.
Rettung des Rentensystems? So kann die Betriebsrente einige Probleme lösen
Aufgrund der aktuellen Lage müssen sich die Menschen selbst um ihre Altersvorsorge kümmern, wenn sie später nicht in Armut leben wollen. Oft wird dabei an private Anbieter gedacht, doch mit der betrieblichen Altersvorsorge gibt es hierzu eine attraktive Alternative. Das Konzept beruht auf dem Angebot eines Unternehmens an seine Mitarbeiter, in Form einer Betriebsrente vorzusorgen. Dazu wird jeden Monat eine vereinbarte Summe vom Gehalt des Arbeitnehmers einbehalten und in die Betriebsrente eingezahlt.
Prinzipiell ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, sich mit Zuschüssen an der Betriebsrente seiner Mitarbeiter zu beteiligen. Der Staat fördert diese Altersvorsorge bis zu bestimmten Höchstsätzen mit Befreiung von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen. Letztendlich entsteht für Arbeitnehmer dadurch eine große Förderung, die mit anderen Altersvorsorgewegen wie Riester oder Rürup kaum erreicht werden kann.
Betriebliche Altersvorsorge: Diese Vorteile bringt sie mit
Die Zahlungen für die Betriebsrente gehen direkt vom Gehalt des Arbeitnehmers ab, das Besondere daran ist, dass hierfür der Bruttolohn herangezogen wird. Grund dafür ist, dass die Einzahlungen bis zu einem Höchstbetrag von rund 300 Euro monatlich steuer- und sozialversicherungsfrei sind. Von diesem Steuervorteil profitieren die Mitarbeiter Monat für Monat: Wer auf rund hundert Euro Nettogehalt verzichtet, kann, je nach Arbeitgeberförderung, bis zu 400 Euro in seine Betriebsrente investieren.
Doch nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch das Unternehmen selbst zieht Vorteile aus der Betriebsrente, denn so präsentiert es sich als ein besonders fürsorglicher und finanziell stabiler Arbeitgeber, dem das Wohl seiner Angestellten auch über die Zusammenarbeit hinaus wichtig ist.
Auch die emotionale Mitarbeiterbindung steigt, die sich Studien zufolge positiv auf die Fluktuation, Krankentage und Produktivität auswirkt. Schlussendlich erhöht sich dadurch ebenfalls die Attraktivität des Unternehmens auf dem Arbeitsmarkt, wodurch die Suche nach weiteren Fachkräften vereinfacht wird.
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