Gebrauchtwagen online sicher kaufen: Vier Tipps sollten Sie beachten
VonSebastian Oppenheimer
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Online einen Gebrauchtwagen zu suchen, klappt meist sehr komfortabel. Dennoch gibt es viele schwarze Schafe unter den Verkäufern. Worauf Sie achten sollten.
Wer auf der Suche nach einem günstigen Neuwagen ist, tut sich aktuell sehr schwer. Einer Auswertung zufolge gibt es in Deutschland lediglich noch vier Neuwagen für weniger als 15.000 Euro. Für den enormen Preisanstieg bei Neufahrzeugen gibt es verschiedene Gründe. Eine Alternative ist für viele daher ein Gebrauchtwagen. Hier gibt es nun mehrere Optionen: etwa den Gang zu Vertragshändlern der Marken oder zu freien Händlern. Die günstigste Variante ist in vielen Fällen ein Kauf von privat, der heutzutage meist über Online-Plattformen abgewickelt wird. Allerdings lauern hier einige Fallstricke.
Privater Gebrauchtwagenverkauf: Laut Umfrage trickst hier jeder Vierte
Generell ist beim Gebrauchtwagenkauf Vorsicht geboten: Laut einer Umfrage schummelt jeder vierte private Gebrauchtwagenkäufer. Um den Autokauf im Netz sicherer zu machen, haben mehrere Online-Verkaufsportale, der ADAC und die Polizeiliche Kriminalprävention die Initiative „Sicherer Autokauf im Internet“ (ISAK) gegründet. Die Initiative hat einige Tipps zusammengestellt, die den Online-Kauf sicherer machen sollen:
Vorsicht beim Bezahlvorgang: Laut der Initiative sind seriöse Treuhandservices in aller Regel auf der ursprünglichen Website eingebettet. Nutzer werden nicht auf externe Seiten verwiesen. Auch ein genauer Blick auf die URL kann helfen, mögliche Ungereimtheiten aufzudecken. Sollte einem hier etwas seltsam vorkommen, sollte man den Kaufvorgang abbrechen.
Absender genau unter die Lupe nehmen: Auch vor E-Mails, in denen behauptet wird, die Bestellung würde geprüft und in denen dann auf einen weiteren Bezahldienst verwiesen wird, wird gewarnt – in der Regel handele es sich dabei um Betrugsversuche.
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Kein Risiko eingehen: Fahrzeug gemeinsam mit dem Verkäufer ummelden
Gefälschte Papiere: Wenn die Unterlagen zu einem Fahrzeug gefälscht sein sollten, ist dies im Vorfeld als Laie schwer zu erkennen. Hier sollte man aber einfach etwas auf sein Bauchgefühl hören und sich beispielsweise fragen, ob das Alter des Fahrzeugs und das optische Alter der Papiere zusammenpassen. Eine weitere Empfehlung lautet, sich beim Verkauf direkt an der Zulassungsstelle zu treffen und das Fahrzeug gemeinsam umzumelden.
Abzocke mit Transportkosten: Manchmal werden Fahrzeuge mit deutscher Zulassung mit einem Standort im Ausland angeboten. Dies erklären Verkäufer beispielsweise durch einen Todesfall in der Familie. Per Mail wird angeboten, das Auto zu testen – dafür soll der Interessent die Transportkosten und einen Teil des Kaufpreises als Sicherheit überweisen. Geliefert wird der Wagen aber nie.
Gebrauchtwagen gründlich prüfen – im Zweifel Profi-Check nutzen
Natürlich muss man nicht nur beim Online-Kauf vorsichtig sein, auch wer seinen Gebrauchten über eine Print-Anzeige kaufen möchte, sollte den Wagen ganz genau unter die Lupe nehmen. Wichtig ist unter anderem, das Fahrzeug auf Roststellen zu prüfen und zu schauen, ob sich unter dem Auto Ölpfützen bilden. Ein Blick auf den Ölwechsel-Zettel im Motorraum lohnt sich, um zu überprüfen, ob dieser zu den Verkäuferangaben passt. Ebenso sollte man sich die Reifen genau ansehen. Wenn diese zu alt oder abgefahren sind, benötigt man neue, was zusätzliche Kosten verursacht. Ungleichmäßige Abnutzung kann auf Fahrwerksprobleme hindeuten.
Wer sich nicht wirklich gut mit Autos auskennt, sollte einen Gebrauchtwagencheck in Betracht ziehen, den viele Prüforganisationen und Kfz-Betriebe anbieten. Den Check gibt es zwar nicht gratis – jedoch kann er einem im Zweifelsfall am Ende eine Menge Geld sparen.